Meinung: Unwissen schützt vor Strafe nicht

Jedem Landkreisfürsten sein Zuckerl, dann wird beim Rest schon nicht so genau hingeschaut. Nach dieser Maxime scheint die ehemalige Regiomed-Geschäftsführung gehandelt zu haben, und sie musste dabei anscheinend nicht gegen große Widerstände der Aufsichtsgremien ankämpfen. Dies scheint sich nicht nur hinsichtlich der „überraschenden“ Defizite des Klinikverbunds im Jahr 2018 zu bestätigen.

So hat es seit Planungsbeginn der Regiomed-Zentralküche in Lichtenfels anscheinend nicht nur zum dezentralen Standort innerhalb des Verbunds mahnende Stimmen gegeben. Auch zwei externe Gutachten kommen zu dem Schluss, dass die Planungen nicht nur völlig überdimensioniert sind, sondern auch, dass die Zentralküche nicht rentabel betrieben werden kann. Und zwar auch dann, wenn wie ursprünglich geplant, das Klinikum Kutzenberg als auch die Sozialstiftung Bamberg von der Zentralküche aus mit versorgt würden. Aus dem Lichtenfelser Landratsamt ist lediglich zu hören, dass es zwar Gutachten gegeben habe, dem damaligen Aufsichtsratsvorsitzendem von Regiomed, Landrat Christian Meißner, sei aber nicht bekannt, dass in diesen genannte Kritikpunkte aufgeworfen wurden.

Dies wirft Fragen auf: Da nehmen zwei von der Geschäftsführung eingeplante Partner, die maßgeblich zur Auslastung der Zentralküche beigetragen hätten, schon im Vorfeld von dem Projekt Abstand. Selbst wenn der Inhalt der Gutachten den Aufsichtsgremien – was allein schon ein Skandal wäre – nicht bekannt gewesen sein sollte, so hätte es zumindest selbstverständlich sein sollen, nachzufragen, worauf die Absage fußt.

War der Inhalt der Gutachten den Aufsichtsgremien – wie aus gut informierten Kreisen zu hören ist – jedoch bekannt, dann haben sie wissentlich Steuergelder in den Sand gesetzt, um ihr eigenes Prestige zu mehren.

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