Meinung: Jetzt wird für Versäumnisse gezahlt

Es wird Zeit, dass der Lichtenfelser Stadtrat eine Entscheidung trifft. Eine Entscheidung, wie es mit dem ehemaligen Altenheim in der Nordgauer Straße 1 weitergeht. Eine Entscheidung, die neun Jahre verdrängt worden ist.

Schließlich steht das von der Maiacher Stiftung vor bald 50 Jahren gebaute Gebäude seit 2012 mit kurzen Unterbrechungen leer – guten Ideen wie dem Lichtenfelser Modell mit betreutem Wohnen zum Trotz. So schön es auch ist, dass Teile des Hauses aktuell als provisorische Krippe genutzt werden, dem Willen der Stifter wird die Stadt damit aktuell nicht gerecht.

Seit dem Sommer sind die Vermögensverhältnisse der Maiacher Stiftung geklärt, Kämmerer Dominik Först sei Dank. Mit seinen Recherchen machte er ein Versäumnis wett, das es nie hätte geben dürfen. Denn was der Stiftung genau gehört, wie viel Geld sie auf dem Konto hat, wie viel Geld sie für Sanierungen einsetzen darf, so etwas müssen die Stiftungsbeiräte beziehungsweise die Stadtkämmerei eigentlich immer parat haben. Sonst passieren Fehler wie 2012, als Haushaltsmittel der Stadt für die Sanierung des Altenwohnhauses I ausgegeben worden sind.

So gut es der damalige Stadtrat und die Spitze der Stadt auch gemeint haben mögen, es war dennoch nicht erlaubt. Jetzt muss sich die Stadt die 1,4 Millionen an Steuergeldern von der Stiftung zurückholen.

Ob das ehemalige Altenheim nun an einen Investor verkauft wird, oder ob die Stadt gar selbst zuschlägt und das Gebäude erwirbt – vielleicht für eine noch zu gründende Wohnungsgesellschaft – liegt in der Hand des Stadtrats. Vom Erlös wird die Stiftung jedenfalls nicht viel sehen. Den Löwenanteil, also 1,4 Millionen Euro, muss sie an die Stadt zurückzahlen. Alles, was darüber hinaus übrig bleibt, muss in die Sanierung der Altenwohnhäuser II und III fließen.

Überhaupt bleibt die Frage, wie es mit dem Vermächtnis des Ehepaars Nordgauer weitergeht. Der Kapitalstock ist zu gering, um damit Zinsen zu erwirtschaften. Große Mieterhöhungen vertragen sich schlecht mit dem Stifterwillen, der Bedürftigen helfen will. Auch hier muss sich der Stadtrat Gedanken machen und schnell eine Entscheidung treffen. Sonst werden die Versäumnisse seit Mitte der 2000-er Jahre, als die Kosten des Altenheims die Maiacher Stiftung immer mehr überfordert haben, unbezahlbar.

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