LICHTENFELS

Maskenpflicht an Grundschulen im Landkreis Lichtenfels

Ab Dienstag müssen wieder alle Schüler im Landkreis Lichtenfels Maske tragen. Foto: Gregor Fischer (dpa)

„Der Landkreis Lichtenfels kehrt zur Maskenpflicht an Grundschulen zurück“, verkündete Landrat Christian Meißner zu Beginn der Kreistagssitzung am Montagvormittag. Ab Dienstag, 27. Oktober, 0 Uhr, gilt wieder Maskenpflicht in allen Grundschulen

„Wir haben seit Freitag ein sehr vielschichtiges Ausbruchsgeschehen. Auch sind mittlerweile viele Schulen betroffen: Grundschule Weismain, Johann-Puppert-Grundschule und -Mittelschule Michelau, Grundschule am Markt Lichtenfels, Realschule Burgkunstadt, Meranier-Gymnasium Lichtenfels, Grundschule Hochstadt“, zählte Meißner auf. „Wir haben, wie angekündigt, das Infektionsgeschehen im Landkreis fortwährend analysiert und auch die Lage neu bewertet. Unter den aktuellen Bedingungen müssen wir die Maskenpflicht an Grundschulen wieder einführen“, bittet der Landrat um Verständnis.

Die Allgemeinverfügung zur Aufhebung der Maskenpflicht an Grundschulen trat am 23. Oktober, 0 Uhr, in Kraft und galt zunächst befristet bis 29. Oktober, 24 Uhr. Das Infektionsgeschehen an Grundschulen war bis dato im Landkreis klar einzugrenzen.

Befreiung von der Maskenpflicht erschien medizinisch vertretbar

Voraussetzung war aber, dass die Eltern ihre Kinder bei den kleinsten Anzeichen von Symptomen nicht in die Schule schicken. Sobald sich das Ausbruchsgeschehen in Grundschulen erhöht, das hatte der Landrat betont, sollte diese Ausnahme wieder rückgängig gemacht werden.

Das Landratsamt hielt zum damaligen Zeitpunkt auch fachlich eine Befreiung von der Maskenpflicht für medizinisch begründbar und vertretbar. Seither ist – auch wenn es nur wenige Tagen waren – einiges passiert: Der Landkreis Lichtenfels hat eine Sieben-Tage-Inzidenz von 103,2. Die Folge sind weitere einschränkende Maßnahmen durch die Bayerische Staatsregierung. Das Ausbruchsgeschehen ist auch in den Schulen angekommen – und zwar in allen Schultypen von der Grundschule bis ins Gymnasium und in nahezu allen Teilen des Landkreises. Es gibt also kein klar abgrenzbares Infektionsgeschehen. Zudem können Infektionsketten nur teilweise nachverfolgt werden.

Für die aktuellen Fälle in den Schulen sind nach den Analysen des Landratsamtes folgende Gründe ausschlaggebend:

• Es sind weiterhin Schülerinnen und Schüler mit Symptomen in die Schule geschickt worden; teilweise angesteckt durch ihre Eltern im familiären Bereich.

• Zudem gibt es in einigen Fällen erkrankte Lehrerinnen und Lehrer, die das Infektionsgeschehen in die Schule getragen haben.

• Die Regierungspräsidentin von Oberfranken hat am Freitag bei der Videokonferenz mit den oberfränkischen Landräten unmissverständlich deutlich gemacht, dass die Regierung von Oberfranken – laut Ministerium – nur in sehr eindeutigen, begrenzten Ausbruchsgeschehen eine Ausnahme von der Maskenpflicht in Grundschulen genehmigt.

Das Landratsamt hält eine Rückkehr zur Maskenpflicht deshalb für geboten.

Infektionsgeschehen greift immer weiter um sich

Aktuell ist dem Landratsamt noch kein Fall bekannt, dass ein infizierter Schüler einen anderen in der Schule angesteckt hat. Übertragungen von Kind zu Kind hat es im Landkreis aktuell gegeben, aber ausschließlich im privaten Bereich (zum Beispiel bei Kindergeburtstagen). Aktuell stehen in den betroffenen Schulen des Landkreises diverse Abstrichuntersuchungen und deren Ergebnisse aus. Die Fülle der betroffenen Schulen zeigt sehr deutlich, dass das Infektionsgeschehen als solches immer mehr um sich greift. Das zeigen auch die Inzidenzen des Landkreises. (red)

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