LICHTENFELS

Marie Köhnlein als Bufdi beim BRK im Einsatz

Die 19-jährige Marie Köhnlein leistet derzeit ihren Bundesfreiwilligendienst im Fahrdienst des Roten Kreuzes. Foto: BRK

Seit zehn Jahren gibt es den Bundesfreiwilligendienst. Bis heute haben sich dabei 400 000 jungen Menschen für das Allgemeinwohl engagiert. Dazu zählt auch Marie Köhnlein. Was die 19-Jährige dazu veranlasst hat, ein Bufdi zu werden.

„Seit Oktober 2020 bin ich beim Roten Kreuz in Lichtenfels im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes im Fahrdienst engagiert. Im Sommer 2020 habe ich mein Abitur gemacht und ich wollte nicht gleich eine Ausbildung oder ein Studium starten, sondern die Zeit für eine Orientierung und eine sinnvolle Überbrückung nutzen.

Eine ungewohnte neue Arbeitswelt

Meine Eltern fanden meine Idee sehr gut und haben mich sofort darin bestärkt. Ich bin in unmittelbarer Nachbarschaft zum BRK-Zentrum aufgewachsen. Da lag es für mich nahe, dort nach einem Freiwilligendienst anzufragen. Die Fahrdienstleisterin Anita Lorz und ihr Stellvertreter Markus Paul haben mich sehr gut aufgenommen und mir viel erklärt.

Immerhin habe ich eine solche Arbeitswelt noch nicht gesehen. Ich wurde im Team Schritt für Schritt an meine Aufgaben herangeführt, denn die Begleitung und das Fahren von Menschen, die hilfs- und pflegebedürftig sind, ist verantwortungsvoll. Die von uns betreuten Menschen sitzen entweder im Rollstuhl oder müssen sogar während der Fahrt liegen.

Herausforderungen gemeistert

Sie werden beispielsweise zu Ärzten oder Krankenhäusern gefahren, weil sie sich einer medizinischen Behandlung unterziehen müssen.

Der Dienst war am Anfang für mich natürlich ungewohnt, da neben dem Erlernen des Umgangs mit und der Betreuung der hilfsbedürftigen Menschen, auch der Einsatz auf größeren Spezial-Fahrzeugen eine Herausforderung für mich darstellte.

Mittlerweile kann ich auch selbst solche Fahrzeuge fahren. Ein guter Fahrstil und die Fahrsicherheit haben für mich einen ganz anderen Stellenwert eingenommen.

Der Dienst ist natürlich körperlich anstrengend. Schließlich geht es auch um Tragehilfe. Die Hilfsbedürftigen können sich nicht mehr selbst fortbewegen und benötigen die körperliche Unterstützung des BRK-Helferteams.

„In den Begegnungen wird einem viel klarer bewusst, was wichtig im Leben ist.“
Marie Köhnein, Bundesfreiwillige

Während der letzten Welle der Corona-Pandemie waren die Schutzmaßnahmen sehr streng. Besonders das Tragen von Kitteln war sehr beschwerlich. Dennoch bin in der Pandemie gern zu meinem Dienst gegangen, denn eines habe ich gemerkt: Während in meinem Bekanntenkreis die sozialen Kontakte doch sehr heruntergefahren waren, konnte ich zumindest über Dienst den menschlichen Austausch weiter pflegen. Das habe ich als Vorteil empfunden.

Schicksale, die berühren

Man ist als junger Mensch berührt von dem Schicksal der Menschen, die unsere Hilfe in Anspruch nehmen. Ich denke mir manchmal, was wohl die Dame oder der Herr schon alles durchlebt haben möge. In der Kommunikation bin ich offener und selbstbewusster geworden. Die Gespräche sind intensiv und direkter.

Ich habe gemerkt, dass ich meine Sätze viel sorgfältiger formuliere, als ich es vielleicht über Whats-App getan hätte. Ebenso habe ich gelernt, wie man sich nicht gleich aus der Ruhe bringen lässt. Selbst wenn mal ein Mensch grantig ist, begegne ich ihm mit Respekt und Verständnis für seine Situation. In den Begegnungen wird einem viel klarer bewusst, was wichtig im Leben ist.

Weiterhin im Sozial- und Gemeinwesen

Ende August 2021 beende ich meinen Freiwilligendienst. Diese Lernzeit war eine wichtige Orientierung für mich, besonders im Hinblick, was ich einmal beruflich machen möchte. Ab September 2021 trete ich eine Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen bei einer Klinik an und werde damit auch in den nächsten im Sozial- und Gemeinwesen engagiert bleiben.“

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