LICHTENFELS

Malte Müller als Künstler im Lockdown

Der gebürtige Rother Malte Müller ist als Künstler von den Folgen der Corona-Pandemie betroffen. Foto: Val Thoermer

Der gebürtige Rother Malte Müller ist im Landkreis vielen bekannt. Als Tenor-Sänger stand er schon auf bedeutenden Bühnen. Der Künstler lebt in Mannheim, seiner alten Heimat am Obermain bleibt er aber verbunden. Im Landkreis Lichtenfels sorgte er bei den traditionellen „Helfen macht Spaß“-Klassik-Konzerten von Roberto Bauer stets für ein volles Haus. Seine Karriere durchkreuzen jetzt erst einmal die Folgen der Pandemie. Trotzdem gibt es da einen wundervollen Nebeneffekt.

„Wie einen Großteil der Bevölkerung haben natürlich auch mich als solo selbständigen Musiker die Folgen der Pandemie getroffen: Geplante Konzerte bei denen ich als Solist mitgewirkt hätte, mussten von den Veranstaltern abgesagt werden. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Einschnitte, sondern auch um eine damit verbundene Unterbrechung des künstlerischen Werdegangs.

Ein Liederabend bei der EU entfällt

Ich hatte mich zum Beispiel sehr auf einen Liederabend im Rahmen der deutschen Ratspräsidenschaft der EU in Brüssel gefreut, der leider auch aufgrund der Pandemie nicht wie geplant im Herbst 2020 stattfinden konnte.

Anfänglich hatte man bis kurz vor den angeraumten Terminen gehofft, dass sich die Lage irgendwie wieder entspannen beziehungsweise mit vernünftigen Hygienekonzepten ein Auftreten möglich sein würde, irgendwann musste man aber einsehen – zu einem Zeitpunkt, wo Konzerte unter Einhaltung vorgeschriebener Hygieneregeln grundsätzlich noch möglich gewesen wären - dass viele Veranstalter aufgrund mangelnder Planungssicherheit beziehungsweise oftmals auch aufgrund fehlendem Entgegenkommens der Vermieter von Veranstaltungsräumen lieber alles absagten. Glücklicherweise wurde mir ein Verschieben der Konzerte auf eine Zeit ,nach Corona, in Aussicht gestellt.

„Ganz besonders schade war für mich, dass auch unser für 2020 geplantes Jubiläumskonzert für die Aktion ,Helfen macht Spaß' im Kaisersaal auf Kloster Banz abgesagt werden musste.“
Malte Müller, Tenor

Ganz besonders schade war für mich, dass auch unser für 2020 geplantes Jubiläumskonzert für die Aktion ,Helfen macht Spaß' im Kaisersaal auf Kloster Banz abgesagt werden musste. Ich freue mich aber schon heute sagen zu können, dass wir in jedem Falle dieses Konzert nachholen wollen. So bleibt mir, wie wohl den meisten Menschen, die Hoffnung auf eine alsbaldige Verbesserung der Lage.

Wenngleich mir das derzeitige Auftreten vor Publikum fehlt, habe ich dennoch die Möglichkeit, Musik zu machen. Gegenwärtig nutze ich die Zeit um mich intensiv auf eine bevorstehende CD - Produktion beim Hessischen Rundfunk in Frankfurt vorzubereiten.

Auch arbeite ich schon seit längerem, neben meiner Tätigkeit als Sänger, als Gesangspädagoge, eine Arbeit, die mir viel Freude bereitet. Trotz Lockdowns kann ich mit meinen Schülern via Internet arbeiten. Dabei hilft mir, dass ich schon seit einiger Zeit ,vor Corona' einen Schüler – Kantor der griechisch-orthodoxen Kirche - in Griechenland betreue. Natürlich kann der Onlineunterricht nicht bis ins Letzte den Präsenzunterricht ersetzen, jedoch ist er gut durchführbar, und gute Resultate sind erzielbar.

Der positive Nebeneffekt

Ein positiver Nebeneffekt des ,zum zu Hause verdonnert Seins' ist, dass ich im ersten Lebensjahr unserer Tochter sehr viel mehr Zeit mit ihr verbringen kann, als es normalerweise möglich gewesen wäre. Aber alle Klagen über entgangene Engagements und Honorare, soweit man seine Lebensgrundlage nicht verliert, stehen in keinem Verhältnis zu einer Erkrankung oder dem Verlust eines Angehörigen oder des eigenen Lebens.

Der Künstler

Malte Müller, geboren in Lichtenfels, erhielt seine grundlegende musikalische Prägung im Knabenchor „Regensburger Domspatzen“. Nach erfolgreichem Studium der Rechtswissenschaft studierte er an der Musikhochschule Mannheim bei Rudolf Piernay und Alejandro Ramírez Gesang.

Als Solist ist Malte Müller mit den verschiedensten Orchestern und Ensembles aufgetreten (unter anderem Symphonisches Orchester Zürich, Nürnberger Symphoniker, Philharmonisches Orchester Regensburg, L?rpa festante, La Banda, Kurpfälzisches Kammerorchester, Ansbacher Kammerorchester, Sinfonieorchester Karlsbad, Sinfonieorchester Minsk, Schloss Schönbrunn Ensemble Wien, Beethoven-Akademie-Orchester Krakau). Sein Repertoire umfasst auf der Konzertbühne die großen Werke von Barock bis Spätromantik, aber auch deutsche Tonfilmschlager, Operettenarien und Highlights aus klassischen Musicals. Konzertengagements führten ihn in viele Städte und Konzertsäle.

Besonders gerne widmet sich Malte Müller auch dem Kunstlied. Im Oktober 2018 erschien beim Label Spektral sein viel beachtetes Debütalbum „Von sanftem Traum umflossen – Lieder nach Friedrich Rückert“. (red)

Rückblick

  1. Dialyse-Patienten des Nierenzentrums Lichtenfels geimpft
  2. Tipps gegen Rückenschmerzen von der VHS Lichtenfels
  3. Corona-Tagebuch: Eine entlarvende Maske
  4. Corona-Tagebuch: Wie ein Schild Häggberg die Augen öffnete
  5. Was Corona mit einem macht: Betroffene vom Obermain erzählen
  6. „Das Virus kann der letzte Nagel im Sarg werden“
  7. Corona-Tagebuch: Eine echt haarige Sache
  8. Fakten-Check: Wie gefährlich sind FFP2-Masken?
  9. Wer erkennt sich auf dem Radtour-Foto?
  10. Fakten-Check: Fakten-Check: Wie gefährlich sind FFP2-Masken?
  11. Corona-Tagebuch: Wenn die Leichen nicht mehr reiten
  12. Wie der Schlachthof in Coburg zum Kreativzentrum wird
  13. Corona-Tagebuch: Wenn der Zug abgefahren ist
  14. „Ich habe die Impfung erhalten und möchte Vorbild sein!“
  15. „Ich habe persönlich die Folgen des Virus gesehen“
  16. Sophia Weihermüller liebt den Garten und Laufen
  17. Andreas Kerner: Kordigastdoku lässt den Spendenrubel rollen
  18. Corona-Tagebuch: Die Freude des „Makusmakus“
  19. Corona-Tagebuch: Das das richtige Quantum Glück
  20. Stefan Büttner: „Therapie ist sicher und wichtig“
  21. Corona-Tagebuch: Die Sache mit dem Läufer
  22. Faktencheck: Faktencheck: Bin ich nur für mich selbst verantwortlich?
  23. Digitale Berufkompetzenwochen: Eine Chance für Geflüchtete
  24. Dr. Bernhard Sommerfeldt: Der Serienkiller aus Bamberg
  25. Corona-Tagebuch: Bücher, Geschenke und das Sparen
  26. Wollschwein, Einhorn und Kinderbuchautorin Judith Allert
  27. Corona-Tagebuch: Der Pulli duftet und hat ein Loch
  28. Corona-Tagebuch: Von Eleganz, Leichtigkeit und dem Charme
  29. Roberto Bauer: Damit altes Leben zurück kommt
  30. Christian Krappmann setzt ein Zeichen der Solidarität
  31. Dialyse-Patientin: Das Warten auf die Impfung
  32. Faktencheck: Bin ich nur für mich selbst verantwortlich?
  33. Corona-Tagebuch: Von Eleganz, Leichtigkeit und dem Charme
  34. Unsere Aktion: Gemeinsam gegen das Virus
  35. Faktencheck: Corona ist eben nicht „nur eine Grippe“
  36. Corona-Tagebuch: Und er wird kommen
  37. Jugendzentrum Lichtenfels: Der Skatepark im Winterschlaf
  38. Corona-Tagebuch: Vater, Sohn und Gitarrenspiel
  39. Projekt gegen Fake News: Alles klar dank „Ernährungsradar“
  40. Corona-Tagebuch: Feuchte Träume, tröpfchenweise Intelligenz
  41. Corona-Tagebuch: Zum Date am besten in Hosen kommen
  42. Strössendorf: Ein Gottesdienst über, mit und für die Liebe
  43. Corona-Tagebuch: Ulrike, die Couch-Arbeiterin
  44. Till von Weismain: Major im Rathaus, General im Korridor
  45. Corona-Tagebuch: Ulrike, die Couch-Arbeiterin
  46. Corona-Tagebuch: Der erste Kuss für einen Medaillenträger
  47. Pfarrerin Salzbrenner: Von Einsamkeit, Angst und Hoffnung
  48. Corona-Partys, Brexit und... Lauch
  49. Corona-Tagebuch: Freiheit und Essigreiniger
  50. Schön Klinik: Herausforderungen zu Zeiten der Pandemie

Schlagworte