REUNDORF

Maapiraten zeigen Flagge in der Corona-Flaute

Ahoi, Maapiraten: Hier ein Bild aus Tagen, bevor die Pandemie Wind aus den Segeln nahm. Foto: Maapiraten

Klauß Fischer ist der Kapitän der „Maapiraten“. Die rocken den Fasching. Wenn nicht gerade eine Pandemie den Wind aus den Segeln nimmt. Einfach nur Flaute? Das geht für die Maapiraten aber gar nicht. Der Kapitän verrät den Enterplan für 2022.

„Was macht so eine Pandemie wie Covid 19 mit einem Verein wie dem Reundorfer Faschingsverein ,Die Maapiraten'. Seit dem ersten Lockdown – und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen – kam das Vereinsleben zum Erliegen. Glücklicher Weise konnten wir den Fasching 2020 noch in vollen Zügen genießen. Mit der Teilnahme am Faschingsumzug in Weismain und unserem Dorffasching in Reundorf, mit dem Elferrat, dem Faschingsumzug mit anschließendem Kinderfasching und den Faschingsausklang im Ratskeller am Faschingsdienstag.

Unsere Reundorfer Theatertage im Oktober waren für unseren Verein das erste Opfer der Pandemie. Das Theaterstück war schon gekauft, und alle Akteure standen in den Startlöchern. Es konnten aber keine Proben stattfinden, wegen den Kontaktbeschränkungen. Das heißt, keine Proben, kein Theater. Die Enttäuschung war groß. Aber die Hoffnung, im darauffolgenden Jahr, wieder spielen zu können, da. Leider wurde diese Hoffnung dann auch jäh zerschlagen.

Viele Gedanken treiben einem um, wie kann man seinen Verein unter diesen Umständen am Leben erhalten, den Kontakt zu den Mitgliedern aufrechterhalten. Hier war jeder im Vorstand gefragt.

Christbaum wird zum Faschungsbaum

Der erste Termin im Jahr ist immer das Christbaum einsammeln. Die ausgedienten Bäume werden später für das „Tod austragen“ (Winter vertreiben) benötigt. Dieses musste aufgrund der Kontaktbeschränkungen auch entfallen. So haben wir aus der Not heraus eine Aktion gestartet. Die Vereinsmitglieder wurden aufgefordert, den Christbaum (falls noch vorhanden) in einen Faschingsbaum umzuwandeln. Dabei wurden die unteren Äste abgeschnitten, so dass oben nur noch ca. drei Kränze übrig blieben. Diese wurden dann mit Luftballon und Stoffbändel geschmückt und dann hinaus auf den Balkon, der Terrasse oder in den Garten. Für Jedermann sichtbar. Dazu noch eine Piratenfahne, als Zeichen der Kampfansage.

Ein Maapirat lässt sich nicht so schnell unterkriegen. Und so waren dann, die geheimen Zeichen der Reundorfer Maapiraten nicht nur bei unseren Mitgliedern zu sehen. Der ein oder andere aus dem Dorf fand die Idee so witzig, dass er dies kurzerhand mitmachte.

Der Fosenachtsbaum sorgte für Erheiterung und Freude sowohl bei unseren Mitgliedern als auch bei der Bevölkerung. Vor allem unser Nachwuchs hatte viel Freude daran den Baum zu schmücken. Die Kinder zogen hierzu ihr Piratenkostüm an, und hatten somit ein bisschen Fasching zu Hause.

Einfach etwas Freude bereiten

Fürs nächste Jahr wünschen wir uns, dass noch mehr Bürger bei dieser Aktion mitmachen, um das Ortsbild in der tristen Jahreszeit zu verschönern und zu signalisieren, dass wir Flagge gegen die Coronapandemie zeigen und um etwas Freude zu bereiten.

Der nächste Punkt im Jahresablauf wäre der Vertrieb unserer Fosenachtszeitung gewesen, was 2021 auch nicht stattfinden konnte. In dieser Zeitung sammeln wir lustige Geschichten, über Missgeschicke, Kurioses, einfach das was den Leuten das Jahr über passiert. Das Interessante dabei ist, keiner weiß ob die Geschichte an die Maapiratenredaktion weitergeleitet wird, oder nicht. Manch einer erlebt eine Überraschung, indem er sich in der Zeitung wiederfindet.

Wir haben die Hoffnung die Fosenachtszeitung in der kommenden Faschingssaison 2022, ob diese nun stattfinden kann oder nicht, unter Einhaltung der Coronabedingungen an die Haushalte in Reundorf zu verteilen. Wir werden diese im kommenden Jahr vor der Haustüre anbieten. Die Geschichten sind schon gereimt, gedichtet und geschrieben.

Unsere Redaktionsmitglieder der Maapiraten waren mit vollem Eifer dabei und freuen sich darauf, wenn die Zeitung in Druck geht, da die lustigen Geschichten doch eine Abwechslung und eine Ablenkung vom Corona-Alltag darstellen.

Der ausgefallenen Faschingssaison 2021 trotzten wir indem wir jedem Mitglied eine Überraschung in Form einer Schatzkiste für den Fasching@home zukommen haben lassen. Darin befanden sich eine Augenklappe, Luftballon, Luftschlagen, Konfetti, Ahoi Brause, eine Schatzkarte für die Suche nach dem Fasching 2022, Goldtaler und ein Klopfer für die Erwachsenen. Für die Kinder gab es ein Piratenpuzzle und ein Piratenkopftuch.

Der Sommer geht vorbei und die Zahlen sind noch niedrig. Jetzt wo es auf einen wichtigen Termin zu geht, steigen die Zahlen wieder. Bei dem Termin handelt es sich um den 11.11., den Sturm auf das Lichtenfelser Rathaus, mit der anschließenden Übernahme der Macht und Eröffnung der Faschingssaison. Nach Rücksprache mit dem Landratsamt und der Stadt Lichtenfels, haben wir uns dann auf einen Rathaussturm „light“ geeinigt. Dieser wurde als reine Außenveranstaltung abgehalten unter Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben wie Abstand halten etc.

Endlich durften wir Maapiraten wieder mal in der Öffentlichkeit sprichwörtlich Flagge zeigen. Zu unserer Freude fanden sich ein paar Zuschauer ein, die das Treiben beobachteten.

Zwar nicht wie in den Jahren zuvor wurde in das Rathaus eingedrungen, um den Bürgermeister und die Stadträte festzunehmen, um sie den Regeln der Narren zu unterwerfen. Sondern es wurde außen belagert. Das tat der Freude und dem Spaß aber keinen Abbruch. Trotz der momentan herrschenden ,Hindernisse' haben wir unser Ziel dennoch erreicht, denn durch die Zweite Bürgermeisterin Frau Sabine Rießner wurde der symbolische Schlüssel, der sich an einem Seil befand, für das Rathaus freiwillig mittels herunterlassen aus dem Fenster, herausgegeben. So konnten wir mit viel Umsicht und Vorsicht wieder eine Veranstaltung durchführen.

Die Maapiraten verteilen ihre Schätze. Foto: Maapiraten

Sehr traurig macht uns, dass wir unser elfjähriges Vereinsjubiläum am 7. Januar 2022 den eigentlichen Gründungstag unseres Vereins nicht mit unseren Mitgliedern gebührend feiern können. Wir haben uns im Vorstand darauf geeinigt, im Juli unser Vereinsjubiläum nachzuholen. In der Hoffnung, dass im Sommer eine derartige Veranstaltung möglich ist, befinden wir uns jetzt schon in der Planung.

Verraten wird so viel, es soll ein heiterer Abend werden mit einem Show-Highlight. Dies soll ein positives Signal an unsere Vereinsmitglieder geben, dass es immer weitergeht.

Zurück zur alten Stärke

Ich wünsche mir für unseren Verein, dass wir nach der Pandemie wieder stark aus dem Vereinsstillstand herauskommen und zu unserer alten Stärke wieder zurückfinden. Hierfür brauchen wir jedes einzelne Mitglied, um wieder Leben in unseren Verein und somit auch ins Dorf zurück zu bringen.

Mit der notwendigen Vernunft und Zuversicht schaffen wir das -mit Abstand- gemeinsam!

Was ist eine Gesellschaft ohne Vereinsleben, ohne Geselligkeit. Ich sag es ganz ehrlich, mir fehlt das Vereinsleben, und ich freue mich darauf, wieder durchzustarten, mit einer guten Crew und einer Mannschaft an Bord, die das Schiff immer im Wind, und damit auf Kurs und in Fahrt hält.“

 

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