STETTEN

Lichtenfelser Straßennamen: Die Stiftstraße in Stetten

Die Stiftstraße in Stetten
Um 1900: Blick von Süden auf Stetten. Foto: Repro: Dippold

Die Hauptstraße, die sich bergan durch Stetten zieht, verweist mit ihrem heutigen Namen auf das Kloster Banz. Sie heißt „Stiftstraße“. Denn wenn vor Jahrhunderten vom Benediktinerkloster die Rede war, sprach man bisweilen vom „Stift Banz“.

Die von der Abtei beherrschten Orte bezeichnete man dementsprechend als „Stiftland“. Vom „Stiftlein Bantz“ schrieb 1627 der Abt und meinte sein Herrschaftsgebiet. Der Mönch Placidus Sprenger bemerkte 1803, im Jahr der Klosteraufhebung, der Name „Banzgau“ habe sich „bis auf unsre Zeiten erhalten; doch ist bey den Nachbarn die Benennung Stift und stiftische Unterthanen mehr im Gebrauch.“

Es verhält sich nicht anders als im Fall des Stift(s)lands um das Zisterzienserkloster Waldsassen: Das Stift, ein Überbegriff fürs Kloster, gab der von dort beherrschten Umgebung den Namen. Etliche Dörfer zwischen Main und Itz, von denen sich die meisten schon im 8. Jahrhundert nachweisen lassen, gehörten zur Grundausstattung des um 1070 gegründeten Klosters. Doch die mittelalterlichen Äbte gaben einen Gutteil des Klosterbesitzes als Lehen an Adelsgeschlechter aus.

So waren Anwesen in Stetten lange Zeit in der Hand der ursprünglich in Burgkunstadt ansässigen Familie Marschalk, genauer gesagt: einer Linie, die ihren Sitz in Redwitz hatte. Es war ein mühsamer Prozess, bis das Kloster sich durchsetzte und unmittelbarer Herr über die Orte seiner näheren Umgebung wurde, so wie es die Stifter gewollt hatten. Ab 1470 brachte der Abt den Adelsbesitz in Stetten an sich. Doch auch der Bamberger Fürstbischof hatte noch weiterhin Rechte in Stetten.

Fischweiher bei Stetten

Am Ende der Klosterzeit jedoch unterstand Stetten ganz und gar der Herrschaft des „Stifts“ Banz. Zwei Höfe bewirtschaftete das Kloster selbst bzw. verpachtete es nur auf wenige Jahre. Die übrigen Anwesen waren Erbzinslehen; ihre Inhaber konnten es zwar vererben oder auch verkaufen, aber sie schuldeten dem Kloster regelmäßige Abgaben. Südöstlich von Stetten besaß Banz „einen guten Fischweiher“.

Aufgrund der Nähe zu Banz fanden auch Stettener Beschäftigung in Banz. Andreas Ernst (1765–1841) war der letzte Klostermetzger, und der Lehrerssohn Johann Jakob Lippert, 1753 in Stetten geboren, arbeitete als Uhrmacher vornehmlich für die Abtei. Ab 1783 wartete er, mittlerweile in Staffelstein ansässig, sämtliche Uhrwerke in Banz. Eine Standuhr von seiner Hand ist im Museum Kloster Banz zu bewundern.

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