LICHTENFELS

Lichtenfelser Städtepartnerschaft zu Zeiten Coronas

Die vier langjährigen Partnerstädte von Lichtenfels sind: Prestwick (Schottland) seit 1974, Vandalia (USA, Ohio) seit 19... Foto: StÄdtepartnerschaftskomitee

Lichtenfels Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen kommen nach und nach. Die Normalität kehrt schrittweise zurück. Ländergrenzen öffnen allmählich wieder. Kann es wieder losgehen mit der internationalen Völkerverständigung und dem kulturellen Austausch? Was bedeutet Corona für die Städtepartnerschaften? Davon berichtet dieses Interview mit Monika Faber, der 1. Vorsitzenden des Lichtenfelser Städtepartnerschaftskomitees. es mit den Städtepartnerschaften Arricia (Italien), Cournon (Frankreich), Prestwick (Schottland) und Vandalia (USA, Ohio).

Frage: Liebe Frau Faber, können Sie uns einen kleinen Einblick geben, wie sich die Arbeit des Vereins in den vergangenen Wochen unter all den Herausforderungen, die eine Pandemie mit sich bringt, gestaltete? Monika Faber:

Es ist tatsächlich so: Ganz vieles ist abgesagt, da wir nicht verreisen können. Die diesjährige Fahrt nach Italien in der Pfingstzeit war lange geplant. 28 Personen waren für dieses Treffen unter Freunden in Arricia angemeldet. Die italienischen Gastfamilien und die Lichtenfelser Gäste waren voller Vorfreude. Aber so wie es uns mit diesen abgesagten Veranstaltungen geht, geht es derzeit ganz vielen.

„ Bei all den Veränderungen sehen wir aber auch, dass die Kontakte, die bereits vorher bestanden, durch Briefe, Emails und Videotelefonate aufrecht erhalten werden.“
Monika Faber, Partnerschaftskomitee

Erschwerend für unsere Vereinsarbeit kommt hinzu, dass wir auch vor Ort viele Veranstaltungen nicht abhalten dürfen, so zum Beispiel unsere monatlichen Kegelturniere oder auch das allseits beliebte Boule-Turnier. Für uns bedeutet das nun, den Kopf nicht hängenzulassen, sondern zu reagieren und umzuplanen: Wie aber werden wir im nächsten Jahr die einzelnen Besuche verteilen? Das ist schon eine kleine Herausforderung, denn die Städte besuchen sich ja immer im Wechsel und die einzelnen Gruppen sollten dann möglichst nicht gleichzeitig in der Pfingstzeit 2021 verreisen.

Der enge Austausch wird gepflegt

Bei all den Veränderungen sehen wir aber auch, dass die Kontakte, die bereits vorher bestanden, durch Briefe, Emails und Videotelefonate aufrecht erhalten werden. Daran kann selbst diese Pandemie nichts ändern. Wir bleiben in engem Austausch.

Was hat Sie in dieser von der Pandemie geprägten Zeit ganz besonders gefreut? Faber:

Eine Sache hat mich persönlich ganz besonders überrascht. Das Ganze kam durch einen Brief zustande. An Ostern schrieb ich all unseren Präsidenten der einzelnen Komitees, um uns auszutauschen zur aktuellen Situation der einzelnen Städte vor Ort, aber auch um unsere Programme auf einander abzustimmen. Die Präsidenten gaben die Grüße unseres Komitees an all ihre Mitglieder weiter. Auf diesen Brief hin meldete sich eine ehemalige Gaststudentin aus Frankreich bei uns. Sie schrieb mir, dass sie schwanger sei und im Herbst diesen Jahres ihr Kind erwarte. Ich war zutiefst gerührt von dieser schönen Nachricht.

Wie sieht Ihr Wunsch aus für die kommende Zeit und für die Arbeit des Städtepartnerschafts-Komitees? Faber:

Ich wünsche uns, dass wir gut durch diese Krise kommen, dass unsere Verbindungen weiterhin wachsen und unsere Freundschaft noch tiefere Wurzeln bekommt. Gerade jetzt, wo uns alle diese Pandemie beschäftigt, haben wir mit unseren internationalen Verbindungen eine sehr wichtige zwischenmenschliche Ebene, auf der wir uns austauschen können.

 

Monika Faber (li.) und Anna Schaller vom Städtepartnerschaftskomitee. Foto: Annette Körber

Ich glaube fest daran, dass genau diese Kontakte über die einzelnen Ländergrenzen hinaus für eine funktionierende und zukunftsfähige Völkerverständigung sorgen können. Und wenn Sie mich schon so konkret nach einem Wunsch fragen: Im Namen unseres Vereins würde ich mich sehr darüber freuen, wenn wir neue Mitglieder gewinnen könnten.

„Ich wünsche uns, dass wir gut durch diese Krise kommen, dass unsere Verbindungen weiterhin wachsen und unsere Freundschaft noch tiefere Wurzeln bekommt.“
Monika Faber, Städtepartnerschaftskomitee

Wir möchten weiter wachsen und auch besonders der jüngeren Generation diese Austauschmöglichkeit mit an die Hand geben. Vor allem an Schulen und in Familien sehe ich nach wie vor eine große Chance, zum Beispiel durch Brieffreundschaften fremde Sprachen und Kulturen kennenzulernen und zu vertiefen.

Letztendlich ist es genau dieses kleine Geflecht an persönlichen Beziehungen, das unser Zusammenleben bereichert und bunter macht. Genau das kann uns helfen, wenn die Welt um uns herum Kopf steht.

Solidarität stärkt uns alle

Die Solidarität mit unseren Partnerstädten, Gastfamilien und all den Freunden kann uns nur stärken. Dafür wünsche ich uns alles Gute.

Städtepartnerschaften

Nach den leidvollen Erfahrungen von zwei Weltkriegen im 20. Jahrhundert sollen Städtepartnerschaften helfen, den Frieden zu sichern und Völkerfreundschaften zu stärken. Die Partnerstädte von Lichtenfels sind: Prestwick (Schottland) seit 1974, Vandalia (USA, Ohio) seit 1975, Cournon (Frankreich) seit 1992, Arricia (Italien) seit 2004. Kontakt zur Vorsitzenden Monika Faber: Email: faber.monika1@gmx.de.

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