BENSHEIM/LICHTENFELS

Lichtenfelser sorgen für Durchblick

cbm
Christine (17) aus Kamerun wurde erfolgreich am Grauen Star operiert und kann wieder klar sehen.Comfort mussa/CBM Foto: Foto:

Wenn ein Mensch nach langer Zeit plötzlich wieder sehen kann, ist das wie ein Wunder. Solche Wunder haben die Bürgerinnen und Bürger von Lichtenfels allein im vergangenen Jahr 447 Mal bewirkt. Insgesamt 13 426 Euro haben sie an die Christoffel-Blindenmission (CBM) gespendet.

Mit diesem Geld, so schreibt die Hilfsorganisation, kann sie Menschen in Afrika, Asien und Lateinamerika Augenlicht schenken und 447 Operationen am Grauen Star vornehmen. Denn der Eingriff koste in den Projekten der CBM durchschnittlich 30 Euro, bei Kindern wegen der benötigten Vollnarkose 125 Euro. Das seien Beträge, die sich viele der Betroffenen in Entwicklungsländern nicht leisten können.

„Egal, wie stark ich blinzelte oder wie weit ich mein Auge geöffnet habe, meine Sicht war verschwommen.“
Christine, 17 Jahre, aus Kamerun

Laut der Pressemitteilung sind weltweit 17,1 Millionen durch Grauen Star erblindet, einer Trübung der Augenlinse. Um diese Trübung zu beseitigen, brauche es nur rund 15 Minuten. Unglaublich? Ein Arzt oder eine Ärztin und Menschen wie die 178 Spender in Lichtenfels können das Unglaubliche wahr machen.

Christine wurde immer abhängiger von der Hilfe anderer

So war es auch bei der 17-jährigen Christine aus Kamerun. Sie betete jeden einzelnen Tag für ein Wunder. Die junge Frau konnte seit ihrer Geburt nicht gut sehen. Ihre Mutter Ngono ging schon früh mit ihr zum Arzt. Dort wurde festgestellt, dass Christine Grauen Star hatte, aber die Ärzte verschrieben nur Augentropfen. „Egal, wie stark ich blinzelte oder wie weit ich mein Auge geöffnet habe, meine Sicht war verschwommen“, berichtete die junge Frau.

Ngono suchte weitere Ärzte mit ihrer Tochter auf. Wieder Augentropfen, Kontaktlinsen oder Brillen. „Irgendwann haben wir fast alle acht Monate die Linsen gewechselt“, erzählt die Mutter und gesteht auch, dass ein Großteil des Familieneinkommens dafür drauf ging. Besser sehen konnte Christine trotzdem nicht.

Im Gegenteil: Die junge Frau ging zwar zur Schule, ihre Noten jedoch wurden wie ihr Sehvermögen jedes Jahr schlechter – und Christine immer abhängiger von anderen. Sie brauchte Hilfe von Fremden beim Überqueren der Straße, die Mitschriften ihrer Klassenkameraden zum Lernen und ihre Familie, um den Alltag zu bewältigen.

Ein Wunder in Gestalt des CBM-geförderten Ärzteteams

Dann geschah das Wunder, das Christine sich so sehr gewünscht hatte. Sie traf auf Menschen, die ihr helfen konnten. Ein von der CBM-gefördertes Ärzteteam war in ihrer Region und klärte sie und ihre Mutter auf, dass ein chirurgischer Eingriff Christines Erblindung aufhalten, ja, sogar heilen kann.

Dank der Spenden kostete die Operation weniger als eine Sehhilfen

Kinder müssen eigentlich schon in frühen Jahren operiert werden, damit sie noch sehen lernen. Aber Christine hatte Glück: Die 17-Jährige wurde im Krankhaus operiert und kann trotz ihres Alters nach dem Eingriff klar sehen, der Schleier vor ihren Augen ist weg.

Dank der Spender der CBM hat die Mutter sogar weniger bezahlt als für manche Sehhilfe ihrer Tochter, sie lacht erleichtert. Und die junge Frau? Sie denkt schon an den nächsten Traum: Sie will viel lernen, um Augenärztin zu werden und um ganz vielen Menschen das Wunder zu schenken, das sie selbst erleben durfte. (red)

Christoffel-Blindenmission

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit mehr als 110 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 540 Projekte in 51 Ländern. Weitere Informationen unter www.cbm.de.

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Gewagter Vergleich mit Folgen
  2. Sebastian Alsdorf und das Paunchy Cats: Im Corona-Marathon
  3. VSG Burgkunstadt: Zwischen Sehnsucht und Hoffnung
  4. Corona-Tagebuch: Der Ring der Erinnerungen
  5. Neue Serie: Starten Sie ihr Corona-Projekt
  6. Corona-Tagebuch: Erschüttertes Mutterglück
  7. Corona-Tagebuch: Legeres Sitzen und Speiseeis
  8. Kristin Wolf: Bei ihr zählt die „Eine Welt“
  9. Corona-Tagebuch: Bärlauch macht glücklich
  10. Lichtenfelser Pfadfinder trotzen der Pandemie
  11. Corona-Tagebuch: Vergesslichkeit und Familienbande
  12. Femke Geelen: Nur so klappt es mit dem Umarmen
  13. Lisa Mareen Fischer neue Rangerin im Frankenwald
  14. Oberfranken Offensiv: Um junge Neubürger werben
  15. Corona-Tagebuch: Die Sache mit dem Erwachsenwerden
  16. Corona-Tagbuch: Schlumpfblauer Beethoven als Andenken
  17. Uni Bayreuth: Die Forschung ist reif für die Insel
  18. KBM Sigrid Mager: Klares „Ja“ zum Impfen
  19. Corona-Tagebuch: Geschäftskontakt beim Geschäfte verrichten
  20. Christen in Altenkunstadt: Netzwerken für mehr Inklusion
  21. Holger Then: Am Impfen führt kein Weg vorbei
  22. Corona–Tagebuch: „Steffi anrufen!“
  23. Nina Hofmann: Start im Rolli ins Berufsleben
  24. Frank Gerstner: Miteinander statt übereinander
  25. Norbert Jungkunz: Seelsorge auf Sicht
  26. Marion Warmuth: Nur gemeinsam schaffen wir es
  27. Denise Felsecker: „Corönchen richten – weitermachen!“
  28. Louis Bernert: Sani werden, gerade wegen Corona
  29. Andreas Hügerich: Gemeinsam und solidarisch
  30. Corona-Tagebuch: Falsche Abzweigung in die Damen-Toilette
  31. OT-Redakteur Frank Gorille: Plötzlich ist man positiv
  32. Martina Hößel: Corona die Stirn bieten
  33. Corona-Tagebuch: Schlaflos in Lichtenfels mit Salsa
  34. Thomas Krauß: Minderheit will es nicht verstehen
  35. Corona-Tagebuch: Last-Minute und Sparsamkeit
  36. Kita Seubelsdorf: Test, Kinderlachen und Quarantäne 2.0
  37. Corona-Tagebuch: Die Maske, Gottvertrauen und ein Gebet
  38. Professor Matthias Drossel: Impfen schon allein aus Respekt
  39. Faktencheck: mRNA-Impfstoffe verändern Gene nicht
  40. Corona-Tagebuch: Letzter Abschied mit Schnittblumen
  41. Bamberg: Posthalle wird zum Raum für Kultur
  42. Sebastian Dorsch: Bereit für den Piks sein
  43. Horst Habermann: Durchs Impfen zur Normalität
  44. Corona-Tagebuch: Aussicht, Freiheit und ein Milchshake
  45. Ein kleiner Pieks, der viel hilft
  46. Freude über Lockerungen in BRK-Altenheimen
  47. Corona-Tagebuch: Richtige fette Überraschung
  48. Der heiß ersehnte Impftermin von Corinna Tübel
  49. Tag des Buchs: Am Obermain ist sogar ein Hund dabei
  50. Frank Schmitt: Zusammenhalt ist jetzt wichtig

Schlagworte