LICHTENFELS

Lichtenfelser Pfadfinder trotzen der Pandemie

Sarah Reißenberger ist Leiterin der Biberstufe bei den Pfadfindern. Foto: DPSG

Der Folgen der Pandemie treffen auch die Jugendarbeit hart. Ein Jahr ist für ein Kind und einen Jugendlichen in der Entwicklung eine lange Zeit. Sara Reißenberger engagiert sich als Leiterin in der Biberstufe. Biber, dass sind Kids im Kindergartenalter. Sie berichtet, wie die Pfadfinder das beste aus der Situation machen.

„Kann die Jugendarbeit auch in Zeiten von Lockdown und Pandemie funktionieren? Diese Frage stellten sich nicht nur viele, die in der Jugendarbeit tätig sind, sondern wir, die Leiter im Pfadfinderstamm Andechs Meran Lichtenfels, in dem ich die Biberstufe leite.

Ich bin Sarah Reißenberger, 22 Jahre jung, und will diese Frage mir selber als Person und als Leiterin beantworten. Als Leiterin gehört es nicht nur zu meiner Aufgabe, Kindern ein Stück Alltag zurück zu zugeben, sondern auch zu unseren Pflichten.

Jugendarbeit lag erst einmal auf Eis

In der Anfangszeit lag die Jugendarbeit auch in meinem Stamm auf Eis. Doch wir haben uns nicht damit zufriedengegeben und versucht das Rad wieder in Schwung zu bringen.

Sarah Reißenberger ist Leiterin der Biberstufe bei den Pfadfindern. Foto: DPSG

Mir gingen dabei Gedanken durch den Kopf wie: Wie sollen wir das schaffen? Wie soll ich das schaffen? Wie kann ich den Kinder Gruppenstunden nahebringen? Geht das überhaupt – Pfadfinder ohne persönlichen Kontakt?

Letztendlich kam ein Gedanke der änderte viel. Wir tun es nicht für uns, sondern für die Kinder, die ein Recht auf einen normalen und freizeitaktiven Alltag haben.

Zunächst verliefen meine Gruppenstunden so, dass wir Aufgaben über die Gruppenchats verteilten. Beispielsweise Bilder, Mandalas oder auch einfach Rätselfragen, um wenigstens die Kinder aus dieser komplizierten Zeit zu ziehen.

Persönlich Biber besucht

Auch fuhr ich so manche Gruppenstunde persönlich zu unseren Bibern. Nicht immer einfach, doch für mich eine Tat, den Kindern Abwechslung in ihren Lockdown zu bringen.

Dann kam mir ein neuer Gedanke. Sind unsere Kleinsten im Stamm vielleicht auch schon für neue Medien bereit? Nach Rücksprache mit den Eltern wurde diese Idee in die Tat umgesetzt. Und mit der entsprechenden Technik, die nicht immer so will wie ich, da so manches Mal der Teufel im Detail steckt, gingen meine Gruppenstunden Online. Es wurde angefangen Pakete mit den Materialien der Gruppenstunden zu packen, um diese dann den Kindern nach Hause zu bringen. Ich spürte und sah wie glücklich und ausgeglichen die Kinder waren. Was bei meinen Online-Gruppenstunden funktioniert hat: Wir haben Mäppchen und Tassen bemalt. Vogelfutter Rollen gebastelt, den Pflanzenkreislauf kennen gelernt. Knete und Salzteig hergestellt. Herbst Bilderrahmen gestaltet, Kalender bemalt und vieles mehr.

Ein Lächeln als Dankeschön

Das Rad läuft mit Schwung weiter und weiter, es blieb nicht stehen. Die Gedanken, die Zweifel, die Ängste liefen aber auch weiter. Es war so manches Mal schwer meine Ängste und Zweifel nicht zu zeigen. Doch was mich dazu bewegt hat, in dieser Zeit nicht aufzugeben, waren die strahlenden Augen und das Lächeln der Kinder, die ich durch die Kameras auf meinem Bildschirm sehe und die begeisterten Stimmen ,meiner' Biber. Auch das Lob, die Anerkennung und die Dankbarkeit der Eltern gegenüber meiner undcalenc damit unserer Arbeit bei den Lichtenfelser Pfadfindern.

Ich wusste wie gesagt am Anfang nicht wie ich diesen Weg gehen sollten. Doch durch Gespräche und den Austausch in unseren Online-Leiterrunden, weiß ich es jetzt.

Nur gemeinsam ist es zu schaffen

Und noch etwas ist ganz wichtig: Ich gehe ihn nicht alleine, sondern, werde von den Kindern mit den Eltern an der Hand begleitet und habe den Rückhalt in unserem Stamm.

Auf die Frage nochmal zurück zu kommen, ob die Jugendarbeit so funktionieren kann.

Meine Antwort ist ein Ja, ein Ja für unsere Kinder. Gemeinsam schaffen wir das. Wir sind hier. Wir bleiben stark

Und unser nächstes großes Stammesevent ist die Challenge im Stamm zum Georgstag. Als Georgspfadfinder kämpfen wir gegen die Drachen unserer Zeit mit Gemeinschaft – Vertrauen – Spiel – und Spaß.“

 

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