LICHTENFELS

Lichtenfelser Feuerwehren mit Alltagsmaske zu Brandeinsätzen

Ein simulierter Dachstuhlbrand an einem landwirtschaftlichen Anwesen wurde in Burkheim im Rahmen einer früheren Feuerwehraktionswoche gelöscht. Foto: ARchiv-Dieter Radziej

Eigentlich sollten in dieser Woche im ganzen Landkreis Feuerwehrübungen stattfinden, um Mitglieder zu werben. Der Landesfeuerwehrverband Bayern veranstaltet dafür jährlich die sogenannte Feuerwehraktionswoche. Wegen der Corona-Pandemie hat der Kreisfeuerwehrverband nun alles abgesagt. Dies hat auch Folgen für die örtlichen Wehren. „Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor noch nie dagewesene Herausforderungen“, berichtet Kreisbrandmeister Markus Witzgall. Vom 11. bis 20. September sollte die Arbeit der Feuerwehren außerhalb von Realeinsätzen durch entsprechende Schauübungen vorgeführt und über die vielfältigen Aufgaben informiert werden. Corona macht den Brandschützern jedoch einen Strich durch diese Rechnung. Denn in diesem Jahr werden voraussichtlich auch keine größeren Übungen abgehalten, bei denen mehrere Organisationen zusammentreffen. „Das ist nicht schön, aber zum Schutz der Einsatzkräfte unvermeidlich“, meint Witzgall.

„Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor noch nie dagewesene Herausforderungen.“
Markus Witzgall, Kreisbrandmeister

„Viele Feuerwehren sind bereits digital sehr gut aufgestellt, betreiben eigene Internetauftritte und pflegen Social-Media-Kanäle“, erzählt er. So können die Wehren auch in Zeiten der Kontaktbeschränkung mit Interessenten in Verbindung bleiben. „Das persönliche Gespräch mit potenziellen Neumitgliedern ist ja darüber hinaus auch durchaus wieder möglich“, so der Kreisbrandmeister. Die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren sei natürlich gewährleistet. „Wir freuen uns aber immer über neue Mitglieder; Männer und Frauen, die in die Feuerwehr eintreten. Genug freiwillige Helfer kann es ja fast nicht geben“, sagt Witzgall.

Auch im Einsatz gelten die Abstands- und Hygieneregeln. Der Landesfeuerwehrverband Bayern sowie das Staatsministerium des Innern haben Empfehlungen für die Wehren veröffentlicht. „Die Kameradinnen und Kameraden rücken mit Alltagsmaske aus und nach den Einsätzen werden alle Kontaktflächen an Fahrzeugen und Geräten desinfiziert“, erklärt der Kreisbrandmeister. Falls sich dennoch ein Kamerad infizieren sollte, werden die Kontakt- und Infektionsketten nachvollzogen und die entsprechenden Personen müssten sich in Quarantäne begeben. „Das wäre im Bereich der Feuerwehr natürlich fatal, da so unter Umständen eine ganze Feuerwehr in Quarantäne müsste.“

Mit Sicherheitsabstand und Desinfektionsmittel

Einen Schwerpunkt einer Übung im Rahmen der Feuerwehraktionswoche bildete bei der Porzellanfabrik Nehmzow die Personenre... Foto: Archiv-Dieter Radziej

Deshalb wird seit Monaten nur unter entsprechenden Einschränkungen ausgerückt und geübt. Das bedeutet eine Reduzierung der maximalen Personen je Übung und natürlich die Einhaltung der bekannten Hygieneauflagen. „Es sind aktuell Übungen mit bis zu zehn Personen wieder möglich.“ Natürlich unter Beachtung der Abstands- und Hygieneregeln.

Geplant war, ab Mitte September wieder zu einem mehr oder weniger normalen Übungsbetrieb zurückzukehren. Die aktuelle Entwicklung der Fallzahlen lasse dies allerdings noch nicht zu. „Das ist aber immer noch besser als zu Beginn der Maßnahmen, als der Übungsbetrieb ja vollständig zum Erliegen gekommen war“, erinnert sich Witzgall. Auch die staatlichen Feuerwehrschulen waren komplett geschlossen. Inzwischen finden einige Lehrgänge dort wieder statt.

„Für den Landkreis Lichtenfels haben wir uns in der Kreisbrandinspektion darauf verständigt, bis zum Jahresende keine Präsenzlehrgänge durchzuführen. Hier kann zumindest teilweise auf Online-Schulungen zurückgegriffen werden“, berichtet er. Einige Feuerwehren hatten auch bereits in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen auf dieses Medium zurückgegriffen und gute Erfahrungen damit gemacht.

Den Feuerwehrvereinen fehlen ohne Feste die Einnahmen

Mit landwirtschaftlichen Gespannen wurde das Löschwasser zum angenommenen Brandort geschafft. Während des Befüllens erfo... Foto: Archiv-Ingrid Kohles

„Für die Feuerwehrvereine ist es genauso schwierig wie für alle anderen Vereine auch: Größere Feste, die ja auch Einnahmen für die Vereine darstellen, werden bis zum Jahresende nicht stattfinden“, bedauert Witzgall. So mussten auch große Feuerwehrjubiläen in diesem Jahr abgesagt oder auf das kommende Jahr verschoben werden: „Gerade hier ist es natürlich umso ärgerlicher, da ja die Planungen meist schon einige Jahre vorher angelaufen sind“. Die Abhaltung von Jahreshauptversammlungen war eine Zeit lang gar nicht, inzwischen unter Auflagen wieder möglich. So können auch keine turnusmäßigen Vorstandswahlen stattfinden, da vielerorts die für die Personenzahlen benötigten Räumlichkeiten nicht verfügbar sind.

„Im Bereich der Kinderfeuerwehren finden aktuell noch keine Treffen statt. Die Jugendfeuerwehren haben den Übungsbetrieb teilweise wieder aufgenommen“, berichtet Witzgall.

Einen Schwerpunkt einer Übung im Rahmen der Feuerwehraktionswoche bildete bei der Porzellanfabrik Nehmzow die Personenre... Foto: Archiv-Dieter Radziej
Mit landwirtschaftlichen Gespannen wurde das Löschwasser zum angenommenen Brandort geschafft. Während des Befüllens erfo... Foto: Archiv-Ingrid Kohles

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