LICHTENFELS

Lichtenfelser Caritas wählt einen Aufsichtsrat

Lichtenfelser Caritas wählt sich einen Aufsichtsrat
Satzungsänderung und Wahlen beim Caritas-Kreisverband (v. li.): Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Günter Dippold, Vorstandsvorsitzender Gerhard Mahr mit Ehefrau Barbara, Aufsichtsratsmitglied Dekan Lars Rebhan und Geschäftsführer Thomas Geldner. Foto: Alfred Thieret

Der Caritasverband für den Landkreis Lichtenfels hat in der katholischen Kirche Sankt Michael in Redwitz die Mitgliederversammlung 2020 des Caritasverbandes für den Landkreis nachgeholt. Ihr ging unter der Leitung des bisherigen Vorsitzenden Prof. Dr. Günter Dippold eine außerordentliche Mitgliederversammlung voraus, die die Beschlussfassung einer neuen Satzung zum Ziel hatte.

Im Wesentlichen wurde mit einem Aufsichtsrat ein neues Organ eingeführt. Der Vorstand kann künftig aus zwei bis drei Mitgliedern bestehen, wobei die hauptamtliche Geschäftsführung vom Aufsichtsrat bestellt und die ehrenamtlichen Vorstandsmitglieder von der Mitgliederversammlung gewählt werden. Die Satzungsänderung wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen.

„Meilenstein“, Jugendsozialarbeit, Integrationsberatung, Jobcenter

Noch als Geschäftsführer in der Stellung eines Angestellten des Caritasverbandes trug Thomas Geldner den Jahresbericht des Caritas-Kreisverbandes für das Jahr 2019 vor. Mit der Satzungsänderung und der Eintragung ins Vereinsregister werde sich aber die Stellung des Geschäftsführers als Mitglied des Vorstands maßgeblich ändern, erläuterte Geldner, ehe er auf einige wichtige Abteilungen der Caritas einging.

So wurden bei dem im Bereich der allgemeinen sozialen Beratung angesiedelten Projekt „Meilenstein“ 118 straffällige junge Menschen betreut, die 4195 Sozialstunden ableisteten. Zusätzlich konnten 19 Personen von einer Kooperation mit dem Jobcenter profitieren. Ebenfalls als Teil der sozialen Beratung leistete die Flüchtlings- und Integrationsberatung gleich 441 Mal Hilfe in Problemlagen, während die Jugendsozialarbeit in 750 Fällen tätig wurde.

Erziehungsberatung, Horte und Sozialstationen

Die Mitarbeiter der Erziehungsberatung, deren Leiter Albert Kempf 2019 in den Ruhestand ging und dem Nikolas Auer nachfolgte, halfen in 555 Fällen bei Erziehungsfragen und Familienkonflikten, frühkindlichen Problemen, Entwicklungsauffälligkeiten oder psychosomatischen Symptomen. Auch 2019 sei der Bedarf an Hortplätzen sehr hoch gewesen, unterstrich Geldner. So betreute die Caritas im Hort der Dr.-Roßbach-Grundschule 84 Kinder, im Adam-Riese-Kinderhort in Bad Staffelstein 88 Kinder und im Kinderhort Lautergrund in Uetzing 20 Kinder.

Die größten Einrichtungen seien natürlich die Sozialstationen an den drei Standorten in Lichtenfels, Burgkunstadt und Bad Staffelstein, betonte Thomas Geldner. Neben den klassischen Aufgaben der Behandlungspflege und der Pflege versorgte die Caritas viele Menschen mit hauswirtschaftlichen Diensten und übernahm Betreuungsleistungen. Dabei erwiesen sich die Horte und vor allem die Sozialstationen als finanzkräftige Einrichtungen, ohne die die defizitären Einrichtungen nicht zu stemmen wären.

Großes Lob für die 190 Mitarbeiter der Caritas im Landkreis

Abschließend lobte Thomas Geldner die Professionalität, mit der die 190 Mitarbeiter auftretende schwierige Situationen meistern. Sie sehen täglich die Nöte der Menschen in vielfältiger Form und sie helfen entsprechend dem Caritas-Motto „Not sehen und handeln“, hob Geldner anerkennend hervor.

Nachfolgend stellte Verwaltungsleiter Philipp Gernlein die Haushaltsrechnungen 2018 und 2019 vor. Für das Jahr 2018 habe sich ein Überschuss von 194 500 Euro ergeben, ein sehr gutes Ergebnis für einen Wohlfahrtsverband, wie er feststellte. Der Fehlbetrag von 605 600 Euro für das Jahr 2019 sei durch die erstmalige Einbeziehung der Rückstellungen für Überstunden entstanden; ohne diese Maßnahme hätte sich ein Plus von 151 600 Euro ergeben.

Als Hauptausgabeposten erwiesen sich die Personalkosten, die stärker stiegen als das Umsatzwachstum, da sich die Pflegeentgelte schleppender als die tariflichen Leistungen erhöhten.

Ein ehrenamtlicher und ein hauptamtlicher Geschäftsführer

Die anstehende Wahl des ehrenamtlichen Vorsitzenden erfolgte nach der neu beschlossenen Satzung, deren Modalitäten zunächst der bisherige Vorsitzende Prof. Dr. Günter Dippold erläuterte. So habe sich der Vorstand im Vorfeld darauf verständigt, einen ehrenamtlichen und einen hauptamtlichen Geschäftsführer zu küren. Die Wahl des hauptamtlichen Geschäftsführers obliege dem noch zu bestimmenden Aufsichtsrat und sei deshalb nicht Gegenstand der Versammlung. Auf der Tagesordnung stehe die Wahl eines ehrenamtlichen Mitgliedes.

Die Wahl erfolge auf die Dauer von fünf Jahren, eine dreimalige Wiederwahl sei möglich. Prof. Dippold schlug für das Amt des ehrenamtlichen Vorstandsmitgliedes Gerhard Mahr aus Isling vor, der dann entsprechend der Satzung auch automatisch Vorstandsvorsitzender sein wird. Mahr, der unter anderem als langjähriger Kirchenpfleger der Pfarrei Isling bekannt ist, erhielt das einstimmige Votum der anwesenden Mitglieder des Kreiscaritasverbandes.

Wer in den Aufsichtsrat gewählt wurde

Ein Vorschlag aus der Versammlung, ein zweites ehrenamtliches Vorstandsmitglied in der Mitgliederversammlung 2021 zu wählen, erhielt ebenfalls einhellige Zustimmung. Diese findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Der bisherige Vorsitzende Prof. Dr. Günter Dippold und der bisherige 2. Vorsitzende, Dekan Lars Rebhan, wurden einstimmig, der ehemalige Pastoralreferent Peter Lachner und Anja Hülsemann bei einer Gegenstimme in den Aufsichtsrat gewählt. Zwei weitere Mitglieder kann noch der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg nach Anhörung des Vorstands des Verbandes ernennen. Die maximal mögliche Besetzung des Aufsichtsrats liegt bei neun Mitgliedern. Die Mitgliederversammlung stimmte auch dem Vorschlag zu, dass ein Mitglied der Mitarbeitervertretung in beratender Funktion dem Aufsichtsrat angehören darf.

Zum Schluss der Versammlung überreichte Thomas Geldner dem ausscheidenden Vorstandsmitglied Barbara Mahr, der Ehefrau des neu gewählten Vorstandsvorsitzenden, ein Blumenpräsent.

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