LICHTENFELS

Lichtenfels soll klimaneutral werden

Auch wenn der Himmel etwas grau ist, macht die neue Flechtfigur auf dem Sims in der Mauergasse eine gute Figur. Foto: Stefan Lommatzsch

Aus Politikerkreisen selten zu vernehmende Worte waren in der Sitzung des Lichtenfelser Bauausschusses von Christian Barth (JB) zu hören, als es um den Antrag der Fraktion der Jungen Bürger ging, die Vision 2030 um das Ziel der Klimaneutralität zu erweitern. Barth räumte unumwunden ein, dass er früher eine andere Position zu diesem Thema vertreten habe, sich seine Meinung aber grundlegend geändert hat. Er habe die Anregung der Bürgerinitiative für ein klimaneutrales Lichtenfels aufgenommen und fasste zusammen: „Bei diesem Thema ist in Lichtenfels in der Vergangenheit etwas schiefgelaufen, das müssen wir korrigieren, und deshalb sollten wir dieses Ziel in die Vision 2030 aufnehmen. Jeder Beitrag zählt an dieser Stelle.“ Er betonte aber auch, dass es gelingen muss, die breite Bevölkerung hinter diesem Ziel zu versammeln und dadurch nicht etwa eine Spaltung zu befördern.

„Bei diesem Thema ist in Lichtenfels in der

Vergangenheit etwas

schiefgelaufen, das müssen

wir korrigieren, und deshalb sollten wir dieses Ziel in die Vision 2030 aufnehmen.“

Christian Barth, Junge Bürger

In dem Antrag der Jungen Bürger wird unter anderem gefordert, Leuchtturmprojekte in den Bereichen Energieautarkie und regenerative Energien zu forcieren und bis 2025 mindestens 51 Prozent des von den städtischen Einrichtungen benötigten Stroms selbst zu erzeugen. Dafür sollen finanzielle Mittel in den kommenden Haushaltsperioden zur Verfügung gestellt werden. Andererseits könnten durch den Antrag die Kosten eines durch die Bürgerinitiative anvisierten Bürgerentscheids eingespart werden.

Bürgermeister Andreas Hügerich teilte mit, dass sowohl er als auch die Stadtverwaltung den Antrag unterstützen. Dies sahen auch die anderen Fraktionen so, der Antrag wurde einstimmig angenommen. Erste Maßnahmen sollen im ersten Quartal des nächsten Jahres angegangen werden.

Höhere Förderung für Regenwasserzisternen

Auch beim nächsten Punkt ging es um den Themenkomplex „Umwelt- und Klimaschutz“, konkret um die Förderung von Regenwasserzisternen im Sinne der Vision 2030. Bisher gab es für den Einbau einer Zisterne seitens der Stadt lediglich eine Förderung von zehn Prozent, maximal jedoch 128 Euro. Angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahren nur sechs Förderanträge gestellt wurden, schlug die Stadtverwaltung nun vor, dieses Föderprogramm attraktiver zu gestalten.

Die Stadt gewährt laut einstimmigem Beschluss nun künftig bei der Neueinrichtung einer unterirdischen Zisterne einen Zuschuss in Höhe von 15 Prozent der Kosten, maximal jedoch 500 Euro. Zudem wird für den Umbau ehemaliger Dreikammerklärgruben zu Zisternen nun ein Zuschuss von 300 Euro gewährt. Eine rückwirkende Förderung ist jedoch nicht möglich.

Einstimmig angenommen wurde auch der Bauantrag zum Umbau und der Erweiterung am Marktplatz 10 zur Stadtbücherei.

Vorerst nur mit „30“ über die Frankenbrücke

Eingangs der Sitzung informierte der Bürgermeister, dass die Übergangskonstruktionen der Frankenbrücke nun erst im März 2022 ausgetauscht werden. Es gebe Lieferschwierigkeiten bei den benötigten Materialien, und so würde sich der ursprünglich geplante Termin von Mitte Oktober bis 21. Dezember um drei Wochen nach hinten verschieben.

Dadurch sei eine ordentliche Bauausführung aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht mehr garantiert. In der Zwischenzeit gelte auf der Frankenbrücke nun eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Kilometern pro Stunde.

Ampelanlage an der Köstner Kreuzung modernisiert

Gute Nachrichten gab es hingegen zur Ampelanalage an der Köstner Kreuzung, die vor allem in den vergangenen Wochen immer wieder nicht funktionierte und repariert werden musste. Dies wurde allerdings immer schwieriger, da Ersatzteile für die Anlage – die älteste im Stadtgebiet – nur noch sehr schwierig aufzutreiben sind. Die Ampelanlage wurde daher nun kurzfristig modernisiert. Dabei wurden neben neuen LED-Signalgebern auch die Schaltung an die Verkehrsflüsse angepasst.

Weiter informierte er, dass die Weidenfiguren in der Stadt Zuwachs bekommen haben. So schmückt nun ein Mädchen mit einem Ballon das alte Wehrgangspodest in der Mauergasse. Die Figur stammt von Irmgard Wissing.

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