LICHTENFELS

Lichtenfels: Im Paunchy Cats rockt es wieder

Sebastian Alsdorf ist der Paunchy-Chef. Endlich kann er es wieder rocken lassen. Foto: red

„Paunchy Cats“ hat als Szene-Location Klang und Namen. International bekannte Musiker und Bands gab es in der Atmosphäre eines kleinen Clubs zu hören. Dann kam mit der Pandemie die Stille. Jetzt freut sich Eigentümer Sebastian Alsdorf, dass es wieder rockt. Aber Herausforderungen bleiben. Die Pandemie ist noch nicht vorbei.

„Wir haben den 5. November 2021, exakt 22.39 Uhr, und ich sitze ein weiteres, hoffentlich letztes Mal hier und versuche unsere Corona-Odyssee für OTverbindet aufzuschreiben. Seit Anfang Oktober ist unser Paunchy Cats zurück. Wir haben wieder geöffnet!

Endlich wieder Erleichterung gespürt

Wenn ich den letzten Monat Revue passieren lasse, kommt mir als Erstes Erleichterung in den Sinn. Erleichterung, da wir auf einmal wieder ein Einkommen haben und alle Bedenken des Neustarts, vorerst zur Ruhe gekommen sind. Wir wurden fast ein bisschen überrumpelt mit der Nachricht ,Ab 1. Oktober dürft ihr wieder'. Klar war die Freude erstmal groß, allerdings waren die Fragezeichen mindestens genau so groß.

Unter welchen Bedingungen wird es uns gestattet sein zu öffnen? Wird es moralisch für uns vertretbar sein, Leute gegebenfgalls abzuweisen? Wie kontrolliert man den Einlass von Beginn an? Wo bekommen wir jetzt in der Kürze ein funktionierendes Team her? All dies und vieles mehr waren Fragen, die uns tatsächlich bis heute beschäftigen.

Lange Schlange vor dem Paunchy Cats

Wir entschlossen uns für die 3G-Regeln (Getestet, Geimpft, Genesen), um somit so vielen wie möglich die Chance auf eine ,normale Realität', wie wir sie kannten, zu ermöglichen. An den ersten Abenden standen die Leute schon 30 Minuten vor Öffnung Schlange. Das Wiedersehen mit alten Stammgästen war fantastisch.

Eine ehemalige Korbflechterin kam extra aus dem Ruhrgebiet angereist, um die Eröffnung mitzuerleben, Sie fuhr in derselben Nacht wieder zurück. Wahnsinn! Wir haben uns dafür entschieden, mit Luftwendeanlage und verschiedenen Luftfilteranlagen die Luft so gut wie möglich zu tauschen, zu reinigen. Auch wenn das futuristische Design der Anlagen nicht mit dem rustikalen Ambiente des Paunchy Cats harmoniert, haben sich unsere Gäste doch recht schnell an den Anblick gewöhnt und waren alle auch positiv unseren Maßnahmen gegenüber gestimmt.

Das Nachtleben war spätestens 22 Uhr wieder zu spüren, je später die Stunde, um so pulsierender war die Atmosphäre. So viele glückliche, strahlende, singende und sich auch umarmende Menschen habe ich seit März 2020 nicht mehr gesehen. Auch wenn die noch andauernde Pandemie für mich dem Ganzen immer einen leichten Beigeschmack mit gibt, fühlt es sich dennoch richtig an, die Freude und Gelassenheit wieder zu sehen.

Bekannte sind tödlich an Corona erkrankt

Wie schon vorher einmal erwähnt, habe ich verschiedene Bekannte und Freunde durch diesen Virus sterben sehen und bin daher sehr vorsichtig und so behutsam wie möglich, an die Sache heran gegangen. Die Gesundheit des Teams und unserer Gäste ist weiterhin oberste Priorität. Weiterhin freue ich mich sehr darüber, dass es uns wieder möglich war, auch anderen zu helfen. Nach dem letzten Sturm wurde das Tierheim schwer beschädigt und wir haben eine Benefizveranstaltung zu Gunsten des Tierheims veranstaltet.

Das Geld soll den Wiederaufbau unterstützen. Seit letztem Wochenende gilt nun die 2G Regel bei uns. Wie sich diese auf den Besuch auswirken wird, zeigt sich dann im November.

Ich blicke zuversichtlich auf das Jahr 2022 und habe angefangen wieder Bands zu buchen. Das wohl erste Konzert findet knapp zwei Jahre nach unserer Zwangspause, am 15. Januar statt. Hier werden wir The Quill aus Schweden zu Gast haben. Unsere Events bisher waren bis auf eines auch immer gut besucht. Die Leute halten sich im Großen und Ganzen an die Vorgaben. Es gibt immer schwarze Schafe, die es versuchen sich irgendwie an der Einlasskontrolle vorbei zu schummeln, aber dafür steht nun bei uns ein Türsteher von Anfang an. Es gibt auch Leute, die an der Tür erst registrieren, dass wir sie tatsächlich abweisen müssen. Hier ist dann natürlich der Unmut aber auch die Enttäuschung spürbar. Das tut uns sehr Leid aber ändern können wir es nicht.

Gemeinsam die Pandemie überwinden

Unser Ziel, wie dass von allen anderen, sollte weiterhin lauten, eine Welt anzustreben, in der keiner mehr seinen Gesundheitszustand oder ähnliches preisgeben muss, um kulturelle Veranstaltungen zu besuchen. Dies schaffen wir nur gemeinsam. Daher ist es meiner Meinung nach weiterhin wichtig, solidarisch diesen Virus zu bekämpfen und Menschen zu schützen! Jeder auf seine Weise, jeder so gut wie er kann, aber trotzdem zusammen!

Jetzt hoffe ich inständig, dass dies mein letzter Beitrag aus dem Paunchy Cats-Corona-Tagebuch war und meine Beiträge irgendwann in Vergessenheit geraten, weil die Zeitung von morgen, übermorgen auch nur noch die Nachrichten von gestern sind.“

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Nächtliche Lichter und Eierlikör
  2. Ausflug nach Bad Steben: Auf zur „Schönen Aussicht“
  3. Corona-Tagebuch: Hosenmatz im Drahtverhau
  4. Contest: Wer will die Kronacher Festung rocken?
  5. Corona-Tagebuch: Von Souveränität und deftigen Worten
  6. Mit 9 Euro-Ticket nach Bayreuth: Schlösser und Dinosaurier
  7. Corona-Tagebuch: Endstation Heiserkeit
  8. Tanja Langbein hilft von Bad Staffelstein aus der Ukraine
  9. Corona-Tagebuch: Gegenseitige Unerklärlichkeit
  10. Lieder auf Banz 2023: Mit Rock–Legende aus dem Osten
  11. Endlich Schulkind! Oder doch Wehmut?
  12. Corona-Tagebuch: Eine Auskunft, auf die jeder wartet
  13. Corona-Tagebuch: Schöne Männerbeine
  14. Schloss Thurn: Mit dem 9 Euro-Ticket zu tapferen Rittern
  15. Corona-Tagebuch: Zauberhafte Ehrlichkeit
  16. Brauereiwanderweg: 9 Euro Ticket! Darauf ein Bier!
  17. Corona-Tagebuch: Auf den Zahn gefühlt
  18. Bamberg für Gipfelstürmer und Leichtmatrosen
  19. Corona-Tagebuch: Der Mond über der Wüste
  20. 9-Euro-Ticket: Wanderung auf dem Pfad der Flechtkultur
  21. Corona-Tagebuch: Das liebenswerte einfache Leben
  22. IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner verabschiedet
  23. Sprachbarrieren überwinden - bei der VHS Coburg
  24. Corona-Tagebnuch: Mamas „Wattepatronen“
  25. Wandern mit 9-Euro-Ticket: Start am Lichtenfelser Bahnhof
  26. Corona-Tagebuch: Berliner Weiße gegen Leberkäs
  27. Oliver Wings ist neuer Leiter des Naturkunde-Museums Bamberg
  28. Coburger Professor forscht zu New Work
  29. Spannung im Maislabyrinth in Kösten
  30. Corona-Tagebuch: Lieber mit Kind - oder mit Hund?
  31. Corona-Tagebuch: Glaube, Liebe und Hoffnung
  32. Mit dem 9-Euro-Ticket zur Plassenburg
  33. Corona-Tagebuch: „Lady Jane“ als Klingelton
  34. Neue Broschüre in Leichter Sprache für Franken und Oberpflaz
  35. Oberfränkische Gewässer im Stress
  36. Dr. Al-Khatib vom Bezirksklinikum Obermain über Ängste
  37. Corona-Tagebuch: Udo L. grüßt am Urinal
  38. Neunstachlige Stichlinge in Hallstadt gerettet
  39. Kinderbuchstabensuppe: zuhause die Welt entdecken
  40. Corona-Tagebuch: Wie das Große und das Kleine zusammenhängt
  41. Lernwerkstatt des Bezirks bietet ein Ferienprogramm an
  42. Corona-Tagebuch: „Am Montag ist wieder Pension“
  43. Kunst für Grundschulkinder und Spaß auf der Veste Coburg
  44. Corona-Tagebuch: Fahrfehler und FFP2-Maske
  45. Jubiläumswanderung von Zapfendorf nach Kirchschletten
  46. Renate Hölzl nutzt ihre Chance im Kindergarten in Weismain
  47. Corona-Tagebuch: Es ist noch viel ernster
  48. Corona-Tagebuch: Markus Häggberg ärgert sich
  49. Abschied von Weihbischof Herwig Gössl bei der Caritas
  50. Wissenschaftstag am 29. Juli in Coburg

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