LICHTENFELS/KLOSTER BANZ

Lichtenfels: eine Kreisrätin und vier Kreisräte geehrt

Für ihr langjähriges Engagement im Kreistag ehrte Landrat Christian Meißner (re.) Helmut Fischer, Walter Mackert, Monika Faber und Heinz Petterich (v. li.). Foto: Annette Körber

Eine Mammutsitzung erwartete die Kreisrätinnen und Kreisräte am Montag in Kloster Banz: FADZ und S-Bahn-Ausbau standen genauso auf der Tagesordnung wie Sachstandsberichte zu B 173 und Regiomed. Landrat Christian Meißner begann aber mit der Auszeichnung verdienter Gremiumsmitglieder.

Schon in der April-Sitzung hatte der Landrat sechs Personen die Ehrenmedaille des Landkreises übergeben. Damals war Robert Gack verhindert. Er erhielt die Ehrung – die einzige, die der Landkreis vergibt – nun nachgereicht. Der Kreisrat a. D. bekam die Würdigung für seinen kommunalpolitischen Einsatz: 24 Jahre engagierte er sich im Kreistag, dazu in verschiedenen Ausschüssen und Gremien des Kreistages, seit 1990 sitzt er auch im Stadtrat von Lichtenfels.

Meißner nutzte die Gelegenheit, um eine weitere Auszeichnung nachzuholen. Normalerweise werden die „Jubilare“ unter den Kreistagsangehörigen in der Jahresschlusssitzung geehrt. Da diese Corona-bedingt 2020 ausfiel, übergab er jetzt die Urkunde an Monika Faber für 30 Jahre Mitarbeit im Kreistag. Winfried Ernst war verhindert. Die Jubilare von 2021 würdigte Meißner auch gleich: Helmut Fischer, Walter Mackert und Heinz Petterich engagieren sich seit 25 Jahren im Kreistag. Alle vier sind Ehrenmedaillenträger, was zeigt, dass sie sich zahlreiche Verdienste erworben haben.

Bauarbeiten und Ausgrabungen an der B 173

Vor gut einem Jahr startete der Ausbau der B 173 zwischen Michelau und Zettlitz. Jetzt gaben Katrin Roth, Ralf Holzheimer und Norbert Schmitt vom Staatlichen Bauamt Bamberg einen umfassenden Einblick in die Arbeiten, die momentan an mehreren Stellen gleichzeitig laufen. Daneben ist das Amt für Denkmalpflege mit Ausgrabungen beschäftigt, derzeit beim Umspannwerk Redwitz. Insgesamt werden die Fachleute bis Herbst elf Hektar untersucht haben, fasste Holzheimer zusammen. Sie hätten auch schon einiges Interessantes gefunden, etwa ein gut erhaltenes Keramikgefäß aus der Keltenzeit.

Mittlerweile wird an sieben Brückenbauten gewerkelt. Vermutlich ab Herbst könne der Verkehr auf der B 289 wieder normal laufen, kündigte Holzheimer an: Die Brücke bei Horb sei fast fertig. Weitgehend fertig sei auch die Brücke der Lif 4. Die Kreisstraße von Hochstadt nach Reuth müsse aber von 9. August bis 10. September komplett gesperrt werden. In zwei bis drei Wochen soll außerdem die Gemeindeverbindungsstraße Hochstadt-Burgstall so weit fertig sein, dass sie wieder befahren werden kann.

Wie der Fachmann erklärte, hätten sich sowohl Corona wegen personellen Engpässen in einigen Firmen als auch das Hochwasser und im vergangenen Herbst Sturmschäden auf die Bauzeit ausgewirkt. Zurzeit sei man aber „grob im Plan“; weitere Verzögerungen seien nicht zu erwarten.

„Wir saßen auf dem Trockenen.“
Ralf Holzheimer, Staatliches Bauamt, zum Holzmangel

Allerdings spüre auch das Bauamt den Baustoffmangel. Zeitweise sei kein Holz mehr zur Verfügung gewesen: „Wir saßen auf dem Trockenen.“ Auch Kunststoff sei zeitweilig Corona-bedingt nicht zu bekommen gewesen, da eine Komponente aus China zugeliefert werde.

Kreisrat a. D. Robert Gack erhält die Ehrenmedaille des Landkreises. Landrat Christian Meißner übergibt die zugehörige U... Foto: Annette Körber

Als nächstes wird die Anschlussstelle Michelau angepackt. An dieser Baustelle wird es nicht nur zu Verkehrseinschränkungen kommen. Der Fachmann kündigte für den kommenden Winter eine vierwöchige Komplettsperrung der Lif 13 an. Alle drei Brückenbauwerke der Anschlussstelle Michelau kosten zusammen 25 Millionen Euro; als Bauzeit sind viereinhalb Jahre veranschlagt. Der Landkreis muss sich an den Kosten beteiligen. Wie hoch diese Beteiligung ausfällt, wird das Staatliche Bauamt bis zum Herbst berechnen. Dann kann das Landratsamt bei der Regierung von Oberfranken eine Förderung beantragen.

Norbert Schmitt stellte abschließend die Homepage www.bauprojekt-b173.de vor. Hier sind alle möglichen Informationen rund um die Arbeiten, 3D-Modelle, Bilder der verschiedenen Bauwerke und Videos zu finden.

Die Allee zum Nassanger bleibt erhalten

Die Kreistagsmitglieder stellten im Anschluss zahlreiche Fragen. So hakte etwa Georg Deuerling (Freie Wähler) nach, weil bei den Arbeiten zum Teil Hochwasserausgleichsflächen verringert werden. Dafür werden neue geschaffen, versicherte Katrin Roth. Mathias Söllner (Die Grünen) und Emmi Zeulner (CSU) betonten, dass der Nassanger für die Trieber weiter erreichbar bleiben müsse. Die Allee bleibe erhalten, bekräftigte Roth. Zwei Anbindungen seien eingeplant. Derzeit liefen dazu Gespräche mit der Stadt Lichtenfels. Der Hochstadter Bürgermeister Max Zeulner (CSU) lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt.

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