Leserforum: Wie viel Eigennutz verträgt eine Gesellschaft?

Zur Corona-Pandemie und den Aktionen gegen Schutzmaßnahmen und eine mögliche Impfpflicht erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt.
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt. Foto: Uwe Anspach (dpa)

Innerhalb eines Monats mehren sich die Beiträge rund ums Coronavirus, Impfen und Positionierungen verschiedener Menschengruppen. Ich meine dazu, dass wir uns im Bereich einer saturierten Gesellschaft befinden. Einer Gesellschaft, deren legitimes Interesse dem Eigennutz gilt. Um sich bemerkbar zu machen und Gehör zu verschaffen, haben die altgedienten analogen Printmedien ausgedient. Die Auseinandersetzungen laufen digital auf Hochtouren ... die ersten Glasfasern beginnen bereits zu glühen.

Damit verbunden ist die Frage, wie viel Eigennutz verträgt eine Gesellschaft. Und wo wird der Eigennutz zum Katalysator dystopischer Verhältnisse.

Für mich stellt sich primär die Frage der jeweiligen beruflichen Verantwortung. Sollte ich im Krankenhaus liegen, dann möchte ich von Menschen behandelt werden, denen ich vertrauen kann, weil sie gemeinsam an einem Strang ziehen. Mir ist nicht damit geholfen, wenn das verantwortliche Personal jeweils „sein eigenes Süppchen“ kocht. Abgesehen davon würde ich es meinem Kollegenkreis gegenüber unverantwortlich finden, dass ich „aus der Reihe tanze“ und im „Schadensfall“ ausfalle und das Kollegium meine Arbeit mit übernehmen muss. Leichter wird es für diese Menschen nicht. Und dann dieser Freiheitsbegriff. Was bedeutet das? Wo beginnt dieser? Wo endet dieser? Vor vielen Jahren gab es mal eine Freiheitsdiskussion ... die wurde dann als Anarchie interpretiert. Ist diese Diskussion so weit entfernt? Und dann diese bescheuerte Aussage, ich will sicher sein, dass es keine Nebenwirkungen hat ... Schon mal überlegt, was wir tagtäglich einatmen? Rußpartikel aus Kaminen, Nanopartikel vom Abrieb von SUVs, was allesamt in Lunge und dem Blut landet. Wo ist hier die Gesundheitsfrage? Vom Rauchen ganz abgesehen. Gesicherte Fakten seit Jahrzehnten. Wo bleibt hier der Aufschrei? Warum nehmen Frauen weiterhin die Pille ein? Eine Schwangerschaft ist per se keine Krankheit. Die Nebenwirkungen der Pille können es sehr wohl sein. Aufschrei??? Und wieso lasse ich mir durch Medien, die definitiv alles andere als seriös sind, verlogene Informationen um die Ohren hauen? Es muss hier mal ganz klar gesagt werden, dass ein Professor Dr. Bhakdi von Hause aus zwar „Facharzt für Mikrobiologie“ ist. Innerhalb dieses Faches werden Bakterien, Viren, Zoonose, Pilze, Parasiten untersucht, was alles wiederum verbunden ist mit Hygiene. Bhakdi ist eine ehrenwerter Forscher innerhalb des Komplementsystems, hat aber nie zu Viren geforscht.

Nachzulesen in wissenschaftlichen Veröffentlichungskatalogen. Ich wundere mich, warum dieser Mann sich das antut.

Ebenso ein Professor Stöcker mit seinem Ansinnen, einen selbst entwickelten Impfstoff unters Volk zu bringen. Der Mann weiß von Hause aus, wie national und international das Procedere läuft und hält sich selbst nicht daran.

Wann wacht dieser Teil der Gesellschaft auf und merkt, dass Kanäle wie „RT“ (Russia today) Propagandasender sind?

Das andere Thema ist ebenfalls alles andere als „easy“. Die so genannte Impfpflicht. Karl Lauterbach hat gerade zu Recht festgestellt, dass ein deutsches Impfregister nicht umsetzbar ist. Und es sind berechtige Fragen im Raum: Was tun mit „Impfunwilligen“? Geldstrafe? Wie hoch? Wenn nicht bezahlt werden kann, dann Knast? Impfen durch Einsatz der Executive? Und würde das überhaupt Sinn machen? Wenn jetzt eine Impfpflicht durchkäme, wann beginnt die? Wie organisiert? Omikron ist damit schon längst durch. Welche weiteren Varianten noch auftauchen, sagt nicht einmal die Glaskugel. Würde eine Impfpflicht mit den aktuellen Impfstoffen helfen bei neuen Varianten? So sehr ich das Impfen befürworte, aber hier sind Fragen, die müssen wir uns sinnvoll durch den Kopf gehen lassen.

Lothar Hornung

Lichtenfels

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