Leserbrief zu den Tumulten im Lichtenfelser Stadtrat

Zur Stadtratssitzung am Montagnachmittag schreibt ein Besucher:

„Bei meinem Eintreffen zirka 20 Menschen vor dem Eingang. Mein Eindruck ... oh, geht es um den Hochwasserschutz der Leuchse? Das änderte sich schlagartig, als ich im Vorraum eine Diskussion mitbekam, wonach scheinbar Besucher, unter anderem der AfD-Bundestagskandidat Taubmann, sich nicht an die Regularien halten wollten.

Nachdem ich elektronisch ,eingecheckt‘ hatte, kam einige Minuten später ,Bewegung‘ in die bislang ruhige Runde. Lautstark, teilweise schreiend-gröhlende Menschen äußerten ihren Unmut. Die anwesende Zweite Bürgermeistern ging auf diese zu, und es wurde aus meiner Sicht versucht ,zu diskutieren‘. Auffallend einige ,lautstarke Diskutanten‘ aus der hinteren Reihe. In diesem Moment empfand ich zum ersten Mal in meinem Leben eine Versammlungssituation, die bei mir Berichte im Kopf wach werden ließ, welche aus Zeiten des beginnenden faschistischen Auftretens der Nazis dokumentiert sind. Das gesamte Auftreten wirkte auf mich wie eine abgesprochene ,nicht angemeldete Demo‘ aus AfD und/oder Querdenkern.

Hierbei fiel mir wieder dieses Interview vom 24. August im OT ein, in welchem Taubmann die Pandemie (wird von der WHO ausgerufen!) negiert und die medizinisch-wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse und daraus folgenden Konsequenzen mit ,Ich glaube, dass hier eines der größten Menschheitsverbrechen stattfindet, das im Vergleich die Verbrechen der Nazis noch übertrifft‘ kommentiert. Ein Satz, der für mich aufgrund der systematischen Ermordung in den KZ volksverhetzenden Charakter hat. Im privaten Umfeld fliegen mir auch Sätze um die Ohren, in denen Hitler, Merkel und DDR gleichgesetzt werden. In diesem Interview freut er sich über Millionenumsätze im Wertpapierhandel. Andererseits wettert er aber gegen Reiche. Aber mit diesen Umsätzen ist er selbst Nutznießer.

Die irgendwann auftauchende Polizei kontrollierte danach die G3-Regeln in ausgesprochen nettem, entspanntem Ton. Scheinbar wurde diese Stadtratssitzung danach unter Polizeischutz durchgeführt.

Mir scheint, die Saat geht jetzt auch in Lichtenfels auf, welche am 23. April 2017 von Frau Dr. Weidel mit ,Denn die Politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte‘ kommentierte. Sprich, undemokratisches Auftreten soll die bisherigen demokratischen Spielregeln ersetzen. So habe ich dieses Verhalten von deutschen Mitbürgern erlebt. Für mich hat das mit einer aufgeklärten Demokratie nichts zu tun.“

Lothar Hornung, Lichtenfels

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