LICHTENFELS

Knapp 1600 Arbeitslose im Landkreis Lichtenfels

Stühle hoch: Kaum eine Branche ist so stark von den Corona-Einschränkungen betroffen wie die Gastronomie und Hotellerie. Die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg hofft auf Lockerungen nach Ostern, damit auch in dieser Branche eine Belebung am Arbeitsmarkt eintritt. Foto: red

Im März nahm im Landkreis Lichtenfels durch die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt die Arbeitslosigkeit um 123 Menschen oder 7,2 Prozent ab. Das teilt die Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg bei der Vorstellung des Arbeitsmarktberichts für den März mit.

87,8 Prozent des Rückgangs entfiel auf Männer, da diese überwiegend in der Forstwirtschaft, den Bau- und Handwerksberufen beschäftigt sind. Im Bereich Gastronomie und Tourismus hingegen, wo der Frauenanteil an Beschäftigten höher ist, gibt es aufgrund des Lockdowns aktuell wenig Bewegung am Arbeitsmarkt.

Ende des ersten Quartals waren demnach 1592 Personen im Landkreis Lichtenfels arbeitslos gemeldet, 10,6 Prozent mehr (plus 153) als vor einem Jahr. Lichtenfels verzeichnet weiterhin im gesamten Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg in der Corona Krise den geringsten Anstieg der Arbeitslosigkeit.

Im Vorjahr lag Arbeitslosenquote noch bei 3,7 Prozent

In den vergangenen vier Wochen verloren 20,8 Prozent weniger Menschen (minus 31) ihre Beschäftigung als in 2020. Gleichzeitig fanden lediglich zwei Personen weniger einen neuen Job. Die Arbeitslosenquote sank seit Februar um 0,3 Prozentpunkte auf 4,1 Prozent (Vorjahr 3,7 Prozent).

Der Arbeitgeberservice bekam im März aus dem Landkreis Lichtenfels 210 sozialversicherungspflichtige Stellenangebote gemeldet, 11,8 Prozent weniger (minus 28) als vor einem Jahr. Der Stellenpool liegt mit aktuell 922 Arbeitsplatzangeboten nahezu (minus zwei) auf dem Vorjahresniveau.

Die Arbeitsagentur weist aber darauf, dass der statistische Zähltag im Vorjahr war der 12. März gewesen ist. Zum damaligen Zeitpunkt sei Deutschland noch am Beginn der Corona-Pandemie gestanden. Erst im April 2020 hätten sich deutliche Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Eckwerte der Arbeitsmarktstatistik gezeigt. Die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat stelle somit einen Vergleich mit einem Arbeitsmarkt dar, der noch kaum durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie belastet war.

Frühjahrsaufschwung startet pünktlich trotz Corona und Lockdown

Nachdem die Arbeitslosigkeit im Februar aufgrund des – echten – Winters und des Lockdowns noch geringfügig angestiegen sei, setzte die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt im März dynamisch ein, heißt es weiter im Bericht der Arbeitsagentur. Der Abbau der Arbeitslosigkeit habe sich im gesamten Bezirk in den vergangenen vier Wochen auf 912 Personen belaufen (-6,4 Prozent). „Der Rückgang fiel um über ein Drittel (+35,9 Prozent) kräftiger aus als vergangenes Jahr, obwohl damals die Corona Krise statistisch noch nicht zu Buche schlug und der März im Zeichen eines normalen Frühjahrsaufschwungs stand“, heißt es.

13 424 Frauen und Männer im Bezirk ohne Arbeit

Die Zahl der Arbeitslosen liegt laut der Arbeitsagentur im Bezirk Bamberg-Coburg aktuell mit 13 424 Frauen und Männern um 22 Prozent beziehungsweise 2418 Personen über dem Vorjahresni-veau. Die Arbeitslosenquote sank im März um 0,3 Prozentpunkte auf 3,8 Prozent. Vor einem Jahr, zu Beginn der Krise betrug sie 3,1 Prozent.

In den vergangenen vier Wochen fanden 1699 Menschen eine neue Beschäftigung, 63,4 Prozent mehr als im Februar und lediglich 3,4 Prozent weniger (minus 59) als im Vorjahr. 1068 Menschen verloren ihren Arbeitsplatz, 19,9 Prozent (minus 265) weniger als im Vormonat und 20 Prozent (minus 267) weniger als in 2020. Seit vier Monaten liegt die Zahl der Kündigungen unter dem Vorjahreswert. Das Entlassungsrisiko ist damit sogar geringer als vor der Krise, ein Beleg dafür, dass durch die Kurzarbeit viele Arbeitsplätze erhalten bleiben, so die Arbeitsagentur. Die Beschäftigungschancen haben beinahe wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Jedoch gibt es hier je nach Branche große Unterschiede.

1158 weniger Beschäftigte als im Vorjahresquartal

Ende September 2020, dem aktuellsten Quartalsstichtag der Beschäftigungsstatistik, belief sich die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg auf 247 183. Gegenüber dem Vorjahresquartal war das eine Abnahme um 1158 Beschäftigte oder 0,5 Prozent. Nach Branchen gab es absolut betrachtet die stärkste Zunahme bei öffentlichen Verwaltungen (plus 2672) sowie Verkehr und Lager (plus 1465), am ungünstigsten war dagegen die Entwicklung im verarbeitenden Gewerbe (minus 3422). Im Gastgewerbe ging die Beschäftigung um 274 Personen und in der Zeitarbeit um 233 Menschen zurück.

Brigitte Glos, die Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, sagt zur aktuellen Situation: „Nach einem noch leichten Anstieg der Arbeitslosigkeit im Februar startete mit dem meteorologischen Frühlingsbeginn im März die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt in unserem gesamten Arbeitsagenturbezirk durch. Obwohl die Osterfeiertage, die oftmals für Wiedereinstellungen noch abgewartet werden, in diesem Jahr relativ früh liegen, haben viele Betriebe ihre über den Winter freigestellten Mitarbeiter bereits wiedereingestellt.“

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich wieder erholt

Knapp 1600 Arbeitslose im Landkreis Lichtenfels
Die Leiterin der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg, Brigitte Glos. Foto: red

Sie betont, dass sich gut ein Jahr nach Beginn der Corona Krise die Nachfrage an Arbeitskräften wieder erholt habe. „Weniger Entlassungen und fast so viele Neueinstellungen wie vor der Krise sind ein Indiz dafür. Obwohl der zweite Lockdown mittlerweile fünf Monate an-dauert, gibt es viel Bewegung am Arbeitsmarkt. Bumerang Effekte bei vermehrten Befristungen bleiben da jedoch nicht aus.“ (red)

Arbeitslosenquote im Bezirk

Zum Bezirks der Agentur für Arbeit Bamberg-Coburg gehören neben den Städten und Landkreisen Bamberg und Coburg sowie dem Landkreis Lichtenfels noch die Landkreis Kronach und Forchheim. Für diese gelten im März folgende Arbeitslosenquoten (Quote März 2020):

• Stadt Bamberg: 5,0 Prozent (3,9).

• Landkreis Bamberg: 2,9 Prozent (2,2).

• Stadt Coburg: 6,0 Prozent (5,1).

• Landkreis Coburg: 3,9 Prozent (3,3).

• Landkreis Forchheim: 3,3 Prozent (2,6).

• Landkreis Kronach: 3,9 Prozent (3,5).

 

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