LICHTENFELS

Kita Seubelsdorf: Test, Kinderlachen und Quarantäne 2.0

Home Office der Kinder in der Quarantäne 2.0. Foto: Iris Mai

Ines Mai ist die Leiterin des katholischen Kindertagestätte Seubelsdorf. Für OTverbindet berichtet sie immer wieder über die Folgen der Pandemie für ihre Arbeit und ihre Schützlinge. Jetzt kommt wieder eine Herausforderung: Es herrscht erneut Quarantäne in der Kita...

„Auch heute möchte ich wieder aus unserem Alltag im Kindergarten berichten. Nach der letzten Quarantäne, die wir alle miteinander gut überstanden hatten, ging es weiter in der Notbetreuung. Nach wie vor sind Schulen geschlossen. Die Gewerkschaft der Lehrer fordert noch mehr Sicherheit für Lehrkräfte sollten die Schulen zum Präsenzunterricht in kleinen Gruppen geöffnet werden.

Dabei beseht Maskenpflicht für Kinder und Lehrkräfte und nach den Ferien wurde beschlossen, dass die Schüler zweimal mit den Selbsttest getestet werden um Infektionsketten zu erkennen.

Notbetreuung mit hoher Auslastung

Und in den Kindergärten? Naja, wie bekannt, Notbetreuung mit teilweise Auslastungen von bis zu 90 Prozent, keine Maskenpflicht für Kinder – Gott sei Dank. Und Tests für die Kleinen? Natürlich nicht. Und wie war das mit Abstand halten in unserem Beruf?

Zumindest bekamen wir für uns Erzieher Selbsttests. Also gut, zweimal die Woche Stäbchen zu Hause in die Nase, zehn Tropfen Serum in ein Plastikhüllchen, rumrühren und quetschen und dann vier Tröpfchen in den Test. Abwarten… Aufregung steigt. Negativ!

Sicherheit geht vor

Um noch mehr Sicherheit, gerade gegenüber meinen immer noch nicht geimpften Eltern zu haben, gehe ich noch vor meinen wöchentlichen Besuchen zum Schnelltest.

Dann der Termin zur Erstimpfung

Das Sicherheitsgefühl verbessert sich immer weiter, als noch ein Anruf vom Impfzentrum kommt dass ich einen Termin zur Erstimpfung haben kann. Ja, ich gebe zu, lange habe ich damit gehadert. War sehr zwiespältig. Doch nun entscheide ich mich für den Piks.

Aufgeregt ins Impfzentrum, fast keinen Parkplatz bekommen… Ahh also es geht voran mit den Imfpungen, Warteschleife aufgrund von Softwareproblemen.

Aber er kam, der Piks. Keine weiteren Nebenwirkungen, okay der Arm und Müdigkeit, aber irgendwie muss der Körper ja reagieren. Dann geht es weiter auf die Arbeit.

Mit einem Bein in der nächsten Quarantäne

Und da warten meine Kinder. Es gibt viel zu tun: Vorschule, lernen, spielen, lachen und immer wieder dass Gefühl - mit einem Bein stehst Du wieder in der Quarantäne. Da mal ein positiver Selbsttest eines Ehegatten, dort eines einer Kontaktperson.

Aber alles gut gegangen. Doch es ist kein schönes Gefühl, wenn man sich jedes Wochenende Gedanken machen muss und schon die Kontaktlisten am PC erstellt.

Dann kommt der positive Test

Alles geht gut bis zu einem positiven Selbsttest eines Kindes an einem Donnerstag. Gemacht wegen Schnupfennase, auf mein Verlangen hin. Info beim Gesundheitsamt.

Dort ist sich keiner sicher, wohin dass Kind jetzt zum PCR hingehen soll. Erst Kinderarzt, dann wieder Testzentrum, dann wieder Kinderarzt bis die Oma dann am alten Klinikum stand, und ihr da mitgeteilt wurde, dass sie doch bitte nach Burgkunstadt fahren soll.

„Ihr da draußen, passt weiter auf Euch auf, wenn möglich lasst Euch impfen und geht ab und an mal zum Testen.“
Ines Mai, Kita-Leiterin

Auch bei der Oma wurde am Donnerstag früh beim Hausarzt ein Abstrich genommen. Das Ergebnis kam schnell am Freitag morgen – positiv.

Hm, was nun, dass Kind war mit Schnupfen leicht symptomatisch, Eltern der Kita-Kids über alles informieren? Aussage vom Gesundheitsamt war, dass Ergebnis erst am Montag kommen könnte – und dann?

Oder wenn es am Sonntag kommt – für viele Eltern sicher zu kurzfristig, um eine Betreuung zu organisieren. Ich entschied mich für eine Nachfrage beim Gesundheitsamt.

Die Eltern gleich informiert

Ich habe mich dann mit meiner Trägervertreterin dafür entschieden, die Eltern zu informieren. Vorsorglich sendete ich alle Kontaktdaten ans Gesundheitsamt, um im Falle eines positiven Ergebnisses schnell handeln zu können. Das Ergebnis kam am Samstag.

Seit Montag Nachmittag sitzen wir nun auch offiziell wieder in Quarantäne. Gott sei Dank habe ich in der kleinen Einrichtung einen guten Draht zu den Eltern.Auch am Wochenende und mit meiner privaten Nummer. Samstag Abend wussten alle Eltern Bescheid.

Das ,positive' Fazit welches ich aus dieser Geschichte ziehen kann und meine Bitte – nehmt die Angebote der Schnelltestzentren an. Auch ein Selbsttest wie er in den Schulen praktiziert wird, kann Infektionen aufdecken und somit noch höhere Zahlen vermeiden.

Zusammenhalt ist Gold wert

Weiteres Fazit ist der große Zusammenhalt unter den Kita-Eltern. Danke Euch für diesen. Zum Glück ist diesmal nicht die gesamte Einrichtung betroffen und so werden wieder fleißig Care-Pakete für die Kids erstellt, um die Zeit zu Hause überbrücken zu können. Danke hier an das Gesamtteam und die Trägervertreterin, die mir auch immer wieder gut zuspricht.

Ihr da draußen, passt weiter auf Euch auf, wenn möglich lasst Euch impfen und geht ab und an mal zum Testen.“

 

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