LICHTENFELS

Kiga-Leiterin Ines Mai: Vom Lockdown und Kinderlachen

Von spannenden Schneeexperimenten gibt es etwas auf dem Zaun des Kindergartens zu lesen. Foto: Till Mayer

Ines Mai ist Leiterin des katholischen Kindergartens Seubelsdorf. Für OTverbindet berichtet sie immer wieder über die neuen Herausforderungen der Pandemie für Eltern, Pädagogen und Kinder.

„Na, wie läuft es so im Kindergarten bei Euch? Wieder geschlossen? Oder? Diese Fragen höre ich, wenn ich früh beim Bäcker meines Vertrauens Brötchen für die Arbeit hole. Sie erinnern mich sehr an den ersten Lockdown im März. Nur die Antwort ist diesmal eine andere...

Erst einmal möchte ich heute berichten, wie es uns gerade im für uns ersten Quartal eines Kita-Jahres, das heißt ab September, ergangen ist.

Regelbetrieb mit Einschränkungen

Wir freuten uns einfach auf den Alltag mit unseren Kindern – Lernen, Lachen, Bilden, Fördern und eine Besonderheit im jeden Jahr – unsere Eingewöhnung der Krippenkinder.

Wie konnte diese unter Corona Regeln laufen? Aufregend... anstrengend ...aber machbar. Flexibel, wie wir sind, haben wir auch diese Anforderungen – immer nur ein Kind eingewöhnen, die Eltern dabei mit Maske und Abstand – gemeistert.

Glaubt mir, so eine Eingewöhnung ist anstrengend. Wir wollen die Kinder sanft an den Alltag in der Krippe gewöhnen, die ,alten' Kinder dürfen nicht vergessen werden, und viele Gespräche mit den Eltern, die natürlich verunsichert sind, müssen laufen.

Nur soviel – wir haben auch diese ungewöhnliche Eingewöhnung, die viele Tücken bot, gemeistert. Mitte Oktober hatten sich alle neuen Kids – übrigens acht an der Zahl – gut eingelebt und kamen mit lachenden Gesichtern.

Im Kindergarten ist dann immer die Herausforderung unsere alten Krippenkinder an die neuen Regeln und den Alltag in der größeren Gruppe zu gewöhnen. Vor allem die engeren Regeln fallen unseren ,Neuen' schwer. Aber gut organisiert wie wir sind, wurde auch dass schnell geschafft. Und wir konnten gut nach unserem erstellten Wochenplan und Themen arbeiten. Wir planten schon unseren Martinsumzug – diesmal anders – ohne Eltern und Umtrunk am Kindergarten. Doch schon Anfang Oktober war uns klar, dass anhand der steigenden Infektionszahlen wohl alles nicht so wie geplant statt finden kann.

So war es dann auch. Es kam der Lockdown light – aber immer wieder wurde betont, dass die Kitas ja auf keinen Fall geschlossen werden. So arbeiteten wir munter weiter, viele schöne Erlebnisse und Erfolge waren der Lohn der Arbeit. Und wir freuten uns wie Bolle auf die schönste Zeit im Jahr – die Adventszeit: Alles schön geplant, leuchtende Kinderaugen, Aufregung war zu spüren und der tägliche Adventskreis war eine wundervolle Aktion.

Klar gibt es im Kindergarten ein Hygienekonzept. Foto: Till Mayer

Bis ja – bis der zweite echte Lockdown kam. Alles wurde heruntergefahren – der Einzelhandel macht zu, Gastronomie bleibt geschlossen. Die Schulen gehen in vorgezogene Weihnachtsferien – und bei uns? Nun ja, Notbetreuung wurde ausgerufen. Wieder einmal recht kurzfristig kam der Newsletter vom Staatsministerum, wen wir betreuen dürfen. Hm, was soll ich sagen. Wir hätten so ziemlich jedes Kind betreuen dürfen – eine Unterschrift der Eltern – wohlgemerkt der Eltern, nicht des Arbeitgebers – hätte genügt, um einen Platz in der Notbetreuung zu haben.

Doch viele Familien nahmen ihren letzten Urlaub oder mobilisierten noch einmal alle Kräfte, um Kinder daheim oder bei Oma und Opa zu betreuen – jeder wollte ja auch ein schönes Weihnachtsfest im Kreise seiner Familie feiern. Respekt vor den Familien und ein riesen Dankeschön.

So hatten wir vor Weihnachten nicht viele Kinder zu betreuen - Personal wurde vorzeitig in den Urlaub geschickt – der alte Urlaub – ja genau der, den man im Sommer wegen Corona nicht genommen hatte, um die Kita auf lassen zu können, musste nun – wieder wegen Corona – genommen werden.

So hatten wir viel Zeit, um zu warten – darauf, dass sich die Ministerpräsidenten am 5. Januar treffen, um uns zu sagen, wie es nun weitergeht. Und dann kam der verlängerte Lockdown – in verhärteter Variante: Kontakte müssen noch mehr beschränkt werden, Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Eltern macht Home-Office, nehmt Urlaub oder die neuen Kind-Krank-Tage – alles soll geregelt werden, damit noch weniger Kontakte vorhanden sind.

Doch der Satz zur Notbetreuung: ,Alle Eltern, die keine andere Möglichkeit haben, ihre Kinder zu betreuen, haben einen Anspruch auf Notbetreuung', der hat sich fest gesetzt. Er wurde auch oft wiederholt.

Quietschvergnügt im Kindergarten. Foto: Till Mayer

Verstehen Sie mich nicht falsch. Aber wir brauchen uns dann nicht zu wundern, wenn die Gruppen in der Notbetreuung mit über 50 belegt sind. Und wissen Sie was? Ich verstehe die Eltern und die Arbeitgeber. Es ist der Beginn eines neues Arbeitsjahres. Mancher Arbeitgeber ist auch noch nicht soweit, alles auf Mitarbeiter im Home Office zu verteilen. Ja, und es gibt auch Arbeiten, die können nicht im Home-Office erledigt werden. Kind krank schreiben lassen? In der jetzigen Situation, in der man vielleicht eh Angst um seinen Job hat und gerade erst mindestens drei Wochen daheim war?

So warten wir die Dinge ab, täglich müssen nun die Zahlen wieder gemeldet werden. Und glaubt mir, die Familien versuchen so ziemlich alles, um die Kinder daheim zu betreuen. Aber wo es nicht geht...

Dank und Mut ausgesprochen

Hier noch einmal der Dank und Mut an die Eltern und Großeltern, die Kinder nun zum wiederholten Male daheim betreuen müssen. Auch an die Eltern und Familien, die nun daheim sind, da ihre Berufsgruppe vom Lockdown betroffen ist. Wir drücken Euch die Daumen.

Jetzt heißt es, Kontakte beschränken, AHA-Regeln beachten und alles dafür zu tun, dass die Infektionszahlen nun endlich runter gehen.

In diesem Sinne hoffe ich, dass nächste Mal wieder von einem – zumindest – eingeschränkten Regelbetrieb berichten zu dürfen."

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