LICHTENFELS

Kita-Leiterin Ines Mai: Und dann die Quarantäne

Ein kleiner Trost im Corona-Chaos: Für die Kinder gibt es Quietsche-Enten beim Testen. Foto: Red

Ines Mai ist die Leiterin des katholischen Kindertagestätte Seubelsdorf. Für OTverbindet berichtet sie immer wieder über die Folgen der Pandemie für ihre Arbeit und ihre Schützlinge. Jetzt kommt es besonders heftig: Es herrscht Quarantäne in der Kita...

„Nachem wir am 22. Februar unverhofft von der Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen konnten war ich von Anfang an leicht skeptisch – hätte man vielleicht noch eine Woche warten sollen? Die Infektionszahlen waren ja nicht so toll.

Ein Gewusel und ein Geplapper

Okay – wir freuten uns über die Kinder. Der Alltag war schön. Es herrschte ein Gewusel und Geplapper in den Gruppen und überall freudiges Strahlen. Die Zahlen sind dann auch im Landkreis über die magische 100 gestiegen. Doch wir durften weiterhin im eingeschränkten Regelbetrieb bleiben. War alles zwar sehr interessant, wenn man schon früh vor der Arbeit erst mal die Corona Ampel anschaut. Und dann ständig im Blick haben muss, falls die befürchtete Email kommt. Aber wie immer, wir haben alles gerockt.

Und dann kam wohl das für mich so sehr befürchtete Szenario. Eine Betreuungsperson erhielt einen positiven Coronatest. Der Anruf kam, während ich unser Osterstündchen vorbereitete.

Die Folge: Jeder muss in Quarantäne – alle Kinder und alle Erzieher. Worst Case. Hier noch einmal ein Dank an unsere Eltern. Sehr verständnisvoll und gefasst wurden die Kinder innerhalb einer Stunde abgeholt. Ich gab die Kontaktdaten an das zuständige Amt weiter und bat die Eltern, ihr Handy bei sich zu haben – es würden weitere Informationen folgen. Hier möchte ich noch erwähnen dass zu dieser Situation der Arbeits PC just einen Tag vorher seinen Geist aufgegeben hatte. Das machte die Sache nicht unbedingt leichter.

Dann kommt das große Grübeln

Ines Mai ist die Leiterin des Kindergartens Seubelsdorf - und eine Mutmacherin. Das Foto entstand vor der Quarantäne. Foto: Till Mayer

Nachdem alle Kinder weg waren, ging bei jeden von uns dass Grübeln los - mit wem hatte ich die letzten Tage Kontakt. In meinem Fall war es doch wirklich so, dass ich den ganzen vorherigen Tag bei meinen Eltern verbracht hatte. Das sorgt für Angst– dagegen kann man sich nicht wehren.

Auf Nachfrage beim zuständigen Sachbearbeiter auf einen Schnelltest für uns Erzieher wurden wir vertröstet. Es müssten Absprachen getroffen werden. Ich solle im Testzentrum anrufen, beim Hausarzt. Das Amt könne uns nicht gleich testen. Auch vom Testzentrum bekam ich zur Antwort dass es keine sofortigen Schnelltest gäbe...

Hier half mir eine Familie, die Schnelltests daheim hatte aus. Danke – denn das Gefühl, nachdem der erste Schnelltest negativ war... unbeschreiblich.

Zu Hause studierte ich den Quarantänebescheid mit Termin für den PCR-Abstrich und zahlreichen Informationsblättern, wie ich mir als Kontaktperson 1 verhalten muss – sehr interessant. Dann gab es den ersten PCR-Test–Termin doch sehr schnell: am nächsten Morgen.

Dann stand im Bescheid 14 Tage Quarantäne. – im Infoblatt stand dass ich ab Tag 10 einen negativen Test brauche um dann aus der Quarantäne zu kommen. Hä – ich verstand nur Bahnhof. Es folgten viele Telefonate folgten bis ich eine klare Aussage bekam. Denn die Regelungen wurden jüngst verschärft. Aber so hatte ich viel zu erledigen und wenigstens verging die Zeit, so dass nun schon eine Woche in Quarantäne vorbei sind. Eine Woche, die mir viele Nerven gekostet hat und ich aus manchen immer noch nicht schlau geworden bin.

Für die Eltern und Kids hat das Kita-Team Beschäftigungsideen für die Quarantäne vorbereitet. Foto: Ines Mai

Aber egal – das Wichtigste hierbei ist dass es uns allen gut geht – bis jetzt gab es noch kein weiteres positives Ergebnis, die Kinder waren tapfer beim Test. Wir versorgen die Kinder wenigsten mit ein bisschen Beschäftigung – wir konnten ja einiges während des zweiten Lock Downs vorbereiten. So haben wir ein Mitnehm-Frühlings-Ostern-Bastelkörbchen gemacht, die die Eltern am Kindergarten abholen konnten. Und wir sind in Vorbereitung für die nächste Überraschung. Und beim Testen gab es für die kleinen Quietsche-Enten. Das war schön. Jetzt heißt es weiter abwarten – das Gefühl aushalten – und auf den nächsten Anruf warten, der hoffentlich allen ein negatives Testergebnis bringt und uns endlich den ersehnten Termin zum Endabstrich mitteilt.

Das Virus ist unberechenbar

Was ich daraus gelernt habe? Das Virus ist unberechenbar und macht ganz viel mit einem, wenn man damit näher in Berührung kommt - ob man will oder nicht. Dass ich super Kita-Eltern habe – Danke an Euch für Euer Verständnis, die aufmunternden Worte und den einen oder anderen Schnelltest. Danke auch meinem Team und der Trägervertreterin. Ihr da draußen achtet auf die AHA Regeln, geht lieber einmal öfters zum Arzt und passt auf Euch auf.

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