LICHTENFELS

Landratsamt Lichtenfels: „Kein Zusammenhang mit Corona-Ausbruch“

Coronavirus - Impfzentrum Halle/Saale
Bisher wurden 1522 Personen im Landkreis Lichtenfels gegen Covid-19 geimpft. So auch Bewohner und Mitarbeiter im Pflegeheim Elisabeth Foto: Hendrik Schmidt

Nach Feststellung eines akuten Covid-19-Ausbruchsgeschehens im Pflegeheim Elisabeth äußerte der Heimleiter den Vorwurf, dass die Impfteams, welche am 27. und 28. Dezember im Pflegeheim tätig waren, den Ausbruch verursacht hätten: Seitens des Impfteams seien die notwendigen Mindestabstände nicht eingehalten worden. Die Heimleitung zweifelte zudem den korrekten Sitz von Mund-Nasen-Schutz an und beschuldigte die Mitarbeiter des Impfteams keine Schutzanzüge getragen zu haben. Das Landratsamt nimmt dazu Stellung:

„Von sämtlichen Mitarbeitern sowie allen betroffenen Ärzten des Impfzentrums wurde ausnahmslos bestätigt, dass in der Einrichtung sowohl Dienstkleidung, Schutzkittel als auch FFP2-Masken korrekt getragen wurden.

Die Verabreichung einer Impfung setzt voraus, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern vom impfenden Arzt zum Patienten kurzfristig unterschritten werden muss. Daher tragen alle Mitarbeiter der mobilen Impfteams und des Impfzentrums konsequent FFP-2-Masken. Hierbei handelt es sich um partikelfiltrierende Halbmasken, welche dicht anliegen und sowohl den Träger als auch sein Gegenüber vor Partikeln, Tröpfchen und Aerosolen schützen.

Trotz negativem Test kann sich eine Person in Inkubationsphase befinden

Das Risiko einer Virusübertragung im Rahmen einer Impfung ist äußerst gering, da es sich um einen sehr kurzen Kontakt handelt und die impfenden Personen während der Durchführung der Impfung persönliche Schutzausrüstung tragen.

Selbstverständlich ist dem Landratsamt Lichtenfels und seinem Impfzentrum an einer vollständigen Aufklärung des Sachverhalts gelegen. Es liegt im Interesse eines jeden Mitarbeiters die Risiken einer Virusübertragung im Rahmen der Impfungen so effektiv wie möglich zu minimieren. Im Impfzentrum arbeiten freiwillige, professionelle Mitarbeiter aus Arztpraxen und Kliniken bzw. erfahrene Ärzte. Niemand hat das Interesse, auch unbewusst, eine Infektion weiterzutragen. Die Mitarbeiter überprüfen sich täglich auf das Vorliegen möglicher mit Covid-19 vereinbaren Symptome. Bei Auftreten einschlägiger Krankheitszeichen isolieren sie sich umgehend und lassen eine Testung auf SARS-CoV-2 durchführen.

Das aktuelle Ausbruchsgeschehen im Pflegeheim Elisabeth lässt keine Rückschlüsse auf ein Fehlverhalten des Impfteams zu.

Das Gesundheitsamt bearbeitet und analysiert die Ausbruchsgeschehen im Landkreis Lichtenfels und leitet notwendige Infektionsschutzmaßnahmen ein, um einer weiteren Verbreitung von SARS-CoV-2 vorzubeugen. So führt es derzeit umfassende Ermittlungen in Bezug auf das Pflegeheim Elisabeth durch.

Sowohl Antigenschnelltests als auch PCR-Tests auf SARS-CoV-2 liefern nur eine Momentaufnahme und sagen nichts über den tatsächlichen Infektionsstatus eines Getesteten aus. So kann sich eine Person trotz negativem Testergebnis bereits in der Inkubationsphase befinden. In diesem Fall wird das Ergebnis eines neuerlichen Tests zu einem späteren Zeitpunkt positiv ausfallen. Daher entbindet ein negativer Test nicht von der konsequenten Einhaltung der AHA-L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske, Lüften).

Keine Infektionen nach Impfungen in anderen Einrichtungen

Vom 27. Dezember bis 11. Januar waren die Mobilen Impfteams des Impfzentrums des Landkreises Lichtenfels in zehn stationären Pflegeeinrichtungen, in einer stationären Einrichtung für Menschen mit Behinderung und in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Senioren zur Erstimpfung. Es wurden 795 Impfungen durch die Mobilen Teams vorgenommen. Bislang ist dem Landratsamt von keiner weiteren Einrichtung ein nachgelagertes Ausbruchsgeschehen bekannt. Im Impfzentrum selbst wurden 727 Personen geimpft. Insgesamt wurden 1522 Impfungen vorgenommen.“ (red)

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