Irritation im Home Office: Bier in der Schule?

Zum Schmunzeln: Von Haus-Tieren und Familien-Tieren
Eigentlich hatte ich gedacht, im Home-Office ist man froh, dass einem niemand im Raum widerspricht. Ich musste feststellen: ein Irrglaube. Mittlerweile bin ich so einsam, dass mir sogar ein Radiomoderator das Gefühl geben kann, ich sei wohl einfach zu unflexibel. Denn als ich vor...

Unsere Mitarbeiterin Corinna Tübel beschäftigt sich in dieser Kolumne mit Alltagssituationen, die sich in ihrer Umgebung, in ihrer Familie und in ihrer Gedankenwelt rund um das Thema „Home Office“ ergeben. Augenzwinkernd lässt sie uns an ihrem Leben teilhaben:

Ich vermisse mein Büro. Unter anderem auch deshalb, weil ich mich dort immer einer Aufgabe gewidmet habe. Meist habe ich die zuständigen Ansprechpartner erreicht, habe meine Informationen gesammelt und zusammengetragen. Dann folgte die nächste Aufgabe.

Im Home-Office neige ich dazu, viele Tätigkeiten und Aufgaben nun parallel zu bearbeiten. Man erreicht A nicht, B erst am Nachmittag, Ansprechpartner C ruft zurück, da ebenfalls im Home-Office… Corona eben.

Gleichfalls werden Telefonate unterbrochen, wie vor ein paar Tagen. Herr D., der stets mit unterdrückter Telefonnummer anruft, bat um eine kurze Unterbrechung unseres Telefonats („Der Große braucht kurz Hilfe bei den Hausaufgaben“). Es ging um die Situation der heimischen Brauereien… Wir waren mitten im Gespräch bei der Frage, was denn mit dem zu viel gebrauten Bier passiere.

Ich grummele, da der Abgabetermin näher rückt, verstehe den Herrn aber und tippe schon mal beflissen in meinen Computer. Keine zwei Minuten später zeigt mein Handy wieder einen Anruf mit unterdrückter Nummer an. Freudig, dass es endlich weitergeht, melde ich mich: „Hallo Herr D., was geschieht denn nun mit ihrem Bier?“

Die Stille am anderen Ende der Leitung dauert etwas zu lange… „Hallo Frau Tübel, hier ist E von der Realschule… Sie hatten um Rückruf gebeten.“ Zwar hat das Home-Office den Vorteil, dass mein knallroter Kopf im Verborgenen bleibt, meine Unprofessionalität und mein Enthusiasmus jedoch versuche ich, vergeblich in meinen Entschuldigungen zu rechtfertigen.

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