LICHTENFELS

Innovationszentrum Lichtenfels steht zum Verkauf

Innovationszentrum Lichtenfels steht zum Verkauf
Das Innovationszentrum im Jahre 2008. Foto: Markus Drossel

Das Innovationszentrum im Schneidmühlweg 28 steht zum Verkauf: Aufgrund seiner Bauart und seiner Lage unweit des viel befahrenen Bürgermeister-Dr-Hauptmann-Ring und nahe dem Fachmarktzentrum ist es ein oft gesehenes, augenfälliges und damit sehr bekanntes Gebäude der Peripherie der Innenstadt. Und letztlich auch ein Symbol der Deutschen Korbstadt mit ihrer uralten, gerne hervorgehobenen Flechtertradition, die sich in den drei Stelen widerspiegelt, die vor dem Komplex stehen. Mindestens 820 000 Euro erhofft sich der Eigentümer vom Verkauf.

Der Eigentümer des Grundstücks mit einer Fläche von 2168 Quadratmetern ist das Innovations-, Technologie- und Designzentrum für das Deutsche Flechthandwerk. Dessen Mitglieder trafen sich, so der Pressesprecher der Stadt Lichtenfels, Sebastian Müller, am 1. März dieses Jahres zu einer aufgrund der Corona-Pandemie mehrfach verschobenen Versammlung.

Bürgermeister Andreas Hügerich ist der neue 1. Vorsitzende

„Vorrangig ging es in der Mitgliederversammlung um die Wahl eines neuen Vorstands, um die Handlungsfähigkeit der Vereinsführung wiederherzustellen.“ Die Mitglieder wählten Ersten Bürgermeister Andreas Hügerich zum Vorsitzenden, Landrat Christian Meißner zum 2. Vorsitzenden, Stadtkämmerer Dominik Först zum Schatzmeister und den Geschäftsleiter des Landkreises Lichtenfels, Holger Stingl, zum Schriftführer. Weiterhin wurden zwei Beisitzer gewählt. „In einem ersten Schritt geht es für die neue Vereinsführung darum, die Geschäftsführung des Vereins faktisch zu übernehmen.“

Innovationszentrum Lichtenfels steht zum Verkauf
Im Dezember 2009 wurde das Innovationszentrum wunderschön in Szene gesetzt. Foto: Markus Drossel

Müller: „In dieser Mitgliederversammlung wurde beschlossen, das Anwesen Schneidmühlweg 28 in Lichtenfels zum Verkauf anzubieten. Es gab auch schon Anfragen von Interessenten für dieses Gebäude mit dem dazugehörigen Grundstück.“ Selbstverständlich stehe dieses öffentliche Verfahren allen Bietern offen, die die Anforderungen der Ausschreibung erfüllen möchten und können.

In 25 Jahren Vereinstätigkeit verschiedenste Projekte realisiert

„Der Verein hat sich bewusst für dieses öffentliche Veräußerungsverfahren entschieden, um größtmögliche Transparenz in diesem Prozess zu gewährleisten. Über den Zuschlag wird dann in einer der nächsten Mitgliederversammlungen des IZL entscheiden.“ Derzeit erfahren Interessenten auf der Homepage der Stadt Lichtenfels Näheres zum Verkaufsobjekt.

Rückblick: Das Innovationszentrum wurde 1995 als „Verein des Innovations-, Technologie- und Designzentrums des Deutschen Flechthandwerks e.V.“ gegründet und im damals soeben errichteten Gebäude im Schneidmühlweg 28 eröffnet. „In Kooperation mit heimischen Unternehmen, der Korbfachschule und der Hochschule Coburg sowie dem Zentrum Europäischer Flechtkultur konnten in 25 Jahren Vereinstätigkeit verschiedenste flechterische Projekte realisiert werden“, so Müller.

ZEF hat die Aufgaben des Innovationszentrums übernommen

„Der Verein selbst hat zurzeit acht stimmberechtigte Mitglieder, welche sich hauptsächlich aus dem öffentlichen Raum, unter anderem die Stadt und der Landkreis Lichtenfels, zusammensetzen. Der Verein Innovationszentrum Lichtenfels beschäftigt keine Mitarbeiter mehr. Der letzte Mitarbeiter ist bereits vor einigen Jahren in den Ruhestand gegangen.“

Doch bedeutet der Verkauf des Innovationszentrums nicht einen massiven Schnitt für die Fortführung der Flechttradition in Lichtenfels? Nein, meint Lichtenfels‘ Pressesprecher Sebastian Müller, denn: „In den vergangenen Jahren hat das Zentrum Europäischer Flechtkultur (ZEF) immer mehr den flechterischen Part und die Gestaltung der Marke ,Deutsche Korbstadt‘ übernommen. Das Innovationszentrum als Ort wird für die flechterische Weiterentwicklung mit Großprojekten, Flechtkursen und dem Korbmarkt nicht unbedingt benötigt, da vielmehr die Zusammenarbeit mit den Flechterinnen und Flechtern in der Region hier zielführend ist.“

Eine ähnliche Nutzung für das Gebäude ist das Ziel

Dem Innovation-, Technologie- und Designzentrum für das Deutsche Flechthandwerk ist laut Ausschreibung „an einer möglichst schnellen und ansehnlichen Nachnutzung gelegen. Das Gebäude soll daher möglichst einer dem ursprünglichen Charakter des Innovationszentrums ähnlichen Nutzung zugeführt werden“. Maßgeblich für die Verkaufsentscheidung seien eine bauliche und freiraumplanerische Nutzungskonzeption, die Darstellung der zeitnahen Umsetzung sowie der gebotene Kaufpreis. Insgesamt gibt es für die Angebote zehn Bewertungspunkte zu erreichen, wovon sieben auf Nutzungskonzeption und Darstellung der Umsetzung entfallen.

Gegebenenfalls gebe es neben dem bislang trapezförmig zugeschnittenen Grundstück mit dem zweigeschossigen Gebäude mögliche Erweiterungsflächen in der Nachbarschaft, heißt es im Exposé weiter. Das laut Besitzer solide und aus guten Materialien erstellte Gebäude beherberge im Erdgeschoss neben weiteren Funktionsräumen für Lager und Infrastruktur eine Lehrwerkstatt und einen großen Ausstellungsraum, im Obergeschoss auf verkleinerter Fläche Verwaltungs- und Sozialräume. Interessenten müssen bis zum 5. Juni ein Angebot mit Nutzungskonzeption vorzulegen.

 

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