LICHTENFELS

Ina Dorsch gibt der Gleichstellung eine Stimme

Ina Dorsch ist Referentin für Barrierefreiheit und Gleichstellung der Stadt Lichtenfels. Foto: Esther Schadt

Gehaltsgefälle zwischen Mann und Frau sind leider noch immer in den vielen Bereichen vorhanden. Auch für Personen mit Einschränkungen geht es im Arbeitsmarkt nicht immer fair zu. Die Frauenquote auf dem Arbeitsmarkt und der Zugang zu Bildung für Menschen mit Migrationshintergrund werden kontrovers diskutiert. „Gleichstellung ist auch heute noch ein Thema“, meint Ina Dorsch. Sie ist Referentin für Barrierefreiheit und Gleichstellung in Lichtenfels.

„Mein Kindheitstraum war es tatsächlich nicht“, erinnert sich Dorsch. Ihr Traum sei immer die Arbeit mit Menschen gewesen und „als Frau eine starke Stimme“ zu haben. Mit ihrem Stadtratsmandat und im Hauptberuf als Physiotherapeutin vereine sie diese Wünsche. „Für Politik habe ich mich schon immer interessiert, aber ich habe einen kleinen Anstoß gebraucht, um wirklich aktiv zu werden“, berichtet Dorsch. „Diese Anstöße heißen Markus Püls, Sven Eisele und Arnt Schille.“ Ihr Engagement und ihre Begeisterung für Kommunalpolitik habe sie überzeugt, weshalb sie vor etwa drei Jahren der SPD beigetreten sei.

Zusätzlich habe Dorsch erfahren, dass „man in der Kommunalpolitik wirklich was bewegen kann“. Sie identifiziert sich mit den Idealen der SPD und besonders die Arbeit und das Miteinander im OV Lichtenfels sage ihr zu. „Der letzte Auslöser war jedoch der zunehmende Rechtsruck und der Zuwachs bei den entsprechenden Parteien. Ich will aktiv dagegen angehen und mich nicht immer nur im Stillen darüber aufregen“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. „Als jüngste Frau im Stadtrat sehe ich es als meine Aufgabe, die Interessen von allen, aber gerade auch von Frauen zu vertreten“, so Dorsch.

Im Einsatz für die Mitmenschen

Ina Dorsch gibt der Gleichstellung eine Stimme
Ina Dorsch (3. v. li.) bei ihrer Vereidigung bei der konstituierenden Sitzung des Lichtenfelser Stadtrates am 11. Mai. E...

Für Ina Dorsch ist das Thema Barrierefreiheit und Gleichstellung wichtig. In ihrem Beruf komme sie immer wieder mit derartigen Problemstellungen in Kontakt. „Ich diskutiere bei meinen Behandlungen mit Patienten im Rollstuhl und anderen Einschränkungen über ihre Probleme im öffentlichen Raum, aber auch am Arbeitsplatz.“ Dabei sei die Inklusion immer wieder Thema. „Dadurch werden mir deren Probleme ständig vor Augen geführt, sodass ich mich besonders gerne für dieses Thema einsetzen möchte, um es voran zu bringen“, berichtet Dorsch.

In diesem Feld sei sie Ansprechpartnerin und Beraterin und versuche bei Beschlüssen insbesondere diese Interessen zu berücksichtigen. „Ein erster Schritt für mich war es auch das Referat umzubenennen.“ So wurde aus dem Referat für Behinderte, das neue Referat für Barrierefreiheit und Gleichstellung.

Reisen als Leidenschaft

Ihr Beruf als Physiotherapeutin bereite Ina Dorsch viel Freude: „Es ist ein tolles Gefühl, anderen durch meine Arbeit helfen zu können“. In ihrer Freizeit sei Reisen ihre größte Leidenschaft. „Ich liebe es, neue Länder, Kulturen und Menschen kennen zu lernen. Ich hoffe, dass ich das nach der Corona-Krise wieder machen kann“, erzählt sie. Ansonsten lese sie sehr gerne Thriller von Sebastian Fitzek, schaue gerne Filme oder gehe Schwimmen. „Eine weitere Leidenschaft von mir ist das Backen, am liebsten mit meiner besten Freundin Laura, und das Kochen oder Essen gehen.“ Einen großen Teil ihres Alltages mache auch Hund Heiner und ihre beiden Katzen aus.

Dem Nachwuchs als Vorbild

„Ein großes Anliegen von mir ist der Fortbestand der Vereins- und Parteiwelt“, erklärt Dorsch, denn jede demokratische Partei brauche Nachwuchs. Erfahrungsgemäß zeige sich, dass Kommunalpolitik das ideale Umfeld ist, um eigene Ideen in die Tat umzusetzen. „Ich hoffe, dass ich junge Menschen an die Politik heranführen kann und dabei zeige, dass Kommunalpolitik alles andere als langweilig ist“, berichtet sie.

Im vergangenen September sei Ina Dorsch gebeten worden, im Ortsverein noch etwas aktiver zu werden. In der Jahreshauptversammlung wurde sie dann als stellvertretende Vorsitzende in den Vorstand gewählt.

 

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