LICHTENFELS/UETZING

Im zweiten Halbjahr wird mehr Musik gemacht

Die Uetzinger Musiker begrüßten vor der neuen Kulturscheune die Delegierten der heimischen Musikvereine. Unter der Leitung von Dirigenten Petr Horejsi sorgten sie mit flotten Rhythmen für die musikalische Einstimmung der Kreisversammlung. Foto: Martin Dirauf

Die fürs zweite Halbjahr geplanten Veranstaltungen des Kreisverbandes Lichtenfels des Nordbayerischen Musikbundes (NBMB) standen im Fokus der harmonisch verlaufenden Kreisversammlung. Sowohl das Kreisorchester als auch das Kreisjugendorchester wollen in den kommenden Monaten verstärkt für künftige Auftritte proben. Kreisvorsitzender Horst Sünkel bittet um zahlreiche Teilnahme aus den Mitgliedsvereinen.

Die Musikanten des Musikverein Uetzing-Serkendorf begrüßten unter der Stabführung von Petr Horejsi in der Kulturscheune in Uetzing, dem neuen Domizil der Blaskapelle, die Delegierten der 16 Mitgliedskapellen des Landkreises mit schmissigen Polka- und Marschrhythmen.

Lob vom Kreisvorsitzenden für Einsatz der Funktionäre

„Die musikalischen Aktivitäten mussten in den zwei Jahren Pandemie in den Mitgliedsvereinen stark eingeschränkt werden, doch ihr habt euren Verein, unsere Musik und unsere Gemeinschaft am Leben erhalten!“, lobte Sünkel das Engagement der anwesenden Vereinsfunktionäre. „Dennoch gibt es hier und da Vereine in unseren Reihen, die ums Überleben kämpfen“, wusste der Kreisvorsitzende, denn wie in anderen Bereichen haben auch einige Musiker ihren Verein den Rücken gekehrt. Deshalb sei eine effektive Jugendarbeit wichtiger denn je, damit auch in Jahrzehnten noch Blasmusik in den Ortschaften gespielt werden kann. Zurzeit seien 733 Aktive im Kreisverband gemeldet.

Sünkel wünscht sich, dass die Veranstaltungen und sonstigen Termine der Vereine auch auf der Internetseite des NBMB veröffentlicht werden. Es bestehe hier ein Defizit. Die Homepage sei eine gute Werbeplattform und gebe einen Überblick über die Aktivitäten der einzelnen Kapellen. Er bitte auch, dass jeder Verein von der 2020 aufgenommenen CD der Kreisorchester „Wir spielen für Dich“ einige Exemplare abnimmt. „Dies ist ein hervorragendes Geschenk für eure Vereinsmitglieder!“, so der Vorsitzende.

Zwei Gemeinschaftsprojekte von Bamberg und Lichtenfels

Kreisdirigent Christian Stenglein stellte zwei einzigartige Gemeinschaftsprojekte der Kreisverbände Bamberg und Lichtenfels vor: So geht es vom 22. bis zum 24. Juli zum Besuch des World Music Contest nach Kerkrade. „Dies ist ein großartiger Wettbewerb mit Hunderten an Kapellen“, so Stenglein. Jeder aus dem Kreisverband kann sich anmelden, da noch einige Plätze frei sind.

Beim zweiten Projekt ist ein großes Gemeinschaftskonzert der Kreisorchester Bamberg und Lichtenfels geplant. Für das Probenwochenende vom 4. bis 6. November konnte der niederländische Komponiste Jacob de Haan gewonnen werden. Stenglein schwärmte: „Das Abschlusskonzert in der Konzerthalle Bamberg wird sicherlich ein außergewöhnliches, beeindruckendes und bestimmt unvergessliches Highlight werden!“

Kreisjugendleiter Matthias Zapf konnte Pandemie bedingt nur von wenigen Aktivitäten berichten. Er bat darum, die Jugendarbeit in den Vereinen zu stärken. Hierzu gebe es seitens des Kreisjugendrings entsprechende Zuschüsse. Schatzmeister Dieter Tussetschläger konnte über eine ausgeglichene Kasse berichten.

Susi Schliefer warb für das Kreisjugendorchester, welches nach zwei Jahren Pause nun wieder starten soll. Zielgruppe sind Musiker, die mindestens das D1-Abzeichen abgelegt haben. Nach vier Probentagen soll am 23. Oktober ein Konzertnachmittag zusammen mit allen Jugendorchestern des Kreisverbandes abgehalten werden. Sie versprach ein abwechslungsreiches und modernes Programm beim Nachwuchsorchester.

„Die Musikkapellen tragen zur kulturellen Belebung der Ortschaften bei und sind deshalb unverzichtbare Kulturträger.“
Helmut Fischer, stellvertretender Landrat

In seinem Grußwort bedankte sich der Zweiter Bürgermeister Holger Then für die musikalischen Aktivitäten der einzelnen Vereine in ihren Heimatorten. Er freue sich, dass mit der Kulturscheune auch für die Uetzinger Musiker ein neues Zuhause errichtet werden konnte.

„Die Musikkapellen tragen zur kulturellen Belebung der Ortschaften bei und sind deshalb unverzichtbare Kulturträger“, würdigte stellvertretender Landrat Helmut Fischer die Auftritte der Vereine. „Wir brauchen Vereine wegen der Gemeinschaft in unseren Orten.“ Er freue sich über eine effektive Jugendarbeit. Abschließend sicherte er zu, sich dafür einzusetzen, dass der Kreiszuschuss wie alle Jahre für die der D1-Kurse gewährt wird.

Die stellvertretende Bezirksvorsitzende Angelika Becher lobte das Engagement der Kreisführung um Host Sünkel. Sie warb ebenfalls für die Gemeinschaftsprojekte von Lichtenfels und Bamberg. „Bis auf Flöten sind noch alle Instrumente zu besetzen, insbesondere werden Schlagzeuger benötigt“, forderte sie die Mitgliedsvereine zur Teilnahme am Gemeinschaftsorchester auf. Auch sollten die angebotenen Wertungsspiele wieder vermehrt angenommen werden. Hier wurden die Voraussetzungen für die Kapellen deutlich reduziert.

Christian Stenglein vermisste von der Kommunalpolitik eine gewisse Empathie für die Musikvereine. „Es fehlt insbesondere an Unterstützung und Wertschätzung. Es wird hier viel zu wenig auf die Vereine und Musiker zugegangen!“, resümiert der Kreisdirigent. „Wir sind die Träger der guten Stimmung und für das musikalische Wohlbefinden der Bürger verantwortlich!“

NBMB für die Schaffung einer Kreismusikschule

Umfassend wurde auch die Schaffung einer Kreismusikschule diskutiert, um die Nachwuchsarbeit flächendeckend zu intensivieren. Horst Sünkel werde hierzu die Musikschulen des Landkreises und die Kommunalpolitiker im Herbst zu einer Vorstands- und Dirigentensitzung einladen.

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