LICHTENFELS

Hospizverein: Sterbende auf letztem Weg begleitet

Hospizverein: Sterbende auf letztem Weg begleitet
Der Hospizverein verabschiedete langjährige Vorstandsmitglieder: (v. li.) Alfons Staudt, Sabine Schmid-Hagen, Brunhilde Zawidzki, Monika Hummel, Dr. Steffen Coburger, Barbara Popp-Heimerl, Dr. Andrea Starker und Markus Kleinhenz. Es fehlt Dr. Inge Atzpodien. Foto: Alfred Thieret

Fand die Mitgliederversammlung des Hospizvereins Lichtenfels im Vorjahr Corona-bedingt nur schriftlich in einem Umlaufverfahren statt, so konnte die Vorsitzende Dr. Andrea Starker diesmal die Mitglieder in einer Präsenzveranstaltung im Stadtschloss begrüßen.

„Gerade von den zwischenmenschlichen Beziehungen lebt unser Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die letzte Phase des Lebens von Schwerstkranken und Sterbenden unterstützend zu begleiten“, unterstrich die Vorsitzende. Ausgerechnet in dem durch die Corona-Pandemie bestimmten Jahr 2021 sei der am 20. Juni 1996 gegründete Verein 25 Jahre alt geworden. Die 25-Jahr-Feier soll aber im nächsten Jahr nachgeholt werden.

Im Berichtsjahr 2020 sei natürlich die Arbeit durch Corona stark eingeschränkt gewesen. So sei der von Barbara Popp-Heimerl geleitete Vorbereitungskurs für ehrenamtliche Mitarbeiter zwar 2020 begonnen, aber erst 2021 abgeschlossen worden. Zum Ende des Jahres 2020 habe die Anzahl der ehrenamtlichen Helfer 33 betragen, sechs befanden sich in Ausbildung.

Regelmäßige Netzwerkarbeit statt persönlicher Treffen

Statt der üblicherweise vier Treffen pro Jahr mit anderen oberfränkischen Hospizvereinen habe es diesmal nur ein Treffen im September in Bamberg gegeben. Trotzdem fand aber eine regelmäßige Netzwerkarbeit über Telefon und E-Mail-Kontakte statt. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wurde nicht vernachlässigt. So sei die Homepage (www.hospiz-lichtenfels.de) neu designt und ins Netz gestellt worden, zwei Mitgliederrundbriefe informierten über aktuelle Entwicklungen und Pressemitteilungen berichteten über Spenden zu Gunsten des Hospizvereins.

Eine Besonderheit war die Ende 2020 abgehaltene Mitgliederversammlung, die Corona-bedingt nicht in einem Versammlungslokal, sondern schriftlich in einem Umlaufverfahren vorgenommen wurde. Neben einer Satzungsänderung stand dabei auch die Wahl des Vorstands auf dem Programm. Seitdem wird der Verein von einem Dreierteam geführt, nämlich von der langjährigen stellvertretenden Vorsitzenden Dr. Andrea Starker, der Initiatorin Barbara Popp-Heimerl, die dem Verein bereits von Beginn an bis 2013, also über 17 Jahre vorstand und von Markus Kleinhenz. Den Posten der bisherigen Schatzmeisterin Brunhilde Zawidzki übernahm Angelika Lauer, den der bisherigen Schriftführerin Monika Hummel Katja Enders, während Sabine Schmid-Hagen, Hildegard Bunzelt und Alfons Staudt dem Beirat angehören.

Dr. Andrea Starker bilanzierte dann ausführlich die geleistete Arbeit des Hospizvereins. Schwerpunkt war natürlich die Begleitung Schwerstkranker und Sterbender sowie die Beratung und Trauerbegleitung der Angehörigen. Im vergangenen Jahr wurden 45 Begleitungen vom Hospizverein geleistet, wovon 19 aus dem Vorjahr übernommen wurden.

Betreute Menschen meist zwischen 71 und 95 Jahre alt

Die Bitte um Betreuung bei den 26 neuen Fällen ging dabei von der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (zehn), den Angehörigen (sieben), Pflegeeinrichtungen (sieben) und Kliniken (zwei) aus. Die meisten der betreuten Menschen waren zwischen 71 und 95 Jahre alt. Der Zeitraum der Begleitungen reichte von mehreren Stunden über Monate bis hin zu einigen Jahren. Von den betreuten schwerkranken Menschen sind im Berichtszeitraum 31 verstorben, davon 14 in Pflegeheimen, 14 zu Hause, zwei in Kliniken und einer auf einer Palliativstation.

Neben den Schwerstkranken hätten aber auch die Angehörigen im Blickfeld gestanden, um ihnen bei Trauergesprächen, psychosozialen Beratungsgesprächen und Palliativberatung einen Beistand in dieser schwierigen Situation zu geben. Da man im Jahr 2020 über Monate hinweg nicht zu den Schwerstkranken und auch nicht in Heime und Kliniken konnte, hatten die ehrenamtlichen Hospizhelfer mit 256 Stunden einen stark verringerten Zeitaufwand im Vergleich zum Vorjahr von 855 Stunden.

Barbara Popp-Heimerl oblag es, vier langjährige verdiente Vorstandsmitglieder, die sich entweder von Anfang an oder seit vielen Jahren für den Hospizverein engagierten, mit einem Dankeschön und einem Blumengruß zu verabschieden.

Seit Jahrzehnten wichtige Arbeit beim Hospizverein geleistet

Brunhilde Zawidzki sei von Anfang an, also fast 25 Jahre lang, durch ihre große Sachkompetenz als Schatzmeisterin unverzichtbar für den Hospizverein gewesen. Als Mitglied der ersten Stunde habe sich Monika Hummel als hilfreicher Ansprechpartner erwiesen und Verantwortung bei der Realisierung von Vorhaben übernommen. Auch im Vorstand habe sie als Schriftführerin eine wichtige Arbeit geleistet. Seit vielen Jahren engagierte sie sich außerdem in der Trauerbegleitung sowohl im Trauercafé als auch in Einzelgesprächen.

Dr. Inge Atzpodien habe sich neben ihrer Tätigkeit im Vorstand auch bis zum heutigen Tag durch ihren Einsatz im ambulanten Betreuungsdienst verdient gemacht und war so ein wichtiges Bindeglied zwischen Vorstand und Helferkreis. Dr. Steffen Coburger sei durch seine Sachkompetenz vor allem in personellen und rechtlichen Fragen für die Arbeit des Hospizvereins eine wichtige Unterstützung gewesen.

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