HORB

Horb: Startschuss für das Jahrhundertprojekt B 173

Die Pläne für die künftige Auffahrt der B 289 (blau) auf die neue Bundesstraße 173 (Mi.). Die Auf- und Abfahrt in Richtung Süden erfolgt mit einer Brücke über die Bahnlinie Hochstadt-Kronach (violett) – rechts neben dem Umspannwerk Redwitz (gelbe Fläche Bildmitte). Westlich von H... Foto: Staatliches Bauamt Bamberg

Noch bereitet der Bagger nur den Untergrund der etwa 250 Meter langen Behelfsumfahrung der Bundesstraße 289 zwischen der Bahnlinie Hochstadt-Kronach und Horb vor. Erst wenn diese fertig ist, machen sich die Arbeiter einer Baufirma aus Untersiemau an das eigentliche Bauwerk – die Brücke der neuen vierstreifigen Bundesstraße 173 über die B 289. Diese ist das erste von 22 Stütz- und Brückenbauwerken, die auf der acht Kilometer langen neuen Trasse zwischen Michelau und Redwitz in den kommenden Jahren entstehen.

Eigentlich hätte es für dieses Jahrhundertprojekt, dessen Kosten derzeit mit 143 Millionen Euro kalkuliert werden, einen festlichen Auftakt geben sollen. Doch die Corona-Pandemie machte dem ersten Spatenstich mit Verkehrsminister, Bundes- und Landtagsabgeordneten, Regierungspräsidentin, Landrat, Bürgermeistern und noch zahlreichen anderen Honoratioren einen Strich durch die Rechnung. So blieb es bei einer Pressemitteilung des für Planung und Bau der Straße zuständigen Staatlichen Bauamts Bamberg zum Start der Bauarbeiten Anfang Mai.

Vor Baubeginn Boden nach Blindgängern untersucht

Doch zurück zur Baustelle bei Horb. Bevor hier mit der Arbeit begonnen werden konnte, waren erst einmal Bodenuntersuchungen notwendig. Denn die Fläche zwischen Horb und der Eisenbahnlinie ist eine sogenannte Kampfmittelverdachtsfläche, hier hätten also beispielsweise nicht gezündete Bomben oder Granaten aus dem Zweiten Weltkrieg liegen können. Allerdings wurden die Mitarbeiter einer Spezialfirma glücklicherweise nicht fündig.

Nach Pfingsten starten Arbeiten am Fundament

So kann also die Behelfsumfahrung, die nördlich der B 289 verläuft, laut Auskunft der Planer vom Bamberger Bauamt in der Woche vor Pfingsten (25. bis 30. Mai) fertiggestellt werden. Während sie an die bestehende Bundesstraße angeschlossen wird, soll an zwei Tagen in dieser Woche eine Ampelschaltung den Verkehr regeln – Autofahrer müssen also mit Verzögerungen auf der B 289 rechnen. Wenn die Behelfsumfahrung fertiggestellt ist und dann die bisherige Bundesstraßentrasse ersetzt, also nach Pfingsten, geht es auf dieser natürlich nicht mit Landstraßentempo voran, sondern die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Not-Trasse liegt bei 30 Stundenkilometern.

Wo hier noch idyllisch auf der Mainaue östlich der Eisenbahnstrecke von Kronach nach Hochstadt der Löwenzahn blüht, wird...

Nach Pfingsten starten dann auch die eigentlichen Arbeiten an der Brücke östlich der Bahntrasse, wie vom Staatlichen Bauamt zu erfahren ist. Erst wird ein Fundament betoniert, das die insgesamt zwölf Fertigbetonteile der Brücke tragen muss. Diese werden laut Auskunft der Planer wohl im August geliefert und aufgestellt. Durch die Fertigteile entfällt auch eine zeitraubende Schalung wie beispielsweise beim Neubau der Hochstadter Mainbrücke vor zwei Jahren, die Arbeiten gehen also deutlich schneller voran. Die Brücke über die B 289 selbst wird knappe 30 Meter lang, etwa 25 Meter breit und hat eine Durchfahrtshöhe von gut fünf Metern. Ende dieses Jahres sollen die Arbeiten an ihr abgeschlossen sein, so der Fahrplan des Staatlichen Bauamtes.

Ein Kreisel für Ab- und Auffahrt in Richtung Norden

Noch nicht gebaut sind dann aber die Anschlüsse der B 289 an die neue vierspurige B 173-Trasse. Hier hat es vor allem die Anbindung in die südliche Fahrtrichtung in sich. Diese wird westlich der Bahnlinie entstehen und abzweigend nach Norden in einem Bogen nach Süden über den Schienenstrang geführt werden müssen. Östlich der Gleise entstehen dann im Bereich der Behelfsumfahrung ein Kreisel und die Auffahrt in Richtung Kronach.

Derzeit bauen Mitarbeiter einer Baufirma aus Untersiemau die Behelfstrasse der Bundesstraße 289 zwischen Horb und der Ba... Foto: Steffen Huber

Aber auch die B 173-Trasse selbst wird beeindruckend sein. Schließlich liegt sie etwa auf gleicher Höhe wie die jetzige Bahnlinie. Nördlich der B 289 ist dies nicht weiter tragisch, da sie sich hier ans Gelände anpasst. Hier wird im Übrigen auch mindestens ein Teil der Fotovoltaikanlage nordwestlich von Horb weichen müssen.

Südlich der Anbindung entsteht 450 Meter lange Mainbrücke

Südlich der Bundesstraße 289 muss aber in Richtung Main eine Rampe aufgeschüttet werden. Das Material dazu wird wohl größtenteils vom Erdaushub stammen, der durch die Einschnitte der B 173 südlich von Hochstadt anfallen wird. Es folgt hier dann auch die etwa 450 Meter lange Mainbrücke, die nicht nur den Fluss, sondern auch die Eisenbahnstrecke Hochstadt-Burgkunstadt überspannen wird. Doch deren Bau wird aller Voraussicht nach erst 2022 in Angriff genommen werden.

 

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