COBURG

Hochschule Coburg: Wissenstransfer zu Studium und Beruf

Im „World Café“ wurde beim „Tag der Innenarchitekturausbildung“ diskutiert. Foto: Wolfram Richter / Hochschule Coburg

Beim „Tag der Innenarchitekturausbildung“ diskutierten Studierende und Lehrende der Hochschule Coburg mit Gästen, worauf es aktuell in Studium und Berufswirklichkeit ankommt. Die Umstellung auf einen achtsemestrigen Bachelorstudiengang an der Hochschule Coburg ermöglicht jetzt den Eintrag in Architektenkammern aller Bundesländer. Das Konzept findet national und international Beachtung.

Ob Ärztin oder Rechtsanwältin, Apotheker, Notar oder Steuerberaterin: Sie sind selbständig, betreiben aber kein Gewerbe. Solche Freiberufler sind in Kammern organisiert. Erst mit dem Eintrag in die Architektenkammer dürfen Innenarchitektinnen und Innenarchitekten den Titel führen, außerdem haben Sie mehr Freiheit bei der Ausübung ihres Berufes und gleichzeitig eine bessere Absicherung.

In den meisten Bundesländern erfordert das ein vierjähriges Studium – und dem wird der Bachelorstudiengang Innenarchitektur in Coburg mit der Umstellung auf acht Semester gerecht. Sie erfolgte im Wintersemester 2021 / 22. Prof. Dr. Michael Heinrich, Studiendekan der Fakultät Design und Verena Fritsch, Projektkoordinatorin im Studiengang, haben die neue Studiums- und Prüfungsordnung auf der Basis eines eigens entwickelten Fachqualifikationsrahmens Innenarchitektur ausgearbeitet.

Nachdem das erste Semester in die Praxis umgesetzt wurde, haben Studierende, Lehrende und externe Expertinnen und Experten darüber beim ersten „Tag der Innenarchitekturausbildung“ diskutiert. Die Idee brachte Studiengangsleiterin Katharina Bonhag-De Rosa ein.

Erfahrungen aus der Innenarchitektur

„Es entstand ein informativer Transfer in beide Richtungen, der in den Fächern unseres nun achtsemestrigen Studiengangs zur inhaltlichen Fokussierung beitragen kann“, resümiert Bonhag-De Rosa. Etwa 90 Studierende waren live dabei; 30 online zugeschaltet. Prof. Dr. Heinrich zufolge war es für sie besonders interessant, ihren Studiengang von außen betrachtet zu sehen. Der neue Modulplan der Hochschule kam gut an und die externen Gäste erzählten von Erfahrungen in nationaler und internationaler Berufspraxis.

Der Bund Deutscher Innenarchitekten bdia beteiligte sich mit mehreren Vertreter:innen, unter anderem sprach die bayerische Vorständin Daniela Scheibe. Für den europäischen Verband European Council of Interior Architects (ECIA) berichtete René Pier über die Charta europäischer Innenarchitektinnen und -architekten. Basis hierbei sind die Vorgaben der Union Internationale des Architectes (französisch für Internationale Vereinigung der Architekten, abgekürzt UIA) – und diese wiederum sind vergleichbar mit denen der Architektenkammer.

Bei dem üblichen sechs- oder sieben semestrigen Bachelor müssen die Studierenden einen Master dranhängen, wenn sie sich als Innenarchitekt:in selbstständig machen wollen – oder für immer in Bayern bleiben, denn im Freistaat reichen aktuell sechs Semester für den Kammer-Eintrag. In den meisten anderen Bundesländern und dem europäischen Ausland braucht es acht Semester. „Das gibt es im Bachelorstudium fast nirgends“, erklärt Verena Fritsch. „Zwar könne man auch so als Angestellter B.A. Innenarchitektur arbeiten, aber wer in der Kammer ist, hat auch dann Vorteile wie die ,kleine“ Bauvorlageberechtigung.“ Damit kann beim Bauamt zum Beispiel ein Antrag für eine Gaube oder einen Anbau eingereicht werden. Solche praktischen Fragen wurden diskutiert, aber die Studierenden interessierte beispielsweise auch, wie die Institutionen und Verbände dabei helfen, die Arbeit familienfreundlich zu organisieren. Die neue Ausrichtung des Studiengangs ermöglicht auch eine intensivere Auseinandersetzung mit Forschungsthemen. „Der Austausch war beflügelnd, eine sehr intensive Veranstaltung“, findet Verena Fritsch.

Plattform für wichtige Diskussion

„Der Nachmittag wurde als Plattform zur Diskussion über Bedürfnisse und Wünsche der Studierenden rege genutzt“, erklärt Bonhag-De Rosa. Dabei wurden im „World Café“ aktuelle Themen der Innenarchitektur in fünf wechselnden Gruppen besprochen: beispielsweise die Verantwortung für das, was geplant und gestaltet wird, die psychologische Wirkung von Räumen und die Frage, ob Innenarchitektur Kunst ist – oder Wissenschaft. „Alle Gruppen kamen zum gleichen Ergebnis: beides!“

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Über die letzten Dinge
  2. Ergänzendes Angebot für Coburger Studierende
  3. Spielzeugmuseum Neustadt organisiert Woche der Genuss.Kultur
  4. Corona-Tagebuch: Was Kinder ausmachen
  5. Kinderbuchstabensuppe: Von der Flucht in die Freiheit
  6. Corona-Tagebuch: Der Tod schwebte über allem
  7. Kulmbacher Turmgeschichten
  8. Ein Ehrenamts-Vorbild: Benedikt Hofmann aus Bad Staffelstein
  9. Corona-Tagebuch: Manche haben den Dreh raus
  10. Wo kommt der Name Geßlein her?
  11. Corona-Tagebuch: Eine Begegnung im Nebel
  12. Fotoausstellung im Naturkunde-Museum Coburg
  13. Der ganz normale Wahnsinn in der Kita in Seubelsdorf
  14. Drei Michelauer als Volunteers in München
  15. Corona-Tagebuch: Von Mozart bis Rock im Park
  16. „Kochen ohne Grenzen“ im MUPÄZ in Kulmbach
  17. Stadtbau Bamberg will klimaneutral werden
  18. Corona-Tagebuch: Was der alten Frau bleibt
  19. Corona-Tagebuch: Denkwürdige Worte
  20. Till Mayer: Menschen der Ukraine eine Stimme geben
  21. Corona-Tagebuch: Aussichtsreiches Türmer-Leben
  22. R.I.O.!-Clubtour: Die Sieger kommen aus Hof
  23. Corona-Tagebuch: Die Sache mit Rinderrouladen
  24. Corona-Tagebuch: Fremdschämen mit Gegenlicht
  25. „Gemeinsam für Kinderrechte“ in den Kitas
  26. Corona-Tagebuch: Alles eine Frage der Sauberkeit
  27. Studium im Wintersemester in Bamberg
  28. Teilhabe für alle Menschen an der Bamberger Musikschule
  29. Corona-Tagebuch: Vorsätze, Lust und Laune
  30. Mit Theater und Nappydancers
  31. Corona-Tagebuch: Verwahrlosung rund um die Mohrrübe
  32. Kinderbuchstabensuppe: Noah, Schulzwerge und Uli
  33. Online-Treffpunkt für Feuerwehrleute auf Facebook
  34. Corona-Tagebuch: Kaffee, Stolpern und Nachtschicht
  35. Corona-Tagebuch: Fahne auf Halbmast
  36. SoLaWi läuft gut in Wolfsloch
  37. Corona-Tagebuch: Das Glück bei den Frauen
  38. Lichtenfels: Ausstellung über Deportation
  39. Andreas Motschmann über autofreien Sonntag in Bolivien
  40. Corona-Tagebuch: Die hohe Kunst der Diplomatie
  41. Corona-Tagebuch: Erinnerung an den Opa
  42. Dank App sorgenfrei als Diabetiker Sport treiben
  43. Lichtenfelser Tierheim am Rand seiner Kapazität
  44. Corona-Tagebuch: Eine Jacke als Nachricht
  45. Corona-Tagebuch: Kleiner Test in Sachen Wortschatz
  46. Frauenfussball in Roth: Niemand kann sie stoppen
  47. Corona-Tagebuch: Pünktlichkeit zählt immer
  48. Sprach-Kita-Förderung: Programm droht zu verstummen
  49. 130 Kilometer Oldtimer-Glück in der Fränkischen Schweiz
  50. Corona-Tagebuch: Wenn gute Erziehung auf der Strecke bleibt

Schlagworte