LICHTENFELS

Günter Reinlein: „Es zehrt an den Nerven“

Günter Reinlein. Foto: M. Drossel

„Es zehrt ganz schön an den Nerven – die ganze Geschichte mit Corona und dem mittlerweile dritten Lockdown“, sagt der Lichtenfels Stadtrat und Wanderbuch-Autor, Günter Reinlein. „Im vergangenen Halbjahr haben wir einen Teil unserer Enkelkinder nur ein einziges Mal gesehen. Da kommt schon der Gedanke, ob die Kleine mit zwei Jahren ihren Opa und ihre Oma überhaupt noch erkennt.

Dann die vielen Fragen, ob denn alle der stringenten Lockdown-Maßnahmen wirklich sein müssen. Müssen Einzelhandelsgeschäfte, die Möglichkeiten zu Terminvereinbarungen anbieten würden, wirklich dicht machen? Müssen Gastronomien, die ebenso – mit geordneten Abständen zudem – wieder in die Röhre schauen?

Und unsere Kinder und Jugendlichen, droht denen durch die ständigen Kita- und Schulschließungen vielleicht schlimmerer Schaden als bestimmte Stofflücken? Wird man da später womöglich mal von einen „verlorenen Generation“ sprechen?

Bleibt zu hoffen, dass die Impfaktionen gegen Corona endlich die Dynamik bekommen, die wir brauchen, um nicht mehr nur auf die Inzidenzwerte zu schauen, sondern auch auf die Anzahl der frei verfügbaren Notfallbetten mit Intubationsmöglichkeit. Dass wir mit dem Corona-Virus endlich umgehen können wie mit Grippeviren etwa, wenn der Großteil der Risikogruppen geimpft ist.

Wir Deutschen, glaube ich, brauchen uns keine Sorgen machen, dass wir bei den Vakzinen übergroßem Risiko ausgesetzt sind. Wenn bei Millionen Geimpften einige Wenige mit einer gesundheitlichen Problematik zu kämpfen haben, sollte der Gesamtnutzen überwiegen. Und im Fall Astra Zeneca beispielsweise dahingehend reagiert werden, dass man sicherheitshalber Jüngeren und vor allem Frauen diesen Impfstoff auf Grund diverser Thrombosefälle nicht verabreicht, was leider erst nach dem zwischenzeitlichen Impfstopp in diesem Fall geschehen ist.

Ich jedenfalls lasse mich impfen, sobald ich an der Reihe bin – selbstverständlich.“

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