LICHTENFELS

„Glücksorte“ nicht nur in Lichtenfels

Der „Kemnitzenstein“ bei Kümmersreuth hat seinen Platz in „Glücksorte in Oberfranken“ gefunden – ein tolles Ausflugsziel für Wanderer, Kletterer und Rastende. Foto: Corinna Tübel

Eine „Schatztruhe“ betitelt die Autorin „ihr“ Oberfranken. Sie spricht von Orten, die das Leben leichter und schöner machen – „gleich um die Ecke“. Nicht nur das Vorwort, sondern das gesamte Werk von Kerstin Klinger vermittelt Leichtigkeit und Entdeckerlust. Die Kronacherin, die in Lichtenfels geboren wurde, hat sich mit der Sammlung „Glücksorte in Oberfranken“, erschienen 2020 im Droste Verlag Düsseldorf, einen Traum erfüllt.

Dabei beinhaltet das optisch nahezu verspielte Buch weit mehr als eine Aneinanderreihung von besonderen Orten. Dass sowohl der Staffelberg als auch der Nothelferweg bei Vierzehnheiligen für den Landkreis Lichtenfels vertreten ist, mag nicht verwundern. In ebensolcher Manier, mit einer ganzseitigen Fotografie samt nebenstehendem Text, fanden beispielsweise auch der „Hohle Stein“ bei Krögelhof und der „Kemitzenstein“ bei Kümmesruth Einzug.

Wandern, picknicken, die Stimmung genießen

Kerstin Klinger informiert sowohl über archäologische Entdeckungen im Umfeld als auch über spannende Lichtstimmungen zu unterschiedlichen Tageszeiten. Der Verweis auf einen nahen Wanderweg sowie auf die Möglichkeit zum Picknick machen beide „Glücksorte“ zu einem ganz besonderen Ausflugsziel, auf den man sich entweder vorher freuen oder von dem im Nachgang zehren kann.

Solche Verknüpfungen finden sich viele, wenn auch nicht komplett in diesem Werk. Die Übersichtskarte mit den eingezeichneten Orten bietet den Leserinnen und Lesern jedoch die Möglichkeit für eigene Routen. Dieses Wissen mögen zwar „waschechte Oberfranken“ mitbringen, für Touristen lohnt sich jedoch eine Verknüpfung mancher, wenn auch nicht zu vieler „Glücksorte“. Denn die Autorin nennt Oberfranken und Reisende gleichermaßen als Zielpublikum.

„Glück ist für mich eine Lebenseinstellung, denn ich bin der Meinung: Glück kann man lernen. Jeder, der möchte, kann auch glücklich sein.“
Kerstin Klinger, Autorin

Verbunden fühlen können sich alle, die das Glück suchen: ob in kulinarischer Hinsicht, durch aufregende Naturschauspiele oder kulturelle Entdeckungen. So sind eine romantische Gondel-Fahrt durch Bamberg und eine „Heil“-Salzgrotte in dem Werk ebenso aufgeführt wie das „Staffelbergbräu“ in Loffeld oder das Café „KARO18“ im Herzen Bambergs. All diese Orte laden zum Glücklich-Sein ein: „Glück ist für mich eine Lebenseinstellung, denn ich bin der Meinung: Glück kann man lernen. Jeder, der möchte, kann auch glücklich sein.“

Kerstin Klinger nimmt ihre Leserschaft „an die Hand“ und zeigt ihnen Oberfranken von einer ganz neuen Seite, die inspirieren soll. Gerade die eher unbekannten Seiten des Regierungsbezirks und dabei eine ausgewogene Mischung aus Städten und ländlichen Besonderheiten möchte sie zeigen: „Gerade das, was man so in Oberfranken nicht vermutet. Ich hätte zum Beispiel das Kleine Museum in Weißenstadt in dieser Form so nicht erwartet“, verrät die Autorin mit Blick auf „Kultur an der Peunt“, das seit 2007 zeitgenössische Kunst zeigt.

Unter dem Titel „Glücksorte in Oberfranken“ hat Kerstin Klinger Geheimtipps aus der Region veröffentlicht. Foto: Droste Verlag

80 Schauplätze von Wunsiedel bis Bamberg, von Forchheim bis Hof

Gemeinsam mit ihrem Mann und ihrer Mutter sei Kerstin Klinger für die Recherche zu ihrem Werk viele Kilometer durch Oberfranken „getourt“. Erst auf diesem Weg sei ihr die Größe der Region wieder einmal bewusst geworden – teils durch eigene Recherchen, teils durch Tipps von Freunden und Bekannten, teils durch eigene Aufmerksamkeit. So finden sich in „Glücksorte in Oberfranken“ insgesamt 80 Schauplätze von Wunsiedel bis Bamberg, von Forchheim bis Hof auf knapp 170 Seiten.

Für manche von ihnen braucht es jedoch auch im Vorfeld ein wenig Glück: Das Storchennest in Hochstadt am Main etwa, ein wahrlich tolles Naturschauspiel, muss möglicherweise öfter angefahren werden, um die Tiere zu Gesicht bekommen. Bei anderen Tipps, etwa die „Rosen & Garten Messe“ auf der Festung Rosenberg in Kronach, muss der richtige Zeitpunkt im Jahresverlauf abgepasst werden. Ganzjährig jedoch können die vielen kleinen Cafés, wie

Auch kleine, feine Cafés können Glücksorte sein. Foto: Corinna Tübel

etwa das „Café Lorla“ in Kronach, mit ihrer ganz eigenen Atmosphäre empfohlen werden.

Vielleicht trifft man die Autorin, Kerstin Klinger, ja dort auch einmal zufällig an.

Weitere Veröffentlichungen sind schon in Planung

Heute, nach ihrem Abitur am Kaspar-Zeuß-Gymnasium in Kronach und ihrem Studium „Medien und Kommunikation“ in Passau, lebt Kerstin Klinger in Traunstein und arbeitet als Marketing-Leiterin im Tourismusverband Achental. Vor kurzem ist sie Mutter geworden und hat den Nachna

men „Riemer“ angenommen. Sie besucht noch regelmäßig Verwandte im Landkreis Kronach.

Ideen für weitere Veröffentlichungen hat Kerstin Riemer bereits. 

Der „Hohle Stein“ bei Krögelhof ist etwas Besonderes. Foto: Corinna Tübel

Verraten werden darf, dass es auch bei diesen wieder regionale Schwerpunkte geben wird.

Daten zum Buch: „Glücksorte in Oberfranken. Fahr hin und werd glücklich“ von Kerstin Klinger. ISBN 978-3-7700-2190-1. Im Droste Verlag sind weitere Bücher in der Reihe „Glücksorte in …“ erschienen.

 

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