KULMBACH

„Gemeinsam für Kinderrechte“ in den Kitas

Der brutale Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine, Flucht, Klima-Katastrophe und Corona-Pandemie: Diese Themen bewegen Kinder in Deutschland. Auch wenn sie zum Glückt nicht ansatzweise so darunter leiden müssen, wie dieser Junge in der Ukraine, der mit seiner Familie vor den da... Foto: Till Mayer

Seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der Corona-Pandemie und der spürbaren Klimakatastophe rücken Kinder, ihre gesunde Entwicklung und ihre Zukunft deutlicher als zuvor in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Auch viele Kinder, die „Die Kita“-Kindertagesstätten besuchen, beschäftigen sich mit ihrem Platz im Leben. Zum Weltkindertag 2022 am Diesntag, der unter dem Motto „Gemeinsam für Kinderrechte“ stand, hatten sich die Einrichtungen daher ganz besondere Aktionen ausgedacht, heißt es in einer Pressemitteilung der Diakonie.

„Warum kannst du in deiner Heimat nicht mehr leben?“, fragt Florian das stille Mädchen, das neu in seine Kindergartengruppe gekommen ist. Der russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und der Kontakt mit geflüchteten Kindern rücken die Themen Sicherheit, Entwicklung und die Gleichbehandlung plötzlich ganz deutlich in den Mittelpunkt – auch für die Kleinsten der „Die Kita“-Kindertagesstätten.

Vom Kinderhilfswerk und Unicef ausgerufen

Der Weltkindertag 2022, ausgerufen vom Deutschen Kinderhilfswerk und Unicef, stand daher passend unter dem Motto „Gemeinsam für Kinderrechte“. Diese sind in der UN-Kinderrechtskonvention 1989 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet und heute von den meisten Staaten der Erde ratifiziert worden.

Dennoch sind sie in vielen Teilen der Welt, auch in Deutschland, im Alltag nicht selbstverständlich. Sie werden durch Menschen, aber auch durch Epidemien wie die Corona-Krise oder den Klimawandel verursacht.

Individuum und Gemeinschaft

Die Fachkräfte spüren, dass die aktuellen Entwicklungen viele Kinder beschäftigen und arbeiten das Thema „Kinderrechte“ derzeit gemeinsam auf. So blicken etwa die Mädchen und Jungen im Johann-Eck-Kindergarten auf ihre bisherige Kindheit zurück. Anhand eigener Babyfotos philosophieren sie zu Fragen wie „Wo komme ich her? Was konnte ich als Baby, und was kann ich jetzt?“ Die eigenen Stärken und Bedürfnisse stehen dabei ebenfalls im Mittelpunkt. Schließlich kommen alle zu dem Schluss: „Ich bin gut so wie ich bin! Ich bin aber auch Teil einer Gemeinschaft: im Kindergarten, in der Schule oder der Familie!“

Dort haben alle das Recht, sich frei zu entfalten – genauso wie andere Lebewesen. Mit Liedern, religiösen Bilderbüchern, Tierbeobachtungen und einer Schatzsuche feiern die Kinder ihr Motto: „Alles Leben ist wichtig und wertvoll!“ Das trugen die Kinder sicher auch nach der gemeinsamen Andacht am Weltkindertag und einer Ausstellung zu den Inhalten noch lange im Bewusstsein.

Was brauchen Menschen, Tiere und Pflanzen zum Leben?

Dass dieses Leben ein paar Dinge braucht, um zu wachsen und zu gedeihen, erleben die Kinder der Integrativen Montessori-Kindertagesstätte Waaggasse am Beispiel einer Sonnenblume. Gemeinsam denken sie über die Existenz von Pflanzen, Tieren und Menschen nach: Was brauchen sie zum Leben? Das Kinder-Mut-mach-Lied regt dabei zu Ideen an. Am Ende des Weltkinder-Tages nahmen die Mädchen und Jungen ein kleines Set mit nach Hause, das unter anderem ein Glas, Erde und Samen beinhaltet, um ihre eigene Sonnenblume anzupflanzen.

Eigenes Handeln, Partizipation und Selbstwirksamkeit sind ebenfalls Teil der Kinderrechte wie sie in der UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurden. Auch in den Einrichtungen genießen die Wünsche und Meinungen der Kinder hohen Stellenwert. In der jüngsten Kinderkonferenz des Kindergartens Auferstehungskirche in Kulmbach hatten die Gruppen etwa entschieden, die „Tiere“ am Weltkindertag in den Mittelpunkt zu stellen. Was zunächst zusammenhanglos erscheint, stellte jedoch eine Balance und ganz besondere Nähe her: „Wir haben viele neue Kinder, die noch nicht gut Deutsch sprechen. Tiere kennen alle Kinder. Bei den Spielen dazu können zum Beispiel alle Kinder gut mitmachen“, erklärt Leiterin Katrin Hammer.

In weiteren Aktionen soll es um die Frage gehen: Was brauchen Kinder, damit es ihnen gut geht? Ein Aspekt könnte der Kontakt zu Tieren sein. Im Spiel mit dem Kindergarten-Hund Dorle können es die Mädchen und Jungen gleich herausfinden.

Es gelten vier Grundprinzipien

Auch die Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. (BETA) setzt sich unter dem diesjährigen Motto „Kinder haben Rechte auf Leben und Entwicklung“ dafür ein. Die Kinderrechte basieren auf vier Grundprinzipien: Diskriminierungsverbot, Recht auf Leben und persönliche Entwicklung, Kindeswohlvorrang und Recht auf Beteiligung.

Informationen auch unter die-kita.de/aktuelles, weltkindertag.de und beta-diakonie.de. (red)

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