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Gedanken zum Advent: Adventskolumne: Tatsächlich Liebe 2 – Corinna goes Hollywood

Corinna Tübel Foto: red

Gedanken zum Advent

Unsere Mitarbeiterin Corinna Tübel aus Roth beschenkt die OT-Leser mit einem gedanklichen Adventskalender. (Fast) jeden Tag öffnet sich bis Heiligabend ein Lesetürchen:

Sie können es ruhig zugeben: Wie oft haben Sie den Film „Tatsächlich Liebe“ schon gesehen? Der Klassiker ist nun mal so erfolgreich, weil er für jeden die passende Dosis Kitsch und Herzschmerz enthält: Der eine weint, wenn Karen während Joni Mitchells Song begreift, dass ihr Mann auf seine Sekretärin steht. Ein anderer lacht sich über Hugh Grants Tanzeinlage als Premierminister schlapp.

Und dann ist da noch Marc, der der Frau seines besten Freundes heimlich seine Liebe per Papptafeln gesteht.

Lieben wir den Film so, weil er unsere eigene Familie, Verschiedenheit und Träume widerspiegelt? Anders als in Krimis mit mehreren Handlungssträngen schaffen wir Zuschauer es in diesem Fall problemlos, zwischen den Sequenzen „umzuswitchen“.

Ganz anders als in der Fortsetzung des beliebten Films, nun „Love actually 2“, der meines Wissens bisher nur in englischer Sprache erschienen ist: Marc bringt wieder Schilder mit, um zu erzählen, wie es ihm geht. Tatsächlich hat er heute, wie Jahre zuvor angekündigt, Kate Moss geheiratet. Und der Autor, gespielt von Colin Forth, kann seine portugiesische Ex-Haushaltshilfe nun selbstverständlich verstehen und erwartet mit ihr sein viertes Kind.

Also bitte, liebe Regisseure: Amerikanische Liebes-Weihnachtsfilme leben zwar von Fiktion, aber das scheint ein bisschen zu perfekt. Da hätte man ja gleich den Premierminister vegan, Fan von Hansi Hinterseer werden lassen und zu Marc ziehen lassen können. Der Autor hätte zu viel portugiesisch lernen können und nun die deutsche Sprache nicht mehr verstehen können, so dass er nicht mit der Sekretärin anbandeln könnte. Dann hätte auf Papptafeln übersetzen werden können. Wäre ich nicht wunderbar in Hollywood aufgehoben?

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