LICHTENFELS

Fünf Lichtenfelser Reiterinnen und ihr großes Glück

„Wenn man die Art seines Pferdes verstanden hat, ist es eine starke Verbindung“, erklärt Emilia Rösler. Foto: Red

Es ist früh am Morgen und Angelique Straub kommt gerade in den Stall, als ihre Stute sie bereits freudig wiehernd begrüßt. „Die Zeit mit meinem Pferd ist das Wichtigste für mich“, schwärmt sie. Das Reiten helfe ihr beim Entspannen und muntere an schlechten Tagen auf. Heute begeistert der Reitsport viele Menschen jeglicher Altersgruppe und nicht umsonst lautet wohl eines der bekanntesten Zitate: „Auf dem Rücken der Pferde liegt das Glück dieser Erde.“ Einen Einblick in das Hobby geben verschiedene Reiterinnen.

Faszination Pferd von Klein auf

„Meine Familie ist schon immer eng mit dem Pferdesport verbunden. Schon von Klein auf durfte ich Zeit bei Pferden verbringen und war begeistert“, meint Anne Kaiser.

Anne Kaiser konnte bereits viele große Erfolge im Reitsport feiern. Foto: Dill

Mit fünf Jahren habe sie ihre erste Reitstunde auf einem Pony gehabt. Nach ein paar Jahren Reitunterricht auf Schulpferden bekam sie dann ein eigenes Pony und irgendwann ein eigenes Pferd. „Nun gehören meine Pferde und der Reitsport zu meinem Leben“, berichtet sie. Prinzipiell könne man das Reiten in jedem Alter beginnen.

Wichtig sei der richtige Bezug zu den Pferden, körperliche Fitness und keine zu ängstliche Einstellung.

Linda Knote geht ihrem Hobby mit Leidenschaft nach. Foto: Red

Linda Knote erinnert sich: „Damals hat mich eine Freundin aus der Grundschule gefragt, ob ich denn mit ihr zusammen Reitstunden nehmen möchte. Daraufhin haben wir uns in einem Stall als Reitschüler angemeldet und dort jede Woche Reitstunden auf verschiedenen Pferden genommen.“ Die meisten Reiter haben ihr Lieblingspferd bereits nach kurzer Zeit gefunden und möchten am liebsten kein anderes Pferd mehr reiten. „Aber um das Reiten zu lernen und sich weiter zu entwickeln, ist es wichtig, verschiedene Pferde zu reiten.“ Jedes Pferd sei anders zu reiten und fördere so das Einfühlungsvermögen.

„Es gibt keinen perfekten Reiter – nur ein perfektes Team.“
Anne Kaiser, Reiterin

Wer das Reiten erst einmal ausprobieren möchte, muss sich hierfür keine Vollausstattung kaufen. Für die erste Reitstunde genüge zunächst ein Fahrradhelm, lange Hose und festes Schuhwerk. „Das Allerwichtigste, das ein Reiter besitzen muss, ist sicherlich ein Reithelm. Auch Reitstiefel oder Stiefeletten verhindern ein Hängenbleiben im Steigbügel“, betont Alisa Völk. Zur Grundausrüstung für das Pferd zählen Sattel, Satteldecke, Trense, Gamaschen, Putzzeug und die Stallapotheke.

„Natürlich kommt über die Jahre bei Pferd und Reiter mehr hinzu, weil man für verschiedene Pferde auch verschiedene Ausrüstung benötigt“, sagt Kaiser. Diese Ausrüstung sollte von Zeit zu Zeit auch erneuert werden. „Laufende Kosten hat man beispielsweise bei der Boxenmiete oder dem Hufschmied“, erklärt Emilia Rösler. Ebenfalls seien finanzielle Rücklagen zu berücksichtigen, da sich das Pferd verletzen oder erkranken kann.

Beim Reiten lernt man viel Körperhaltung und Ausdauer, wie Angelique Straub hier zeigt. Foto: red

„Neben Geld kostet das Hobby vor allem Nerven. Wenn mein Pferd krank ist, ist das für mich sehr schlimm und geht mir sehr nahe“, sagt Straub. Im Schnitt investiere sie zwischen 400 und 500 Euro im Monat. „Was die Zeit angeht, ist das glaube ich etwas unterschiedlich. Mancher nimmt sich mehr oder weniger Zeit. Ich verbringe bei meinem Pferd täglich mindestens drei Stunden“, so Straub.

„Der Stall ist für mich der ideale Ausgleich zum Alltag. Fühle ich mich einmal schlecht und bin bei meinen Pferden, dann geht es mir gleich besser“, erzählt Völk. Pferde seien sehr einfühlsam und reagieren sensibel auf Gefühlslagen des Menschen. „Eigentlich verbringe ich meine komplette Freizeit bei ihnen. Ein Tag ohne Pferde ist für mich unvorstellbar.“ Die Gesundheit des Tieres steht immer an erster Stelle. „Mein größtes Ziel ist es, dass meine Stute und ich einfach gesund bleiben. Wir wollen mit Spaß und ganz ohne Zwang unser gemeinsames Leben bestreiten“, meint Straub.

Ein starkes Team – Alisa Völk und ihr Pferd „Look at Me“. Foto: Red

Die Art, wie Pferde eine Verbindung zu ihrem Reiter aufbauen, fasziniert und bewegt. „Es gibt keinen perfekten Reiter; nur ein perfektes Team“, betont Kaiser. „Vor allem wenn man ein eigenes Pferd hat, steht dessen Fürsorge im Mittelpunkt, da es sozusagen zur Familie gehört.“ Beim Spazieren gehen oder Ausreiten könne man am besten dem Alltagsstress entfliehen. „Manchmal tut es auch gut, mal seine Probleme jemandem zu erzählen, der nichts dazu sagen kann und man sich auch einfach mal aufregen darf“, sagt Rösler.

Die ganz eigene Art der Pferde, ihre Liebe zu zeigen, berührt sie immer wieder aufs Neue. Straub rät: „Einfach informieren und ausprobieren. Wenn Du glücklich und zufrieden bist, bist Du auf dem richtigen Weg.“

 

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