LICHTENFELS

Freude über Lockerungen in BRK-Altenheimen

Inge Köstner (re.) an ihrem Lieblingsplatz. Sie freut sich mit Heimleiterin Annett Kürsten (li.) über bessere Besuchsmöglichkeiten. Für einen kurzen Moment haben beide ihre FFP-2-Maske abgelegt. Foto: BRK

„Es ist halt doch etwas anderes, wenn man sich persönlich sehen kann“. Mit diesen Worten beschreibt Inge Köstner ihre Freude zu den Lockerungen bei den Besuchen in Pflegeheimen. Seit drei Jahren lebt die Seniorin im BRK-Wohn- und Pflegeheim „Am Weidengarten“ in Lichtenfels und hat die Corona-Pandemie bisher in unterschiedlichen Ausprägungen erlebt.

Zeitweise waren keine Besuche oder nur in strikt abgetrennten Besuchszonen möglich, was dazu führte, dass sie ihre Kontakte lediglich über das Telefon gepflegt habe. Inge Köstner hat sich aber dadurch nicht den Lebensmut nehmen lassen, denn sie könne sich beschäftigen, wie sie betonte, heißt es in dem Presseartikel des BRK-Kreisverbands. Während der Zeit mit großen Einschränkungen habe sie ihr Zimmer dekoriert

Nun freue sie sich natürlich, wenn ihr Sohn sie auf ihrem Zimmer in der Einrichtung besuchen könne und auch sieht, wie sie ihr Zimmer eingerichtet habe. Dann kann er ihr auch einmal zur Hand gehen, wenn sie etwas in ihrem Zimmer umstellen möchte. Mit ihrem Sohn habe sie sich darauf verständigt, dass er sie einmal in der Woche besuchen kommt.

Endlich wieder gemeinsame Spaziergänge mit dem Sohn

Gerne geht sie dabei mit ihm auf dem Gelände der Pflegeeinrichtung spazieren und sie genieße es dann, mit ihm persönlich reden zu können. Inge Köstner unterstütze immer alle Hygienemaßnahmen im Hause. Auch in ihrem Zimmer und in ihrem Bad habe sie Händedesinfektionsmittel, das sie griffbereit in der Nähe halte. Zudem trage sie stets ihre FFP-2-Maske. Heimleiterin Annett Kürsten ist ebenfalls erleichtert über die Lockerungen bei den Besuchen. „Der unbeschwerte Umgang fehlt den Menschen, und da ist jede noch so kleine Öffnung in Richtung Normalität ein großer Schritt“, so Annett Kürsten. Sie freue sich zudem, dass auch Gottesdienste wieder möglich sind und da hob sie das Engagement von Pfarrer Ralph-Peter Zettler hervor, der auf jeden Wohnbereich einen eigenen Gottesdienst eingerichtet habe. So bleibe die Kleingruppe gewahrt, da nach wie vor alle Hygiene- und Schutzregelungen gelten. Das Personal achte weiterhin strikt auf die Rahmenbedingungen.

Auch im BRK-Wohn- und Pflegeheim „Am Staffelberg“ haben die Besuchserleichterungen zu einer „erheblichen Verbesserung der Stimmung unter der Bewohnerschaft und den Beschäftigten“ beigetragen, wie kommissarischer Heimleiter Stefan Schwuchow feststellt. Im Gespräch mit Anton Hetzel, der seit einigen Jahren in der Pflegeeinrichtung lebt, ist das deutlich zu spüren. Auch er musste seine Kontakte durch die zeitweise deutlichen Einschnitte während der Pandemie auf den telefonischen Austausch beschränken.

Anton Hetzel an seinem Lieblingsplatz auf dem Gelände des Pflegeheimes. Dahinter stehend kommissarischer Heimleiter Stef... Foto: BRK

Aber seine Teilnahme an den Impfungen und den regelmäßigen Schnelltestungen habe ihm das Gefühl der Sicherheit zurückgegeben. „Dadurch fühlt man sich einfach freier“, wie Anton Hetzel wörtlich betonte. Die BRK-Einrichtung habe bisher kein Ausbruchsgeschehen gehabt. Seiner Meinung nach sei das eine großartige Leistung aller Beteiligten, und er ist sichtlich dankbar dafür. Es sei für ihn selbstverständlich, das Haus nach Kräften zu unterstützen und so beteilige er sich gern an alle Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Aber natürlich sei das persönliche Treffen, wenn er von einem Bekannten oder einem Freund in der Einrichtung besucht wird, durch nichts zu ersetzen.

Kontaktregelungen gelten weiter

Das gehöre ebenfalls zum dem Gefühl, sich freier zu fühlen. Gleichwohl gelten weiterhin die für die gesamte Bevölkerung anzuwendenden Kontaktregelungen auch in einem Pflegeheim. Auf dem Gelände rund um das Pflegeheim pflege er zudem seinen täglichen Spaziergang, um in Bewegung zu bleiben. Das möchte er auf keinen Fall missen.

In beiden Einrichtungen hat die Durchführung von Schnelltests für die Besuchsregelungen eine hohe Bedeutung. Die Angehörigen legen bei ihrem Besuch Testbescheinigungen vor und das Personal und Bewohnerschaft erhalten ebenfalls ihre Testungen. Unterstützt werden beide Einrichtungen dabei seit einigen Wochen durch Einsatzkräfte der Bundeswehr, die durch das Landratsamt Lichtenfels vermittelt wurden. Annett Kürsten und Stefan Schwuchow zeigten sich dankbar für die Mithilfe und bezeichneten dies als sichtbares Zeichen der Solidarität aus der Gesellschaft, den pflegebedürftigen Menschen in stationären Einrichtungen die Lebensqualität zu sichern. (red)

 

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