LICHTENFELS

Frankenbrücke in Lichtenfels ab 14. März gesperrt

Für tausende Verkehrsteilnehmer wird die Fahrt aus oder nach Kösten beziehungsweise aus oder nach Schney ab dem 14. März schwieriger werden. Denn dann wird die Frankenbrücke des Bgm.-Dr.-Hauptmannrings wegen Bauarbeiten komplett gesperrt. Wie Stadtbaumeister Gerhard Pülz in der Bauausschusssitzung am Dienstagnachmittag in der Stadthalle weiter bekannt gab, sollte die Sanierung von zwei Fahrbahnübergangskonstruktionen bereits im Herbst stattfinden. Wegen Lieferschwierigkeiten und der Problematik von Bauarbeiten im Winter mussten die Arbeiten verschoben werden. Die Sanierung soll bis Mitte oder Ende Mai beendet sein.

Pülz erläuterte, dass sich die Stadt derzeit wegen Umleitungen Gedanken mache, aber auch schaue, die Innenstadt für den Durchgangsverkehr so unattraktiv wie möglich zu machen. Sicherlich mache man sich auch über geänderte Ampelschaltungen Gedanken. Im Übrigen plane die Stadt, so Pülz weiter, während der Sperrung der Frankenbrücke die Ampelanlage Mainau auf LED-Betrieb umzustellen.

Auch dieses Jahr wird es am Ortswiesensee Parkgebühren geben, und zwar vom 15. Mai bis zum 15. September. Wie der Bauausschuss weiter beschloss, müssen jeweils von Montag bis Donnerstag von 17 bis 22 Uhr sowie von Freitag bis Sonntag von 10 bis 22 Uhr zwischen einem und fünf Euro fürs Parken eines Autos gezahlt werden. Laut Bürgermeister Andreas Hügerich hatte sich nach einer Rückfrage bei allen Fraktionen dieser Tenor gebildet, die Regelung aus dem vergangenen Jahr auch ins Jahr 2022 zu übernehmen.

Für kurze Diskussion sorgte der zwischenzeitliche Antrag der SPD-Fraktion, die Parkgebühren bereits im April zu erheben, wenn die Gastronomie am Ortswiesensee nach der Winterpause wieder öffnet. Nach dem Einwand von Stadtbaumeister Pülz, dass dann mit parkenden Fahrzeugen auf Wiesen zu rechnen sei, was im April zu Schäden auf dem da noch weichen Untergrund führen kann, zog die SPD ihren Antrag zurück.

Kein Tempo 20 in der Krößwehrstraße

Den Grünen wäre es am liebsten gewesen, die Parkgebühren generell von 10 bis 22 Uhr zu verlangen, letztlich setzten sie sich damit aber nicht durch. Die CSU hätte sich des Weiteren eine Verkehrsberuhigung der Krößwehrstraße beziehungsweise die Einrichtung einer Tempo-20-Zone gewünscht. Allerdings habe eine verkehrsrechtliche Überprüfung ergeben, dass beides nicht zulässig sei.

Christian Barth (JB) wollte wissen, ob es möglich sei, auf der anderen Seite des Wehres Parkmöglichkeiten zu schaffen. „Darüber können wir uns im Zuge der Hochwasserfreilegung Gedanken machen“, so die Antwort von Bürgermeister Hügerich.

Bereits vor der Katastrophe im Ahrtal im vergangenen Sommer sind sich die örtlichen Verantwortlichen über eine mögliche Hochwassergefahr durch die Leuchse bewusst. Im November 2019 gab der Bauausschuss deswegen einen Stufenplan zum Hochwasserschutz in Auftrag, dessen Ergebnisse das Wasserwirtschaftsamt Kronach im vergangenen Oktober im Stadtrat präsentierte und den Bach zum einem Risikogewässer einstufte.

Im Auftrag des Landratsamtes stellte Gerhard Pülz die Rechtsfolgen dieser Einstufung vor. So ist die Ausweisung neuer Baugebiete im Bereich der Leuchse untersagt, das gilt auch für einzelne Bauvorhaben. Jauche-, Gülle- oder Silagesickeranlagen dürfen nur hochwassersicher gebaut werden. „Nur wer bereits ein Baurecht hat, wird bauen dürfen. Wenn bisher keines erteilt wurde, wird es auch keines mehr geben“, so Pülz auf Nachfrage von Johannes Oppel. Der Stadtbaumeister verwies hierzu auf die Internetseite des Umweltatlas Bayern, auf welcher die Überschwemmungsgebiete zu finden sind. Pülz lobte in diesem Zusammenhang die Entwässerungssatzung der Stadt: „Jedes Wasser, das nicht in der Leuchse landet, ist gut.“

Aus dem Bauausschuss

• Der Bauausschuss erteilte sein gemeindliches Einvernehmen für den Umbau der Buchhandlung Schulze zu einem Gastronomiebetrieb mit einer Beherbergungsstätte (Marktplatz 15) und einem Makerspace (Laurenzistraße 2/diese Redaktion berichtete). Laut Bürgermeister Andreas Hügerich gibt es bei diesem Projekt, das in enger Absprache mit dem Stadtbauamt geplant werde, kaum äußerliche Veränderung, eine sichtbare Arbeit sei lediglich der Teilrückbau der Eingangsüberdachung in der Laurenzistraße.

• In der Siedlerstraße in Seubelsdorf werden sechs Garagen und ein Carport gebaut. Zur endgültigen Zustimmung des Gremiums muss der Bauherr aber noch die Versickerung und die Kriterien der Stellplatzsatzung nachweisen sowie drei Bäume pflanzen.

• Auch wenn eine Bauvoranfrage für die Errichtung eines Einfamilienhauses in Köttel vorerst abgelehnt wurde, stellte das Gremium die Verwirklichung des Vorhabens in Aussicht. Es müsse mit einer Einbeziehungssatzung doch zuerst das Baurecht geschaffen werden. Laut Stadtbaumeister Gerhard Pülz werde die Bauverwaltung deswegen das Gespräch mit dem Antragstellenden suchen.

• Im Laubenweg darf ein Mehrfamilienhaus mit acht Wohneinheiten gebaut werden. Wie Stadtbaumeister Pülz erläuterte, wurde der ursprüngliche Bauantrag bereits 2014 genehmigt und 2018 verlängert, allerdings war die Baugenehmigung im Juli ausgelaufen. „Im neuen Antrag müssen die mittlerweile geänderten Vorgaben wie die Stellplatzsatzung berücksichtig werden“, so Pülz. Auf den Einwand von Johannes Oppel (WLJ), dass der Laubenweg eine sehr schmale Straße sei und durch den schweren Baustellenverkehr vielleicht Schäden wie Rohrbrüche drohen, erwiderte der Bauamtschef, dass der Laubenweg eine öffentliche Straße und der Verkehr deswegen erlaubt sei.

• Auch der Bau von Mehrfamilienhäusern in der Straße Am Main wurde bereits im Bauausschuss behandelt und genehmigt. Ursprünglich wollte der Bauherr in sechs Gebäuden 42 Wohneinheiten schaffen. Nun sollen hier in vier Gebäuden 28 Wohnungen entstehen, wozu der Bauausschuss sein gemeindliches Einvernehmen gab.

Nachlese Stadtrat

• In der Stadtratssitzung vom Montag gab Bürgermeister Andreas Hügerich folgende Vergaben bekannt:

• Erstellung geothermischer Anlagen an der Bibliothek Marktplatz 10 vorbehaltlich einer Förderung durch die Regierung von Oberfranken an die Firma Vögerl & Wilks Bohrunternehmen GmbH, Mühlhausen, für 137 913,86 Euro

• Kanalsanierungsarbeiten für den Bauabschnitt III Masterplan Ober-/ Unterwallenstadt an die Firma AARSLEFF GmbH, Röthenbach für 330 147,61 Euro.

• Gebäude- und Inventarversicherung für die Liegenschaften der Stadt Lichtenfels an die Bayerische Landesbrandversicherung AG, München, für 62 606,09 Euro pro Jahr.

• Zum Stadtratsbericht „Lichtenfelser Gräber werden teurer“ (OT vom 25. Januar, Seite 4) erreichte uns folgende Stellungnahme von Bernd Krauß (CSU): „Ich sagte, wenn man auf den Friedhöfen Finalsan einsetzen würde, ein Mittel zum Unkraut bekämpfen und noch biologisch, bienen- und schmetterlingsfreundlich, könnte man sich Personal sparen. Wenn man Unkraut abbrennt oder jätet, braucht man viel Zeit und Personal, da könnte man sparen. Ich äußerte mich nicht wie im Artikel, ich möchte Personal einsparen.“