REUNDORF/SCHÖNBRUNN

Fragezeichen bei den Radfahrern

Ja, und wo geht es hier weiter? Als Ortskundiger kennt Siegfried Kerner die Antwort natürlich, viele der Radtouristen ab... Foto: Markus Drossel

Siegfried Kerner, der ehemalige Kreisbrandrat, ist passionierter Radfahrer. Viel, oft und gerne ist er mit dem „Drahtesel“ im „Gottesgarten am Obermain“ unterwegs. Gerade aber auf seiner Heimastrecke, zwischen Schönbrunn, Reundorf und Seubelsdorf, aber ist großes Rätselraten angesagt, weil die Beschilderung alles andere als optimal ist.

„Fast täglich sehe ich achselzuckende Radler, die nicht wissen, wo es weitergeht“, sagt er am OT-Lesertelefon. Beispielsweise in Lichtenfels-Seubelsdorf an der Bamberger Straße, Ecke Reundorfer Straße. Wer hier weiter in den südlichen Landkreis radeln will, also Richtung Bad Staffelstein, der findet dort keine Beschildung vor. „Ich habe schon auswärtige Radfahrer gesehen, die sind sogar Richtung Autobahn weitergefahren, haben aber dann doch rechtzeitig umgedreht.“

In Höhe der Firma Lewell gibt es die nächste Herausforderung

Wer die Hürde an genannter Abzweigung gemeistert hat, wird in Höhe der Firma Lewell vor die nächste Herausforderung gestellt. Wo bitte geht es hier weiter Richtung Reundorf, Schönbrunn und Bad Staffelstein? „Schilder sind auch hier Fehlanzeige, in beide Richtungen“, sagt Kerner.

Besser die Füße vom Pedal nehmen: Wenn die Brummis rangieren, heißt es Obacht geben. Foto: Markus Drossel

In der Gegenrichtung sieht es nicht viel besser aus: „Die Radwegbeschilderung geleitet Radler, die Richtung Lichtenfels wollen, bei uns am Kirchplatz in Reundorf rechts herum. Weitere Schilder fehlen dann aber.“ Also der wichtige Hinweis, wie es weiter geht gen Deutsche Korbstadt.

Am Ortseingang Seubeldorf steht nun ein Radweg-endet-Schild

Und in Höhe der Seubelsdorfer Firma Lewell endet der Radweg dann plötzlich. „Dieses Schild gibt es seit gut einem Jahr. Bislang fuhren die Radler weiter auf dem Weg, der heute nur noch Fußweg ist, um die Kurve herum und auf Richtung Bahnschranke.“ Nun aber endet die Beschilderung, die ortsunkundigen Radler müssen auf gut Glück weiterfahren, auf einer viel frequentierten Straße. „Gerade dort, wo Laster um Laster fahren und parken“, ärgert sich Kerner.

Bei der Stadt hat er schon vorgesprochen, warum zwar keine Radwegebeschilderung, wohl aber ein Radweg-endet-Schild aufgestellt wurde: Zu schmal sei er, der bisherige Fuß- und Radweg, der nun nur noch Fußweg ist. „Bislang ging es doch auch, warum plötzlich nicht mehr? Bis zur Kurve ist der Weg so breit wie zuvor. Und manch Radweg in Lichtenfels ist auch nicht breiter“, wundert sich Kerner.

„Es ist ein Wunder, dass hier aufgrund des vielen Verkehr noch nichts passiert ist. Kommt auch noch das Verteilzentrum hinter der Firma Lewell, kommen auch noch die Laster der Deutschen Post dazu. Für die Radler wird es immer gefährlicher.“

Sechs kleine Schilder, so Kerner, könnten entlang der Radelstrecke Schonbrunn-Reundorf-Seubelsdorf (Lichtenfels) viel bewirken. „Nicht, dass es die zum Teil nicht schon gegeben hätte“, so Kerner. „Eines Tages waren sie weg.“ Als er beim Landkreis und beim Kreisbauhof nachhakte, hieß es immer: Er habe Recht, da müsse etwas gemacht werden, „auf dem kleinen Dienstweg“.

Hier startet beziehungsweise endet der Radweg: Wer weiter in Richtung Lichtenfels fahren möchte, muss auf die vielbefahr... Foto: M. Drossel

Dann aber gingen wieder Monate ins Land – und nichts passierte. „Auf der einen Seite wollen wir die Radtouristen im Landkreis, auf der anderen Seite tun wir nichts für sie: Das verstehe ich nicht“, sagt der Reundorfer und schüttelt den Kopf.

Kerner: Sechs kleine Schilder könnten viel bewirken

Dass die Kilometrierung des Radwegs Schönbrunn-Reundorf in Höhe der Abzweigung Grundfeld nicht stimmt: geschenkt. Viele Radtouristen dürften das nicht merken.

Siegfried Kerner aber hat es aus Neugierde nachgemessen: „Den Zahlendreher merkt ja keiner“, fügt er spitzbübisch an.

„Der Landkreis Lichtenfels unterhält die Beschilderung vom Mainradweg, der von Bad Staffelstein kommend nach Lichtenfels führt – und natürlich auch in die Gegenrichtung“, führt Pressesprecher Helmut Kurz auf Nachfrage dieser Redaktion aus. „Bis zum Autobahnbau, die Fertigstellung war 2008, verlief der Radweg entlang der Bamberger Straße in Richtung Reundorf.“ Mit dem Autobahnbau sei die Verlegung der Radwegtrasse erforderlich gewesen, so Kurz. „Zudem wollte man erreichen, dass die Radfahrer weniger Gefahrensituationen ausgesetzt werden, da sich in der Bamberger Straße sehr viele Einfahrten und Einmündungen befinden.“ Der ADFC habe sich damals ebenfalls für die Verlegung ausgesprochen.

Landratsamt: Der überörtliche Radweg wurde offiziell verlegt

Der Lasterverkehr hat im Gewerbegebiet Seubelsdorf stark zugenommen. Für die Radfahrer bedeutet das erhöhte Gefahren. Foto: M. Drossel

Auch verlaufen Rad- und Gehweg entlang der Bamberger Straße auf der gleichen Trasse (gemeinsame Nutzung). Seit der Verlegung mach der überregionale Radweg, von Schönbrunn kommend, in Höhe des Sees einen Knick: Er führt über die Autobahn und über Grundfeld nach Seubelsdorf.

„Er verläuft über die Siedlerstraße, die Konrad-Adenauer- und die Viktor-von-Scheffelstraße zur Bamberger Straße“, so Kurz. „Eigentlich stellt sich die Problematik im Gewerbegebiet Seubelsdorf mit Schwerverkehr, Bahnübergang und dergleichen nicht, wenn der offiziellen Beschilderung gefolgt wird.“

Die innerörtliche Beschilderung der Strecke Lichtenfels-Reundorf mit dem Rad obliege der Stadt Lichtenfels, also auch, ob und wo ein ausgewiesener Radweg angelegt wird.

Und: „Die inkorrekte Kilometerangabe vor Reundorf Abzweigung Grundfeld wird vom Landkreis geändert sobald die bestellten Schilder eintreffen.“

Stadt Lichtenfels wird sich die Beschilderung ansehen

Ja, und wo geht es hier weiter? Als Ortskundiger kennt Siegfried Kerner die Antwort natürlich, viele der Radtouristen ab... Foto: M. Drossel

Diese Redaktion fragte auch bei der Stadt Lichtenfels nach. „Unsere Kollegen des Bauamtes und des Amtes für Wirtschaft, Tourismus und Kultur werden sich gemeinsam die Beschilderung der Radwegeverbindungen zwischen Seubelsdorf und Reundorf in beide Richtungen anschauen“, verspricht Pressesprecher Sebastian Müller. „Sollte es hier bei der Beschilderung Unklarheiten geben, werden wir diese in unserer Zuständigkeit innerorts beheben beziehungsweise verbessern.“

Ebenso werde die Lichtenfelser Stadtverwaltung die weitere Beschilderung mit den Verantwortlichen des Landkreises Lichtenfels absprechen, „so dass die innerörtliche Radwegebeschilderung dort in Zukunft im Gleichklang mit der überörtlichen Beschilderung einhergeht.“

Das Schild, dass hier im Gewerbegebiet Seubelsdorf der Radweg endet, existiert laut OT-Leser Siegfried Kerner erst gut e... Foto: M. Drossel

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