LICHTENFELS

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
Ausstellung des französischen Künstlerkollektivs im Freskenraum. Foto: Heinz Fischer

Lichtenfels ist die deutsche Korbstadt, und schon im zweiten Jahr findet kein Korbmarkt statt. Das geht ja gar nicht, sagten sich die Organisatoren um Stadtarchivarin Christine Wittenbauer und stellten den Flecht- und Kultursommer auf die Beine.

Am vergangenen Freitag ging die Veranstaltungsreihe in die nächste Runde mit der Eröffnung einer Ausstellung der besonderen Art im Stadtschloss. Titel: „Flechtwerke aus aller Welt begeistern Lichtenfels“, das Ganze in Zusammenarbeit mit dem Korbmuseum Michelau, der staatlichen Berufsfachschule für Flechtwerkgestaltung und dem Zentrum europäischer Flechtkultur (ZEF).

30 Flechtwerker aus elf Ländern zeigen ihre Kusnt

Nicht weniger als 30 Flechtwerk-Gestalter aus elf Ländern zeigen Flechtkunst, die besonders typisch für das Land, charakteristisch für den ausstellenden Flechtwerker und letztlich einzigartig innovativ sind. Verteilt auf drei Räume wird die breite Palette an Kreationen präsentiert, die zum Staunen und Bewundern einlädt. Darüber hinaus können einige Objekte auch käuflich erworben werden.

Vertreten sind neben Deutschland Dänemark, Belgien, Neuseeland, Japan, Niederlande, Spanien, Ukraine, Großbritannien, Italien und Frankreich. Ein Verein von Flechtwerk-Gestaltern aus Südfrankreich belegt mit seinen Exponaten einen eigenen Bereich im Freskenraum. „Vannerie des possibles“, also „Weidengeflecht des Möglichen“, nennen sie sich. Doch dazu später noch mehr.

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
Korbstadtkönigin Alicia I. Foto: Heinz Fischer

Punkt 16 Uhr begrüßte Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner die Gäste. Wehmütig erinnerte sie an die großartigen Korbmärkte der Vergangenheit. Dieser könne nun schon im zweiten Jahr nicht stattfinden. Doch man könne auch Positives aus der Situation gewinnen, Zusammenhalt und Ideenreichtum würden gefördert. „Die Organisatoren haben die Situation gemeistert und das Beste daraus gemacht.“ Sie hoffe und wünsche, dass alle Beteiligten weiterhin so gut zusammenarbeiten und harmonieren und so auch in Zukunft viele solch toller Ideen entstehen könnten.

Überraschung: Monsieur Florian Mannaioni auf der Großleinwand

Danach stand eine kleine Überraschung auf dem Programm. Per Zoom-Video-Schaltung erschien, übertragen aus Südfrankreich, Monsieur Florian Mannaioni auf der Großleinwand. Er ist der Leiter des oben erwähnten französischen Vereins für Flechtwerk-Gestaltung. In einem Interview, gekonnt moderiert und gedolmetscht von Anna Schaller, berichtete er von seiner Arbeit.

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
Monsieur Florian Mannaioni, live aus Südfrankreich. Foto: Heinz Fischer

Junge und auch ältere Flechtwerker könnten sich hier verwirklichen, ein Künstler-Kollektiv sei entstanden mit allen Möglichkeiten der praktischen Arbeit wie auch der Ausbildung von lernwilligen jungen Menschen. Anna Schaller richtete am Schluss die besten Grüße aus von Lichtenfels nach Frankreich, begleitet vom Applaus der Anwesenden. Mannaioni freut sich schon auf einen Besuch in der Korbstadt.

„Gib dem Plastik einen Korb.“
Alicia I., Korbstadtkönigin

Die Korbstadtkönigin Alicia I. trat im Anschluss ans Mikrofon. Sie ging insbesondere auf die Nachhaltigkeit der Flechtprodukte ein. Mit natürlichen, nachwachsenden Materialien könne man Alltags- und Gebrauchsgegenstände auf höchsten handwerklichen Niveau herstellen und nutzen. „Gib dem Plastik einen Korb“, sei hier die Devise. Wie einzelne Stäbe beim Flechten verbunden und zusammengehalten werden, so solle auch diese Ausstellung Generationen und Nationen miteinander verbinden.

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
Stadtarchivarin Christine Wittenbauer. Foto: Heinz Fischer

Ariane Schmiedmann, die Leiterin des Korbmuseums Michelau, richtete die besten Grüße des verhinderten Michelauer Bürgermeisters Jochen Weber aus. Auch sie dankte für die hervorragende Kooperation der einzelnen Institutionen und wünschte der Ausstellung viel Erfolg und einen guten Verlauf.

Täglich trudelten Pakte aus allen Herren Ländern im Rathaus ein

Die Stadtarchivarin Christine Wittenbauer berichtete dann noch von den großen Anstrengungen im Vorfeld, um diese Ausstellung auf die Beine zu stellen. Alle angeschriebenen Künstler und Gruppierungen hätten zugesagt, ihre Exponate zur Verfügung zu stellen. Leider habe – aus bekannten Gründen – kaum einer persönlich nach Lichtenfels kommen können.

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
Filigrane Flechtkunst aus der Ukraine. Foto: Heinz Fischer

Aber täglich seien Pakete aus aller Herren Länder im Rathaus eingetrudelt. Alle sorgsam verpackt, und ebenso sorgfältig ausgepackt, ins Stadtschloss gebracht und dort in den einzelnen Räumen publikumswirksam drapiert. Sie könne nicht genug allen danken, die hier mitgewirkt hätten, vom fleißigen Postboten über den Bauhofmitarbeitern bis zu ihren Mitarbeitern in der Stadtverwaltung. Ein kleines Präsent überreichte Wittenbauer den Helfern.

Nur eine Ausstellerin konnte persönlich anwesend sein. Diese empfing, stellvertretend für alle elf Nationen und ihren 29 Kolleginnen und Kollegen, einen frenetischen Applaus der Gäste. Dann eröffnete dann Sabine Rießner offiziell die Ausstellung und wünschte allen viel Vergnügen beim Rundgang und der Veranstaltung einen guten Verlauf.

Besuchsmöglichkeiten: Die Ausstellung ist bis einschließlich 19. September 2021 geöffnet:

• dienstags von 16 bis 19 Uhr

• samstags und sonntags jeweils von 14 bis 17 Uhr.

Für Gruppen besteht auch die Möglichkeit einen gesonderten Termin unter Tel. (09571) 795101 oder per E-Mail an veranstaltungen@lichtenfels.de zu vereinbaren.

Es gelten die jeweils aktuellen Hygienebestimmungen.

Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
„Gib dem Plastik einen Korb.“ Foto: Heinz Fischer
Flechtwerke aus aller Welt begeistern nicht nur Lichtenfelser
Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner. Foto: Heinz Fischer

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