LICHTENFELS

Feuerwehraktionswoche ohne Übungen: Weil Helfen Trumpf ist

Dem Nächsten zur Wehr: Thomas Meixner, Matthias Alin, Christoph Ebertz und Holger Reinlein von der Feuerwehr Bad Staffelstein beziehungsweise Lichtenfels würden sich freuen, weitere Aktive in den Reihen der Feuerwehr begrüßen zu dürfen. Foto: Markus Drossel

Gerade in diesen Zeiten, nach den verheerenden Unwettern im Westen Deutschlands, aber auch bei uns in Bayern, werded dem Ehrenamt „Freiwillige Feuerwehr“ eine ganz besondere Aufmerksamkeit zuteil. Sowohl in den Medien als auch in den Schadensgebieten vor Ort sei es in den vergangenen Wochen und Monaten deutlich, dass ohne die rasche und professionelle Hilfe der örtlichen Feuerwehren die betroffenen Bürger hilflos dieser katastrophalen Situation ausgeliefert gewesen wären.

Der unvorstellbar brachialen Macht der reißenden Fluten hätten sich die meist ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer entgegengestellt und dadurch an vielen Orten noch größere Sachschäden und schlimmeres menschliches Leid verhindert, wird in der Pressemitteilung des Landesfeuerwehrverbandes betont.

Die Helfer bringen sich immer wieder selbstlos in Gefahr

Dass bei diesen äußerst schwierigen Einsätzen immer wieder Feuerwehrangehörige getötet und viele teils schwer verletzt werden, mache deutlich, wie selbstlos sich die Helfer in Gefahr bringen, um Menschenleben zu retten und Sachwerte zu erhalten. All diese Feuerwehrfrauen und -männer eine der Wille, Notlagen zu beherrschen und zu retten, was noch zu retten ist. Nicht selten sei auch das berufliche oder private Umfeld der Helfer selbst betroffen, seien deren eigene Keller vollgelaufen oder das Dach der Firma abgedeckt worden, in der man am nächsten Tag wieder hätte zur Arbeit gehen sollen.

Über 3500 Floriansjünger in 115 Wehren im Landkreis aktiv

Vor diesem Hintergrund immer wiederkehrender Großschadenslagen zeige sich eindrucksvoll, dass für über 3500 ehrenamtliche Feuerwehrleute in den 115 Feuerwehren des Landkreises Lichtenfels stets die Menschen, die sich in einer Notlage befinden, an erster Stelle und im Fokus des Handels stehen. Um diesen Mitbürgern jederzeit effizient und rasch helfen zu können, sei auch in der langen Zeit des Lockdowns intensiv und regelmäßig für den Ernstfall geübt und trainiert worden, seien die Fahrzeuge und Geräte in Schuss gehalten und Schulungen zur Brandbekämpfung und technischen Hilfeleistung veranstaltet worden, ergänzt der Kreisverband.

Trotz der erschwerten Rahmenbedingungen – wie zum Beispiel limitierte Präsenz vor Ort, Maskenpflicht und nur eingeschränkt mögliche Nutzung von Räumlichkeiten – sei es gelungen, die hundertprozentige Schlagkraft der Feuerwehren zu erhalten und diese bei zum Beispiel insgesamt 755 Einsätzen allein im Jahr 2020 unter Beweis zu stellen.

Für die Kommune als Träger der Feuerwehr sei es deshalb gut zu wissen, dass sie mit „ihrer“ Freiwilligen Feuerwehr einen Trumpf im Ärmel habe, der immer sticht – egal unter welchen Rahmenbedingungen und zu welcher Tages- und Jahreszeit.

Motto: „Helfen ist Trumpf – Für dich, für mich, für alle!“

Aus diesem Grund steht die Feuerwehraktionswoche 2021 unter dem Motto „Helfen ist Trumpf - Für dich, für mich, für alle!“ Weitere Infos finden Sie unter www.helfenisttrumpf.de.

Diese Kampagnenbotschaft bringe sehr deutlich zum Ausdruck, dass für die ehrenamtlichen Feuerwehrleute stets das Wohl des einzelnen Bürgers und das der Gemeinschaft im Mittelpunkt des Handelns stehe. Aus diesem Grund sei es umso wichtiger, dass sich bereits junge Menschen frühzeitig dazu bereit erklären, der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr als aktives Mitglied beizutreten. In dieser Wertegemeinschaft würden sie von Beginn an erfahren, dass nur gemeinsam wirklich Großes vollbracht werden könne und sie durch ihre Mitarbeit Garant dafür seien, dass dies auch in der Zukunft gewährleistet bleibe.

Alle ein dasselbe Ziel: dem Nächsten hilfreich zur Seite stehen

Das Besondere an der Freiwilligen Feuerwehr ist laut der Pressemeldung deren Zusammensetzung aus allen Altersgruppen und Gesellschaftsschichten – von Schülern und Studenten über Handwerker und Angestellte bis hin zu selbstständigen Unternehmern. Und sie alle eine dasselbe Ziel: Getreu dem Leitspruch der Feuerwehren „Einer für alle, alle für einen“ im Notfall unentgeltlich dem Nächsten hilfreich zur Seite zu stehen.

Nicht nur im Brand- und Katastrophenfall sei auf die örtliche Feuerwehr uneingeschränkt Verlass – auch bei Veranstaltungen des öffentlichen Lebens zeige die Feuerwehr Präsenz. Egal ob beim traditionellen Maibaumstellen oder bei kirchlichen Prozessionen, egal ob bei Festlichkeiten, Sport- oder kulturellen Veranstaltungen: Die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr seien fester Bestandteil des kommunalen Alltags.

Eine Erfahrung von unschätzbarem Wert

Diese enge Verzahnung von Ehrenamt und alltäglichem Leben schaffe eine enge Gemeinschaft, die in höchster Not solidarisch zusammensteht. Sich aufeinander verlassen zu können, sei eine Erfahrung von unschätzbarem Wert. „Dass dies auch in Zukunft in unserem einzigartig schönen Bayern so bleibt, garantieren die Ehrenamtlichen der lokalen Freiwilligen Feuerwehren jeden Tag aufs Neue – 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, jederzeit und bayernweit!“, heißt es in der Mitteilung des Landesfeuerwehrverbandes.

Interessierte – egal ob jung oder alt, männlich oder weiblich – mit oder ohne Migrationshintergrund – könnten sich jederzeit an ihre örtliche Feuerwehr wenden. Persönlich, über Social Media oder über die jeweilige Gemeinde. Die Freiwilligen Feuerwehren seinen für jeden offen, freuten sich über frischen Wind und geben jedem die Gelegenheit einmal in das Ehrenamt „Feuerwehr“ hinein zu schnuppern. „Werde auch Du ein Trumpf deines Ortes!“, lautet der Appell.

„Im Hinblick auf die nach wie vor bestehende Corona-Pandemie werden auch in diesem Jahr keine größeren Einsatzübungen im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche stattfinden,“
Markus Witzgall, Kreisbrandmeister

„Im Hinblick auf die nach wie vor bestehende Corona-Pandemie werden auch in diesem Jahr keine größeren Einsatzübungen im Rahmen der Feuerwehr-Aktionswoche stattfinden“, so Kreisbrandmeister Markus Witzgall: „Es gilt weiterhin, die Einsatzkräfte bestmöglich zu schützen und damit die Einsatzbereitschaft für unsere Bürgerinnen und Bürger aufrecht zu erhalten.“

Der Übungs- und Lehrgangsbetrieb kehre im Landkreis Lichtenfels langsam zur Normalität zurück. Auch Ausbildungsveranstaltungen auf Kreisebene würden langsam wieder anlaufen; selbstverständlich unter Beachtung eines durch die Kreisbrandinspektion erarbeiteten und mit dem Landratsamt abgestimmten Hygienekonzepts. (red)

Starkregeneinsatz in Oberwallenstadt: Wie gut, dass es die Feuerwehr gibt, die schnell zur Hilfe eilt. Foto: Till Mayer
Auch bei Verkehrsunfällen, wie hier auf beziehungsweise an der Bundesautobahn 73, sind die Feuerwehren gefordert. Foto: Markus Drossel
Um schlagkräftig zu bleiben: Mit dem Slogan „Helfen ist Trumpf” werben die Feuerwehren um weitere Aktive. Foto: Drossel
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Das Plakat zur Kampagne im Jahr 2021. Foto: Feuerwehr

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