Faktencheck: Bin ich nur für mich selbst verantwortlich?

OT-Faktencheck: Die Mär von den Impftoten

Faktencheck

Mit Entdeckung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 begann eine neue Ära gezielter Falschinformationen, vor allem in Sozialen Netzwerken. Die Pandemie rief Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme auf den Plan, die uns mit Halbwahrheiten und Lügen überfluten. Viele Bürger sind ob der Fülle der Desinformationen verunsichert, so mancher springt leider auf den Zug der Hetzer auf. Auch im OT-Verbreitungsgebiet, wie die jüngste Demonstration auf dem Lichtenfelser Marktplatz zeigt.

Deshalb wollen wir für Sie, liebe Leser, einige der kruden Behauptungen einem Faktencheck unterziehen. Damit Sie eine Argumentationshilfe zur Hand haben, wenn Sie von einem Corona-Leugner mit einer „Tatsachenbehauptung“ überfahren werden.

Behauptung

Selbst wenn Covid-19 wirklich existieren würde: Es ist doch mein gutes Recht mich zu verhalten, wie ich will. Dann werde ich halt krank. Ist halt mein Risiko.

Richtig ist:

Das Virus ist natürlich existent. Sobald man ein Leben führt, in dem man Berührungspunkte mit anderen Menschen hat, ist man derzeit eben nicht nur für sich selber verantwortlich. Jeder ist bei einer Pandemie selbst ein potenzieller „Spreader“.

Ein Beispiel: Vier junge Leute sitzen in einem kleinen Raum mit einem öffentlichen Bankautomaten und Konto-Auszugsdrucker. Das Quartett nutzt den warmen Raum im kalten Winter, um darin ordentlich einen zu heben. Keiner trägt Maske, gelüftet wird auch nicht. Abstand halten ist in dem kleinen Raum gar nicht möglich. Dann kommt ein Bankkunde zum Abheben und ausdrucken. Ist einer des Quartetts infiziert, gefährdet er einen völlig Unbeteiligten. Aber viel größer ist die Ansteckungsgefahr der vier untereinander.

Je länger sie unter diesen Vorraussetzungen zusammen sitzen, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass der von ihnen Infizierte das Virus weitergibt. Gut möglich an alle drei anderen.

Die Teenager mögen sich denken, dass sie als junge Menschen eine Infektion gut wegstecken. Aber wenn einer von ihnen zuhause die Mutter infiziert, und diese wiederum die Großmutter beim nächsten Besuch. Dann steigt die Wahrscheinlichkeit, Menschenleben zu gefährden. Auch das eine Behandlung in einem Krankenhaus notwendig wird.

Gerade jetzt, da Virusmutationen eine schnellere Ausbreitung zur Folge haben und sogar die Wirksamkeit der Impfstoffe bedrohen, kommt es um so mehr auf unser persönliches Verhalten an. Kontakte reduzieren, Abstand halten, Händewaschen und Maske aufsetzen. Das hilft präventiv. Eine einfache Mund–Nasen-Bedeckung bietet in erster Linie weniger Schutz für den Träger, als für Mitmenschen. Denn vereinfacht gesagt hält es nur die Viren zurück, die im Speichel gebunden sind. Eine FFP2-Maske gibt Schutz für Träger und Mitmenschen. Wenn sie richtig benutzt wird. (red)

Quellen: #Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks, 4.2.20; „Corona-FAQ: Das wissen wir über das Coronavirus“, Robert Koch Institut

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