Faktencheck: Corona ist eben nicht „nur eine Grippe“

Faktencheck: Impfpflicht ist nicht gleich Impfzwang

Mit Entdeckung des neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 begann eine neue Ära gezielter Falschinformationen, vor allem in Sozialen Netzwerken. Die Pandemie rief Corona-Leugner, Verschwörungstheoretiker und Rechtsextreme auf den Plan, die uns mit Halbwahrheiten und glatten Lügen überfluten. Viele Bürger sind ob der Fülle der Desinformationen verunsichert, so mancher springt leider auf den Zug der Hetzer auf. Auch im OT-Verbreitungsgebiet, wie die jüngste Demonstration auf dem Lichtenfelser Marktplatz zeigt.

Deshalb wollen wir für Sie, liebe Leser, einige der kruden Behauptungen einem Faktencheck unterziehen. Damit Sie eine Argumentationshilfe zur Hand haben, wenn Sie von einem Corona-Leugner mit einer „Tatsachenbehauptung“ überfahren werden.

Behauptung

Covid-19 ist „nur eine Grippe“ beziehungsweise nicht schlimmer als eine Grippe.

Richtig ist:

Es gibt Parallelen, aber eben auch große Unterschiede. Die Gleichsetzung ist eine gefährliche Verharmlosung.

Diejenigen, die noch nicht geimpft sind, sind für eine Covid 19-Infektion viel empfänglicher als für eine „gewöhnliche“ Influenza. Grund: Unter den Menschen besteht keine natürliche Immunität gegen das Corona-Virus. Eine Grundimmunität besteht dagegen beim Grippevirus, auch wenn die Influenza-Viren sehr stark mutieren. Zusätzlich gibt es eine Impfung, die laut Robert-Koch-Institut (RKI) das Risiko, an Grippe zu erkranken, bei älteren Menschen halbiert.

Nach RKI-Schätzungen erfasst eine Grippewelle fünf bis 20 Prozent der Bevölkerung. Ohne Maßnahmen (Kontaktbeschränkungen, Masken, Impfung) könnten sich mit dem Corona-Virus dagegen bis zu zwei Drittel der Bürger infizieren, in Deutschland also mehr als 50 Millionen. Es ist deutlich ansteckender, erst recht bei den Mutationen.

Die meisten Menschen kurieren eine Grippe nach zwei bis drei Wochen aus – ohne Folgen. Aber es gibt auch schwerere Verläufe, die eine Lungenentzündung verursachen können und gerade für ältere Menschen lebensgefährlich sind. Wen Covid-19 schwer trifft, der braucht wesentlich länger, bis er geheilt ist . Zudem kann der ganze Körper angegriffen sein, nicht nur die Lunge (Herz, Nieren, Blutgefäße, Nerven, Immunsystem…). Etwa vier Fünftel der Menschen, die sich mit Sars-CoV-2-infizieren, verzeichnen Schätzungen der WHO zufolge einen milden Verlauf. Laut RKI werden in Deutschland rund 14 Prozent der Erkrankten ins Krankenhaus eingeliefert.

Immer wieder gibt es Grippewellen, in deren Verlauf viele Menschen sterben. Vor allem Ältere und Vorerkrankte. 2017/2018 gab es zum Beispiel laut RKI rund 25 000 Grippetote. Das sei aber sehr selten; in anderen Jahren verzeichne man dagegen nur einige hundert Fälle.

Bei Covid-19 sind innerhalb gut eines Jahres 63 635 Todesfälle registriert (Stand: 11.02.2021). Ein Vergleich hinkt auch, weil noch nie bei einer Grippewelle Maßnahmen angeordnet worden sind wie in der jetzigen Pandemie. Influenza-Viren konnten sich also immer relativ stark ausbreiten, im Gegensatz zu Sars-CoV-2. Wie viele Corona-Toten wir ohne Beschränkungen schon zu beklagen hätten, kann niemand sagen.

Die langfristigen Folgeschäden einer Covid-19-Infektion sind noch längst nicht abschätzbar. (red)

Quellen: #Faktenfuchs des Bayerischen Rundfunks, 3.11.20; Robert-Koch-Institut (RKI)

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