BAMBERG

Erzdiözese Bamberg: „Der Caritas ein Gesicht geben“

Der Fotograf Marcus Bauer mit einer Porträtierten, die in einer Wohngemeinschaft der Caritas-Jugendhilfe gelebt hat. Foto: Patrycja Bayer/Diözesan-Caritasverband Bamberg

Jüngst eröffnete der Diözesan-Caritasverband im Bistumshaus St. Otto die Ausstellung „Der Caritas ein Gesicht geben“. 20 großformatige Schwarz-weiß-Aufnahmen des Fotografen Marcus Bauer zeigen Menschen aus Einrichtungen, Diensten und Tätigkeitsfeldern der Caritas. Die Porträtierten – von einer Hundertjährigen im Bayreuther Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Martin bis zur Einjährigen aus der Kreuzberg-Kindertagesstätte in Altenkunstadt – repräsentieren die 100 Jahre Caritas-Arbeit im Erzbistum Bamberg.

QR-Code führen zu Informationen

„Die Porträtierten haben an der Auswahl mitgewirkt und drückten in den Fotos aus: ,Das bin ich'“, erläuterte Caritas-Mitarbeiter Horst Engelhardt, der die Schau mitkonzipiert hat. Kurze Interviews, die man mittels QR-Code auf den Bildtafeln aufrufen kann, ergänzen die Fotografien. Dadurch, so Engelhardt, erzählten diese auch etwas über die Mitarbeiter der Caritas, „ohne die das Leben der Porträtierten nicht möglich ist“.

Blick in die Geschichte der Caritas

Bei der Gründung des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg standen materielle Hilfen zur Bekämpfung wirtschaftlicher Not, die Verteilung von Säuglingsnahrung, Lebensmitteln und Kleidung, im Vordergrund. Daran erinnerte Heinz-Josef Kessmann, Vizepräsident des Deutschen Caritasverbandes, in seiner Ansprache bei der Ausstellungseröffnung. In den 1920er Jahren sei gleichzeitig die heutige Freie Wohlfahrtspflege begründet worden, deren besondere Rolle sich in vielen Einrichtungen wie Kindergärten, Altenheimen und Sozialstationen zeige.

Dass aber das Thema Armut und die materielle Hilfe stets aktuell geblieben seien, habe ganz aktuell die Flutkatastrophe im Ahrtal gezeigt, berichtete Kessmann, der auch Diözesan-Caritasdirektor in Münster ist. Gleichzeitig beschrieb er die Gegenwart als „Zeit der Veränderungen“. Zukunftsaufgaben seien Wohnen, Pflege, Klimaschutz und Digitalisierung.

„Die Porträtierten haben an der Auswahl mitgewirkt und drückten in den Fotos aus: ,Das bin ich'.“
Horst Engelhardt, Caritas-Mitarbeiter

Die Pandemie habe „auf drastische Art vor Augen geführt, wie wichtig eine funktionierende und erreichbare soziale Infrastruktur ist“. Im Lockdown seien Orte weggebrochen, an denen Kinder Teilhabe erfahren: Hort, Verein, Freundeskreis, Kindergarten und Schule. „Die soziale Infrastruktur entscheidet darüber, welche Entwicklungschancen Menschen haben“, betonte Kessmann.

Er bezeichnete die Online-Beratung der Caritas als „Glücksfall“, da sie „nicht nur ein Call-Center“ sei, sondern Hilfesuchende mit Beratungsstellen in Verbindung bringe. Er lobte das Spendenprojekt „Digitale Bildung und Teilhabe“ des Diözesan-Caritasverbandes Bamberg als „genau das richtige Zeichen“. Es fördert Maßnahmen, die benachteiligte Menschen befähigt, trotz materieller und anderer Hürden an der zunehmend digitalisierten Welt teilzunehmen.

Von seinem Anteil am Erlös der Caritas-Herbstsammlung gibt der Diözesan-Caritasverband 80 Prozent in das Projekt „Digitale Bildung und Teilhabe“. Bei der diesjährigen Frühjahrssammlung waren dies rund 46 000 Euro. Mehr Informationen zum Projekt finden sich auf www.caritas100.de.

Die Ausstellung „Der Caritas ein Gesicht geben“ ist im Bistumshaus St. Otto in Bamberg (Heinrichsdamm 32) aufgestellt. Vom 19. Oktober bis 14. November ist sie im Domkreuzgang zu sehen. (red)

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Scharfe Augen und nette Worte
  2. HMS-Weihnachtsgeschenke: Aller guten Dinge sind drei
  3. Corona-Tagebuch: Einfach mal verbuchselt
  4. Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
  5. Zeitschrift „Museumsgala“: jeden Monat neue Gesprächsanreize
  6. Corona-Tagebuch: Backwerk statt Homeoffice
  7. In Bamberg gemeinsam auf kulinarische Reise
  8. Wie „Helfen macht Spaß“ einer Familie hilft
  9. Maapiraten zeigen Flagge in der Corona-Flaute
  10. Corona-Tagebuch: Blauäugiger Killer
  11. Corona-Tagebuch: Ein kleines und findiges Mädchen
  12. Weihnachts-CD von Malte Müller und Musikern vom Obermain
  13. Corona-Tagebuch: Muffins als Dankeschön
  14. Ferienprogramm to go im Spielzeugmuseum Neustadt
  15. Corona-Tagebuch: Ein dämlicher Vergleich
  16. Bayreuther Forscher entwickeln neues Sportartikel-Label
  17. Faktencheck: Impfpflicht ist nicht gleich Impfzwang
  18. Corona-Tagebuch: Das große Schnattern
  19. Corona-Tagebuch: Über die Liebe in Zeiten von Corona
  20. Universität Bayreuth setzt Zeichen gegen Gewalt
  21. Corona-Tagebuch: Die Botschaft lautet „do be do be do“
  22. Corona-Tagebuch: Schlaflos in Lichtenfels
  23. Das Skills Lab startet in Bamberg
  24. In Kulmbach darf gesprayt werden
  25. Corona-Tagebuch: Fataler Rentenoptimismus
  26. Neue Arbeitsmodelle als Chance für Oberfranken
  27. Corona-Tagebuch: Junge Liebe gleich ausgebremst
  28. Schwürbitzer Kinder machen Kunst für eine gute Sache
  29. Neue oberfränkische „Zertifizierte Obstbaumpfleger“
  30. Hochstadter Schulbibliothek unter den Besten
  31. Corona-Tagebuch: Wallung in der Badewanne
  32. Corona-Tagebuch: Einen Knick in der Nase
  33. Zeitschrift „Museumsgala“: jeden Monat neue Gesprächsanreize
  34. Sanitätsausbildung des BRK-Kreisverbands Lichtenfels
  35. Corona-Tagebuch: Corona-Tests als Party-Brüller
  36. Corona-Tagebuch: Was ein bisschen Benimm ausmacht
  37. Familie Groh und die Nachhaltigkeit
  38. Corona-Tagebuch: Die Wahrheit über Männergespräche
  39. Corona-Tagebuch: Und schon wieder die stille Zeit
  40. Das Science on Stage Festival kommt nach Bayreuth
  41. Gespendetes Auto rollt für polnisches Waisenhaus
  42. Foto-Kalender für HMS-Sonderaktion „Ukraine“
  43. Corona-Tagebuch: Bahnfahrt und Pizza
  44. Corona-Tagebuch: Liebesleben und Gesichtslähmung
  45. Jugend forscht: Tüfteln, experimentieren und erfinden
  46. Theater in Bamberg: „Herr Bello und das blaue Wunder“
  47. Lichtenfels: Im Paunchy Cats rockt es wieder
  48. Corona-Tagebuch: Ein Ständchen in Hamburg
  49. Zeitschrift „Museumsgala“: jeden Monat neue Gesprächsanreize
  50. Paul Maar liest im Theater

Schlagworte