LICHTENFELS

Energie sparen: Am Staffelberg gehen die Lichter aus

Energie sparen: Am Staffelberg gehen die Lichter aus
Auch im Rathaus Bad Staffelstein wird künftig weniger geheizt. Foto: Markus Drossel

Die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung über kurzfristig wirksame Maßnahmen trat am 1. September in Kraft. Sie schränkt unter anderem die Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern sehr stark ein. Im Bericht „Rathaus nicht mehr beleuchten“ (OT von Mittwoch, 31. August, Seite 3) stellten wir die Sparmaßnahmen in Marktgraitz, Burgkunstadt, Lichtenfels und Michelau vor. Nun werfen wir einen Blick auf weitere Kommunen im Landkreis.

So hatte die Stadt Bad Staffelstein bereits zuvor den Entschluss gefasst, das Rathaus nicht mehr von außen zu beleuchten und dies bereits umgesetzt. „Auch die Beleuchtung des Gipfelkreuzes am Staffelberg werden wir einstellen“, teilt Fabian Leppert mit. Der Geschäftsleiter der Stadt Bad Staffelstein teilt ebenfalls mit, dass die Beleuchtung der Alten Darre und des Stadtturms abgeschaltet wird.

Die Straßenbeleuchtung im Stadtgebiet wurde mit Ausnahme des Banzgaus ja bereits auf LED umgerüstet und ist daher sehr sparsam im Verbrauch. Eine vollständige nächtliche Abschaltung sei mit Blick auf die Sicherheit nicht ratsam. Die Umrüstung der Straßenbeleuchtung im Banzgau auf LED sei bereits beauftragt, ergänzt er.

Energie sparen: Am Staffelberg gehen die Lichter aus
Das Staffelbergkreuz wird künftig nachts nicht mehr leuchten. Foto: Markus Drossel

Flur und Treppenhäuser werden im Rathaus nicht mehr beheizt

Auch bei der Beheizung von Gemeinschaftsflächen und Arbeitsräumen sowie bei der Trinkwassererwärmung werde sich im Bad Staffelsteiner Rathaus einiges tun: Flur und Treppenhäuser würden gar nicht mehr, Büroräume nur noch bis 19 Grad beheizt. Die Boiler in den Toiletten würden abgeschaltet. „Die technischen Detailfragen der Umsetzung, insbesondere hinsichtlich der Beheizung, klären wir derzeit“, so Fabian Leppert nach Rücksprache mit Bürgermeister Mario Schönwald. Jeweils ausgenommen von diesen Regelungen seien die Kindertagesstätten und Schulen.

Wie sich die Umsetzung der Vorgaben auf die Aufenthaltsqualität in den öffentlichen Gebäuden (das betrifft auch den gegenüberliegenden Kur und Tourismus Service) auswirken wird, zeige sich erst im laufenden Betrieb. „Klar ist aber, dass die Besucher und insbesondere die Bediensteten der Stadt Bad Staffelstein in diesem Winter dickere Klamotten benötigen werden, als in den zurückliegenden Jahren“, erwartet Geschäftsführer Leppert ohne jeden Zweifel.

Auch im Rathaus Altenkunstadt werde reagiert, teilt der Erste Bürgermeister Robert Hümmer mit: Die Gemeinde Altenkunstadt habe bereits alle Straßenbeleuchtungslampen auf LED umgestellt, das seien immerhin 1100 Lampen. Um Energie zu sparen, schaltet sich ab 22 Uhr im Schnitt jede zweite Lampe aus. Das Rathaus von Altenkunstadt wird nicht angestrahlt, und auch im Neubaugebiet Baiersdorf und Gewerbegebiet Woffendorf sei die Beleuchtung ausgeschaltet, da noch keine Bebauung vorhanden sei. „Unser Mühlrad wollten wir beleuchten, diese Beleuchtung bleibt aus,“ bedauert der Bürgermeister.

Die Grundschule in Altenkunstadt wird mit Hackschnitzel beheizt

An der Grundschule könnte man mit normaler Temperatur weiter heizen, da man mit eigenem Holz aus Hackschnitzel aus dem Gemeindewald heizen würde, ergänzt er. Doch auch in Altenkunstadt brauchen einige Schüler und Rathausbedienstete bald wärmere Kleidung: die Temperaturen an der Mittelschule und im Rathaus müssten etwas herunterfahren werden, hier werde mit Gas geheizt.

Zum Thema Sparen und Beleuchtung meldet sich auch die Marktgemeinde Ebensfeld zu Wort. Dritter Bürgermeister Anton Schatz, der die Urlaubsvertretung von Bernhard Storath übernimmt, ist froh und erleichtert, dass der Markt Ebensfeld bereits in den vergangenen Jahren seine komplette Straßenbeleuchtung auf LED-Beleuchtung umgestellt. Hier „spart“ der Markt Ebensfeld nicht nur rund 264.000 kWh Strom, sondern auch 52.300 Euro Stromkosten (bisheriger Tarif).

Aufgrund der aktuellen Energiekrise habe die Verwaltung zusammen mit dem Bayernwerk weiteres Einsparpotenzial geprüft. „Mehr geht aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht nicht!“, stellt er klar. Außerdem überprüfe man aktuell die Stromnutzung in allen Liegenschaften in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen. Nach den Sommerferien werde das Thema „Energie sparen“ in der Schule mit Schulleitung und Hausmeistern begonnen, entsprechende Maßnahmen sollen dann umgesetzt werden. Auch im Ebensfelder Rathaus wird die Heizung auf 19 Grad runtergedreht.

Aus Kostengründen schon seit Jahren keine Beleuchtung mehr

Für den Ersten Bürgermeister Michael Zapf der Stadt Weismain antwortete dessen Stellvertreter Matthias Müller auf die Anfrage dieser Redaktion. Die Jura-Stadt habe die Stadtpfarrkirche, den Turm am Kastenhof sowie das Obere Tor nachts schon seit Jahren aus Kostengründen nicht mehr beleuchtet. Auch in den Ortsteilen würde schon länger keine Gebäude mehr nachts beleuchtet oder angestrahlt. Und es werde auch weiterhin gespart, informierte der Zweite Bürgermeister.

In der Stadt selbst würde bei Straßenlampen mit zwei Röhren bereits um 22 Uhr eine der beiden abgeschaltet. Weiterhin habe der Stadtrat schon 2021 beschlossen, alle Straßenlaternen auf die sparsame LED-Technik umzustellen. Diese Maßnahme werde in absehbarer Zeit durch den Energieversorger ausgeführt. In den Ortsteilen werde bei der Straßenbeleuchtung mit Röhrentechnik derzeit im Zeitraum von 22 bis 5 Uhr ebenfalls eine Röhre abgeschaltet. Aus Sicherheitsgründen brennt eine Röhre weiterhin die ganze Nacht durch.

Energie sparen: Am Staffelberg gehen die Lichter aus
An so manchem Heizkörper wird das Thermostat zurückgedreht. Foto: Markus Drossel

„Kann oder will man noch woanders Energie einsparen?“, fragen wir nach. Bei Schule und Kindergärten verhalte es sich in der Stadt so, dass beide Gebäude mit einer sehr effizienten Holzhackschnitzelheizung beheizt würden, erklärt Matthias Müller. Das gleiche gelte für das Kastenhofgebäude, in dem sich derzeit auch das Rathaus befindet und das ebenfalls mit einer Holzhackschnitzelheizung beheizt wird. Die Energiekosten hielten sich hier also im Rahmen.

In Schule und Kindergarten bleibt es warm

„Es ist derzeit nicht geplant, hier die Heiztemperaturen zu senken“, so Müller. Gerade die Kinder im Kindergarten und in der Grundschule hatten in den vergangenen beiden Corona-Jahren genug unter der Situation zu leiden gehabt, so dass man ihnen jetzt auch nicht noch zumuten müsse, sich im Winter mit Jacken ins Klassenzimmer setzen zu müssen.

Für das Kastenhofgebäude wäre es aus baulicher Sicht ebenfalls nicht zielführend, die Temperatur zu senken, da es sich hier um ein sehr altes Gebäude handele, dieses zu schnell auskühlen würde und unter Umständen mit Feuchtigkeit in den Wänden zu rechnen wäre.

 

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