LICHTENFELS

Ein Rettungssanitäter zu Zeiten von Corona

Markus Pohl, 41 Jahre, arbeitet als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz. Foto: Till Mayer

Die Corona-Krise stellt alles auf den Kopf. Aber der Ernst der lage bewirkt bei so manchem auch eine respektvolleres Verhalten. Das weiß auch Rettungssanitäter Markus Pohl, 41 Jahre...

„Die Corona-Krise verändert tatsächlich das Verhalten der Menschen. Das kann ich als Rettungssanitäter beim Roten Kreuz in meiner täglichen Arbeit erleben. Wenn man zum Einsatzort gerufen wird, dann ist das Interesse am Geschehen von Nachbarn oder vermeintlichen Zuschauern zurückhaltender, ja vorsichtiger. Interessant ist, dass auch das Verhalten uns gegenüber respektvoller geworden ist.

Die oftmals übertriebene Anspruchshaltung ist einem besonnenen Miteinander gewichen. Heute hören wir öfter den Satz ,Es ist schön, dass es Euch gibt.'

Das war vor der Krise durchaus nicht selbstverständlich und so sind solche Äußerungen wohltuend. Schon als Jugendlicher habe ich mich für die Hilfe für andere Menschen interessiert und war im Schulsanitätsdienst in meiner Hauptschule engagiert.

Schon als Jugendlicher im Schulsanitätsdienst

Ich habe Zimmermann gelernt und während eines Erste-Hilfe-Kurses des Roten Kreuzes haben mich die Möglichkeiten des Helfens in dieser Organisation fasziniert. Darum entschied ich mich, meinen Zivildienst beim BRK-Kreisverband Lichtenfels im Jahr 1999 zu absolvieren. Seit diesem Zeitpunkt bin ich ehrenamtliches Mitglied und habe mich zum Rettungssanitäter in meiner Freizeit weitergebildet. Im Jahr 2002 wurde ich dann hauptamtlich vom Roten Kreuz angestellt und arbeite seitdem beim Rettungsdienst.

„Aber dieser neue, unbekannte Virus flößt einem schon mächtigen Respekt ein.“
Markus Pohl, Rettungssanitäter

Jeden Tag komme ich gerne auf meine Arbeit, es ist aufregend und befriedigend zu gleich. Kein Einsatz ist wie der andere und sich jeden Tag neuen Herausforderungen zu stellen, hat an seinem Reiz nichts verloren. Infektionsfahrten gehörten schon in der Vergangenheit zu unserem Arbeitsalltag. Aber dieser neue, unbekannte Virus flößt einem schon mächtigen Respekt ein.

Der Sohnemann ist stolz auf den Vater

Natürlich unterhalte ich mich in meiner Familie über manche Erlebnisse in meiner beruflichen Tätigkeit. Mein elfjähriger Sohn ist stolz auf das, was ich mache. Er selbst ist beim Jugendrotkreuz. Die gegenwärtige Situation hat mir noch einmal vor Augen geführt, dass meine Entscheidung zu meiner beruflichen Orientierung richtig war und ist. Ich trage gern das Rote Kreuz auf meiner Dienstkleidung, weil es als weltweites verbindendes Symbol für die Vielfalt des Helfens steht.“

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