TRIEB

Drei Power-Frauen für den FC Trieb

Frauenpower beim Vorstand des FC Trieb: (v. li.) Waltraud Schramm (2. Vorsitzende), Susanne Kraus (1. Vorsitzende) und Claudia Schramm (Schriftführerin). Foto: Heinz Fischer

Immer lustig und locker geht es zu, wenn sich das Führungstrio des FC Trieb im Sportheim trifft. Drei starke Damen haben sich den Erfolg des Vereins auf die Fahne geschrieben.

Da wäre zunächst die Vorsitzende Susanne Kraus. Die 50-jährige Einzelhandelskauffrau führt den Verein seit zwölf Jahren. Nebenbei hält sie noch Fitness-Stunden in einem Lichtenfelser Sportstudio.

„Ich bin keine Rentnerin, ich bekomme nur Rente.“
Waltraud Schramm, 2. Vorsitzende und Kassiererin

Unterstützt wird sie im Verein von Waltraud Schramm, die mit ihren 71 Lenzen noch lange nicht die Hände in den Schoß legt. Seit 45 Jahren liegt ihr der Sportverein am Herzen, als Kassenverwalterin und 2. Vorsitzende hat sie den Verein mit geprägt. Bis zu ihrem Ruhestand war sie bei einer Krankenkasse und im Forstamt angestellt. Vor sechs Jahren hat sie noch eine Ausbildung zur Zumba-Instructorin gemacht. Ihr Motto: „Ich bin keine Rentnerin, ich bekomme nur Rente.“ Bis heute steht sie weiterhin als Vize zur Verfügung.

Schließlich, der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm, wäre als dritte im Bunde noch Waltrauds Tochter Claudia Schramm. Mit 36 Jahren das „Nesthäkchen“ im Vorstand, ist sie quasi mit dem Verein aufgewachsen. Neben ihrem Beruf als technische Systemplanerin im Anlagenbau ist sie als Schriftführerin für das Protokoll verantwortlich, außerdem trainiert sie die Gymnastik-Gruppe.

Fünf Jahre lang lag der Spielbetrieb brach

Seit zehn Jahren arbeiten die drei nun zusammen, und seit dieser Zeit hat sich der Verein bestens entwickelt. 330 Mitglieder zählt man, davon – man beachte – 182 weiblich. 84 Mitglieder sind jünger als 14, eine wahrhaft gesunde Mitgliederbasis.

Frauenpower wird also in Trieb groß geschrieben. Es gab in dem Lichtenfelser Stadtteil eine Zeit ohne Fußballmannschaft, fünf Jahre lang lag der Spielbetrieb brach. Die drei Damen vom Vorstand haben mit Hilfe vieler anderer Mitglieder die Mannschaft neu aufgebaut, und so rollt seit acht Jahren wieder der Ball.

Keinerlei Akeztanzprobleme bei den Männern

Keinerlei Akzeptanzprobleme gibt es bei den Männern in der Fußball-Abteilung, im Gegenteil, man(n) steht voll und ganz hinter dem weiblichen Führungstrio. In der laufenden Saison spielt das Team in der A-Klasse 4 Coburg, man hofft natürlich in der Zukunft auf Aufstiegsmöglichkeiten, auch wenn es momentan nicht ganz danach aussieht.

Das Jahr 2021 war für den Verein ein ganz besonderes Jahr. 1921 gegründet, konnte der Sportverein im vergangenen Jahr das 100-jährige Bestehen feiern. Vor einem Jahrhundert haben sich einige junge Trieber gefunden, um einen Fußballverein

Soll eine neue Flutlichtanlage bekommen: Der Fußballplatz des 1. FC Trieb. Foto: Heinz Fischer

zu gründen. Seit dieser Zeit wird, mit einigen kleinen Unterbrechungen, im Ort Fußball gespielt.

Bewegung und Spaß vom Kleinkind bis zum Senior

Gab es bis 1976 nur Fußball beim FC Trieb als Sportart, werden heute eine Vielzahl von Aktivitäten für jedes Alter angeboten, immer unter dem Motto „Bewegung und Spaß für alle“, und damit sind auch alle Altersgruppen gemeint. Stolz berichtet die Vorsitzende, dass die 1976 gegründete Tanz- und Gymnastikabteilung ebenso wie der Fußball den Verein über die Grenzen des Landkreises hinaus bekannt macht. Das Tanzen unter Leitung von Waltraud Schramm kam so gut an, dass man 1988 noch eine Mädchentanzgruppe ins Leben rief. Und selbst die Kleinsten und die Senioren fühlen sich beim Sport im Vereinsheim wohl.

„Seit dem Jahr 2013 besteht unser Vorstand aus Frauen, die für ihren Verein alles geben und stolz auf die Erfolge sind!“, erzählt Susanne Kraus. Diese Erfolge, die Auszeichnungen, Fernsehberichte: Alles sei ein Lohn für die Zeit und die Arbeit, die nicht nur sie, sondern auch die Vorstände der vergangenen 100 Jahre zu bewältigen hatten.

Kaum Vereinsaustritte während der Pandemie

Die Festlichkeiten zum Jubiläum waren wie viele andere von Corona überschattet und wurden so für die Verantwortlichen zur Zitterpartie. Bis zwei Tage vor Beginn am 3. Juli 2021 war unklar, ob man Pandemie-bedingt überhaupt feiern durfte. Mit vielen Auflagen und Einschränkungen hat der Verein dann trotzdem das Fest an zwei Tagen durchgezogen.

Im Sportheim gibt es vielerlei Aktivitäten für Jung und Alt. Foto: Heinz Fischer

Der guten Stimmung tat dies alles keinen Abbruch.

Auch sonst, so die Vorsitzende Susanne Kraus, sei der FC Trieb einigermaßen gut durch die Pandemie und den Lockdowns gekommen. Auch wenn der Sportbetrieb, hier wie überall, stark eingeschränkt war und die Gemeinschaft darunter gelitten hat: Es gab kaum Vereinsaustritte, ziemlich alle Mitglieder sind dem FC treu geblieben.

Eine neue Flutlichtanlage für den Fußballplatz

Wie sieht der Vorstand nun die Zukunft des 1. FC Trieb? Dran bleiben, Geschaffenes erhalten und ausbauen, neue Herausforderungen annehmen. So soll in naher Zukunft mit Hilfe von Zuschüssen eine neue Flutlichtanlage für den Fußballplatz im Wert von 40.000 Euro installiert werden. Und in und am Sportheim gibt es ebenfalls immer etwas zu tun. „Chapeau“, Susanne, Waltraud und Claudia vom 1. FC Trieb.

Angebot

Ein breites Angebot gibt es beim FC Trieb neben Fußball:

• Zappelzwerge (null bis drei Jahre)

• Zappelkids (vier bis acht Jahre)

• Tanzen für Mädchen (vier bis zehn Jahre)

• Tanzen für Teens (elf bis 15 Jahre)

• Gymnastik für Erwachsene

• Tanz für Erwachsene

• Gymnastik für Junggebliebene

 

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