LICHTENFELS

Dokumentarfilm über „13 Führerscheine“ wird gezeigt

Stellten im August 2021 Landrat Christian Meißner (li.) beim Empfang im Landratsamt das Filmprojekt zum P-Seminar „13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale“ vor: (weiter v. li.) Regisseur Ryoya Terao, Professor Elisabeth Gareis, Produzent Vinit Parmar, rechts Kameramann M... Foto: Heido Bauer/Landratsamt

„Dass es für den Dokumentarfilm über das Projekt ,13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale‘ am Mittwoch, 27. April, einen Sneak Preview im Deutschen Generalkonsulat in New York gibt, ist eine herausragende Würdigung“, freut sich Landrat Christian Meißner.

Die Initiative zu dem Film ging vom Deutschen Generalkonsulat aus. So kam es, dass im vergangenen Sommer ein US-amerikanisches Film-Team mit Ryoya Terao an der Spitze die Recherchen des Projekt-Seminars am Meranier-Gymnasiums Lichtenfels dokumentierte. Nun wird der fast fertige Film erstmals vor kleinem ausgewähltem Publikum im Rahmen der Veranstaltung unter dem Titel „13 Driver?s licences – A journey of Disovery, Reflection and Reconciliation“ zu sehen sein.

Bei den Dreharbeiten zum Dokumentarfilm: (v. li.) der Leiter des P-Seminars „13 Führerscheine - Dreizehn jüdische Schick... Foto: Heido Bauer/Landratsamt

Eine richtige Premiere wird es noch nicht sein, weil noch eine entscheidende Szene fehlt, erläutert Professorin Elisabeth Gareis, gebürtige Lichtenfelserin. Sie hat mit Lisa Salko, der Enkelin von Sigmund Marx, einem der einstigen Führerscheininhaber, das Film-Projekt sozusagen „in die Wege geleitet“.

Lisa Salko hat nach ihrem Besuch in Lichtenfels in den USA über das Projekt eine Reihe von Vorträgen gehalten. Unter anderem war die Ausstellung im Museum of Jewish Heritage in New York City zu sehen. Nun wird sie im Generalkonsulat sprechen und dabei gefilmt. Diese Szene wird mit in den Film eingebaut.

Im vergangenen Sommer empfing Landrat Christian Meißner das Filmteam aus den Vereinigten Staaten und Professorin Elisabeth Gareis im Landratsamt. Die gebürtige Lichtenfelserin lebt seit 1994 in New York und lehrt dort am Baruch College. Ihr Ehemann, Ryoya Terao, wiederum ist Dokumentarfilmemacher und Associate Professor of Video Production am New York City College of Technology und Regisseur bei dem Projekt. Die Dreharbeiten begannen im Juni 2021 in New York, vom 30. Juli bis zum 8. August erfolgten sie im Landkreis Lichtenfels. Dazu kam mit Emmy-Preisträger Mark Raker ein Weltklasse-Kameramann von New York nach Lichtenfels, um vor Ort die Aufnahmen zu machen.

Im Rahmen der Dreharbeiten wurden die ehemaligen Schüler, ihr ehemaliger Seminarleiter, Studiendirektor a.D. Manfred Brösamle-Lambrecht, die Altenkunstadter Archivarin Inge Goebel (83 Jahre) und der Lichtenfelser Zeitzeuge Walter Maisel (93 Jahre) interviewt. Weitere Aufnahmen sind für den Sommer nächsten Jahres geplant. Die Koinor-Horst-Müller-Stiftung unterstützt das Projekt laut Michael Schulz vom Stiftungsrat mit einem finanziellen Beitrag. Die Stiftung hat auch das P-Seminar und die Ausstellung gefördert.

Ein Film dokumentiert nun die Recherchen der Lichtenfelser Gymnasiastinnen und Gymnasiasten: Landrat Christian Meißner u... Foto: Heido Bauer/Landratsamt

Der Film dokumentiert Entstehung und Tragweite des P-Seminars „13 Führerscheine – Dreizehn jüdische Schicksale“ 2018/19 am Meranier-Gymnasium Lichtenfels (MGL). Es entstand auf Initiative von Landrat Christian Meißner nach einem Zufallsfund: Im Frühjahr 2017 war ein alter brauner Umschlag, der bei Aufräumarbeiten im Rahmen der Digitalisierung aufgetaucht war, auf dem Schreibtisch des Landrats gelandet. Der Inhalt: 13 Führerscheine, die man dreizehn jüdischen Mitbürgern des damaligen Bezirksamtes Lichtenfels 1938 abgenommen hatte – teils bei deren Emigration, teils im Zusammenhang mit den Novemberpogromen.

Landrat Meißner betont: „Selbstverständlich werden wir auch im Landkreis eine Premiere machen, wenn der Film fertig ist.“ (red)

 

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