LICHTENFELS

Digitale Wirtschaftsförderung: Was ist der B2B-Atlas Obermain?

Digitale Wirtschaftsförderung: Was ist B2B-Atlas Obermain?
Derzeit werden rund 300 B2B-Unternehmen im Landkreis angeschrieben und aufgerufen, die Patenschaft über ihren Firmeneintrag zu übernehmen (Symbolbild), Foto: dpa/Fabian Strauch

Der Landkreis Lichtenfels arbeitet gemeinsam mit dem Startup Sherlock Who an einer ganz besonderen regionalen Firmensuchmaschine. Der „B2B-Atlas Obermain“ solle unabhängig und nachhaltig für Transparenz in der Firmenlandschaft vor Ort sorgen, meldet die Wirtschaftsförderung des Landratsamtes. Dieser Atlas solle die Unternehmen dabei unterstützen, potenzielle Geschäftspartner in der Nähe zu finden.

Die Herausforderung, stets für vollständige und aktuelle Daten zu sorgen, werde mit einer spezialisierten Firmen-Suchtechnologie gelöst. Diese versorge sich automatisch mit aktuellen Firmen-Daten.

Selbst für Alteingesessene schwer, sich einen Überblick zu verschaffen

Wie wichtig regionale Geschäftsbeziehungen für Unternehmen sind, führe auch die Corona-Pandemie vor Augen. Kunden würden wegfallen, Lieferketten abreißen und die Beschaffung von Produkten werde erschwert. Doch auch vor und nach der Pandemie sei die Suche nach regionalen Geschäftspartnern ein Thema, heißt es in der Pressemitteilung. Selbst für alteingesessene Unternehmerinnen und Unternehmer sei es oft schwer, sich einen Überblick über die potenziellen Lieferanten, Kunden und Partner in der näheren Umgebung zu verschaffen. Vollständige und übersichtliche Datenbanken gebe es nicht.

Transparenz bei etablierten Suchmaschinen: Fehlanzeige

Bei der Recherche im Internet komme erschwerend hinzu, dass die etablierten Suchmaschinen und Suchplattformen mit ihren Geschäftsmodellen zunehmenden Einfluss darauf ausübten, welche Unternehmen online überhaupt sichtbar seien und welche nicht - Transparenz: Fehlanzeige.

Die Wirtschaftsförderung des Landkreis Lichtenfels sehe sich hier in der digitalen Verantwortung. Darum arbeite sie aktuell daran, eine unabhängige Firmensuchmaschine für die Region anzubieten, die nachhaltig für einen objektiven und transparenten Überblick über die B2B-Lieferanten in der Region sorge: der B2B-Atlas Obermain.

„Die große Herausforderung bei so einem Projekt ist es,

mit machbarem Aufwand

die Daten vollständig zu

beschaffen und auch dauerhaft aktuell zu halten.“

Helmut Kurz, Wirtschaftsförderer am Landratsamt

„Die große Herausforderung bei so einem Projekt ist es, mit machbarem Aufwand die Daten vollständig zu beschaffen und auch dauerhaft aktuell zu halten. Deutschlandweit gibt es zahllose Beispiele für unvollständige und veraltete Firmenverzeichnisse. So etwas wollen wir vermeiden“, meint Wirtschaftsförderer Helmut Kurz.

Bei der Umsetzung des Projektes gehe der Landkreis deshalb den Weg der Digitalisierung. Anstatt die Daten der Unternehmen von Hand zu erheben, zu verschlagworten und zu aktualisieren, setze Sherlock Who eine spezialisierte Suchtechnologie ein. Diese hole sich sämtliche Informationen automatisiert aus den Firmenwebseiten und mache sie mit entsprechenden Suchalgorithmen auffindbar. Selbstverständlich könnten die Unternehmen sich auch persönlich einbringen und ihre Daten ergänzen.

Kompetenz an Bord geholt: Suchmaschinen-Startup Sherlock Who

Dazu habe sich die Wirtschaftsförderung des Landkreises Unterstützung beim Suchmaschinen-Startup Sherlock Who aus München geholt. Das Startup betreibe seit 2017 die unabhängige B2B-Lieferantensuchmaschine www.Sherlock-Who.com. Mit seiner Initiative „Regionaler B2B-Atlas“ biete es Landkreisen und Regionen seit kurzem an, Projekte wie im Landkreis Lichtenfels mit kleinen Budgets und geringem Aufwand nachhaltig umzusetzen.

„Der Landkreis Lichtenfels ist sehr auf Digitalisierung bedacht und sieht hier eine Chance für die Unternehmen der Region. Wir sind sehr glücklich darüber, dass die Entscheidung für das gemeinsame Pilotprojekt so schnell getroffen werden konnte“, so Björn Meschenmoser, Geschäftsführer von Sherlock Who.

Landrat Meißner: Ende März soll der Atlas online gehen

„Derzeit werden rund 300 B2B-Unternehmen im Landkreis angeschrieben und aufgerufen, die Patenschaft über ihren Firmeneintrag zu übernehmen. Sie sind gebeten ihren Eintrag mit ihren selbst gewählten Ergänzungen zu optimieren. Ende März soll der B2B-Atlas Obermain online gehen. Die Daten aus der Region Lichtenfels werden dann auch im gesamten deutschsprachigen Raum (Deutschland-Österreich-Schweiz) in der Lieferantensuchmaschine www.sherlock-who.com auffindbar sein“, weiß Landrat Christan Meißner. Er hofft, dass damit ein Jahr nach dem Beginn der Pandemie den heimischen Unternehmen sinnvoll geholfen werden kann.

„Das Lichtenfelser Projekt hat bundesweit bereits bei vielen Wirtschaftsförderungen für Aufmerksamkeit gesorgt.“ ergänzt Björn Meschenmoser die Ausführungen.

Rückfragen bitte an die wirtschaftsfoerderung@landkreis-lichtenfels.de (red)

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