Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: „Lichtenfelser Guckloch“ beste Schülerzeitung

Zum ersten Mal aufgebaut zu sehen ist die neue Krippe der Pfarrei Isling. Foto: michael Haselmann

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

20 Seiten umfasst das „Lichtenfelser Guckloch“, die Schülerzeitung der Lichtenfelser Volksschule an der Kronacher Straße, die beim Schülerzeitungswettbewerb des Kultusministeriums auf Bezirksebene den ersten Platz erringt. Dieser ist dotiert mit 150 Mark, die laut Chefredakteur Manfred Siegmund (Klassenleiter der 2a), gleich in die Produktion der nächsten Ausgabe investiert werden sollen.

Rektor Max Mühlhäußer (hinten li.) und Klassenleiter Manfred Siegmund freuen sich mit den Jungredakteuren der 2a der Vol... Foto: Joachim Wegner

Staffelsteins Chancen, „sich einen Platz unter den etablierten Heilbädern zu sichern, stehen gut. Der Grundstein für die Entwicklung zum Kurort ist gelegt“, so resümiert Geografiestudent Patrick Rahamefiarisoa-Backer die hoffnungsvolle Situation der Adam-Riese-Stadt 1995. In seiner Diplomarbeit befasste er sich acht Monate lang mit den wissenschaftlich messbaren Parametern zum „Fremdenverkehr in Staffelstein seit 1986“ und legt diese nun zur Prüfung vor.

Bundespräsident übernimmt Patenschaft für kleine Draisdorferin

Roman Herzog hat ein Patenkind in Draisdorf – und zwar die sieben Wochen alte Anna Ilona, das siebte Kind von Rudolf und Claudia Billinger. Kurz vor Weihnachten überreichen die beiden Ebensfelder Bürgermeister Josef Storath und Christoph Hollfelder die Ehrenpatenschaftsurkunde, das Glückwunschschreiben und 500 Mark Patenpräsent im Auftrag des Bundespräsidenten an die glücklichen Eltern. Seit 1949 gibt es solche Ehrenpatenschaften, erläutert die Homepage des Bundespräsidenten: Sie habe „in erster Linie symbolischen Charakter. Sie ist mit der Taufpatenschaft nicht zu vergleichen. Der Bundespräsident bringt mit der Ehrenpatenschaft die besondere Verpflichtung des Staates für kinderreiche Familien zum Ausdruck. Sie stellt die besondere Bedeutung heraus, die Familien und Kinder für unser Gemeinwesen haben. Die Ehrenpatenschaft soll mit dazu beitragen, das Sozialprestige kinderreicher Familien zu stärken.“

„Alles andere als eine stille Nacht“

Eine Mammutveranstaltung, bei der alle 2000 Fans genau den Spaß hatten, den sie erwartet hatten: mit heftig lautem Hardrock und Heavy- und Speed-Metal: „Es war alles andere als eine stille Nacht“ in der Lichtenfelser Stadthalle – an diesem Abend vor der Heiligen Nacht, schreibt das OT. Die „X-Mas-Party” mit den drei Zugpferden „Rage“, „Yngwie Malmsteen“ und „Saxon“ ist garniert mit Kurzauftritten weiterer unbekannterer Genre-Bands, was auch eine Qualitäts- und Stimmungs-Achterbahn mit sich bringt. „Einfach des Guten zuviel“, urteilt der OT-Berichterstatter und zieht eine insgesamt positive Bilanz zur Schwermetall-Weihnachtsfeier: Zweifellos seien alleine die Headliner die Anreise wert gewesen.

Erinnerungen an Weihnachten 1945

In der lokalen Aufmachergeschichte für die OT-Weihnachtsausgabe erinnern sich Zeitzeugen an „die erste Friedensweihnacht 1945“: Nach dem Niedergang des Naziregimes prägen Hunger, Trauer um gefallene Familienangehörige, Kriegsgefangenschaften, Flüchtlingsschicksale und die überall sichtbaren Spuren des Zweiten Weltkriegs den Alltag und die Weihnachtsfeiertage. 50 Jahre danach sind die Zeitzeugen betagte und nicht selten verdiente Mitbürger, wie im Fall der beiden Altbürgermeister Dr. Günther Hauptmann (Lichtenfels) und Georg Dora (Burgkunstadt).

Claudia Billinger (Mitte) hat hier ihre kleine Anne Ilona auf dem Arm, für die Bundespräsident Roman Herzog die Ehrenpat... Foto: Ebitsch

Letzterer verbrachte als 20-Jähriger den Heiligen Abend 1945 in französischer Gefangenschaft bei Wassersuppe und trockenem Brot. Dass seine Füße erfroren waren und er deshalb in keinen Schuh hineinkam, sei für ihn ein Glücksfall gewesen, berichtet er: So wurde er nicht zum Arbeiten ins belgische Bergwerk geschickt.

Ohne Tannenbaum und ohne Vater verbrachte der junge Günther Hauptmann sein Weihnachtsfest im ersten Nachkriegswinter. Aus dem Elternhaus in Eger (Tschechien) vertrieben, bangte der 20-jährige zusammen mit seiner Mutter nicht nur um den zu Arbeitslager verurteilten Vater, sondern musste als – wegen einer schweren Verwundung dienstuntauglicher – einstiger Kampfpilot auch selbst fürchten, verhaftet zu werden.

Neue Krippe in der Islinger Kirche

In Isling können sich die Gläubigen in der Pfarrkirche über ihre neue Weihnachtskrippe freuen: Im Frühjahr war sie in Sankt Ulrich (Südtirol) in Auftrag gegeben worden, mittlerweile geliefert und von Pfarrer Helmut Börner mit einer jungen Helferschar aufgebaut worden. Heilige Familie, Hirten, Könige und Tiere umfassen insgesamt über 30 Figuren – plus Kulisse.

 

Schlagworte