EBENSFELD

Vor 25 Jahren im OT: Einbrecher, Weisheiten und Würdenträger

500 Mark aus dem Verkaufserlös seiner CDs spendet der singende Korbmachermeister Gerd Backert (v. li.) an DLRG (hier vertreten durch Frank Raimann) und BRK (Gerd Leibold). Gleichzeitig stellt er sein neuestes Werk vor: ein Büchlein mit dem Titel „Wiss?n is‘ Macht”. Foto: Klaus Gagel

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt

Für jedes ihrer Opfer ist die Tat ein einzigartiger Tiefschlag im Leben: Jeder Einbruch verletzt die Privatsphäre und das Schutzbedürfnis der Bestohlenen. Doch das kümmerte drei Zufallsbekannte wenig, die sich wegen chronischen Geldmangels zu Serieneinbrüchen in Gartenhäuschen und Vereinsheimen verabredeten und die Beute – vom Gartenzwerg bis zu Elektrogeräten – letztlich am Flohmarkt verhökerten.

Drückt den „Startknopf” für den neuen Tiefbrunnen „V” im Kirchleiner Wald: Burgkunstadts Bürgermeister Heinz Petterich. Foto: Heinrich Ramming

Schweren Bandendiebstahl in 88 Einbruchsfällen bei summa summarum 80 000 Mark Schaden listet die Anklageschrift gegen den 24-jährigen Lichtenfelser und seine beiden weiblichen Komplizinnen (34 und 38 Jahre) auf. Die Große Strafkammer am Landgericht Coburg verurteilt alle drei zu Haftstrafen: vier Jahre für den Mann und jeweils über drei Jahren für die beiden Frauen.

Bierlaunige Sprüche des singenden Korbmachermeistern

Es war „eigentlich nur eine Frage der Zeit“, freut sich der OT-Berichterstatter spitzbübisch, als er über eine neue Veröffentlichung des Michelauers Gerd Backert schreibt: Der für seine „Weisheiten“ und bierlaunigen Sprüche berüchtigte, singende Korbmachermeister hat seine derb-fränkischen Zwischenmoderationen nun systematisch zu Papier gebracht und (nach seinen beiden CDs) ein Büchlein herausgegeben: „Wiss?n is‘ Macht“ heißt es. Horst Bär hat es illustriert Die Themen sind so vielfältig wie das Leben: Arbeit, Bier, Fußball, Wetter und Weiber. Kostprobe: „Ich bin froh, dass ich nimmer so oft därf, wie ich?s bräucht, wenn ich wollt‘, weil ich sowieso nimmer so oft soll, wie ich könnt‘, wenn ich müsst‘.“

Termingerecht noch vor dem Weihnachtsfest kann die Stadt Burgkunstadt ihren Tiefbrunnen „V“ im Kirchleiner Wald in Betrieb nehmen. Bürgermeister Heinz Petterich drückt offiziell den Startknopf, damit das Trinkwasser sprudeln kann. Der 150 Meter tief gebohrte Brunnen fördert acht Liter pro Sekunde und hat 1,3 Millionen Mark gekostet. Die jährlich erwartetem 150 000 Kubikmeter Wasser sollen durch eine 1850 Meter lange Leitung in die Hochzone bei Meuselsberg geleitet werden.

Polnische Ladendiebe haben Rasierklingen im Visier

Gleich zweimal gehen zwei polnische Ladendiebe am 19. Dezember 1996 der Polizei ins Netz. Nach dem Diebstahl von 39 Packungen Rasierklingen (Wert: 272 Mark) in einem Staffelsteiner Supermarkt werden die 23- und 25-Jährigen zum ersten Mal geschnappt. Nach ihrem „Besuch“ beim Staatsanwalt und der Hinterlegung einer Sicherheitsleistung kommen sie aber schnell wieder auf freien Fuß. Und prompt geht das dreiste Duo seinen Geschäften in gewohnter Weise nach – und wird diesmal in Burgkunstadt aufgegriffen: Rund 1100 Mark Verkaufswert haben hier die 79 geklauten Rasierklingen-Packungen, die nun mitsamt des Autos der beiden Pechvögel beschlagnahmt werden. Und die Verdächtigen gehen ohne Umwege zum Haftrichter.

„Christus an der Geißelsäule“ wieder am gewohnten Platz

In Ebensfeld freut man sich, nach drei Monaten den Bildstock „Christus an der Geißelsäule“ wieder am gewohnten Platz zu sehen: Das Sandsteinkunstwerk von1773 steht nun wieder zwischen Hauptstraße und Kirchplatz – fachgerecht restauriert und konserviert durch die Werkstatt Clemens M. Muth aus Unterneuses.

„Christus an der Geißelsäule” heißt dieser frisch restaurierte Bildstock in Ebensfeld. Foto: OT

Im Rahmen der Jahresschlusssitzung des Gemeinderats Ebensfeld wird Josef Storath ( Bürgermeister von 1978 bis 1996) und Karl Reinlein (1966 bis 1978) jeweils der Ehrentitel „Altbürgermeister“ verliehen. Bei der Burgkunstadter SPD-Frauengruppe beerbt Erika Wich die nach 20 Jahren nicht mehr kandidierende Gerlinde Konrad.

Der FC Redwitz ernennt seinen ehemaligen Vorsitzenden Georg Heinel zum Ehrenmitglied, die Spielvereinigung Isling ihr langjähriges Vorstandsmitglied Hans Fuß. Bei der Schwürbitzer „Liedertafel“ wird diese Ehrung Karl Beier, Elsa und Erich Haselmann, Heinrich Mahr, Paul Schardt, Gunda Schard, Hertha Schwatlo und Sofie Gick zuteil.

Posthum zum Ehrenmitglied ernannt

Der in der vergangenen Woche verstorbene frühere Bürgermeister Max Goller wird von der Weismainer Schützengesellschaft 1910 posthum zum Ehrenmitglied ernannt. Der Tischtennisclub 1946 Burgkunstadt verleiht seinem Gründungsmitglied und früheren zweiten Vorsitzenden Simon Bornschlegel die Ehrenmitgliedswürde. Und beim Gesangverein „Waldeslust“ Obristfeld erhalten Alfred Daumann und Georg Rietzel diesen Ehrentitel.

 

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