LICHTENFELS

Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Schwan Hansi in Not

Wasserwacht und Feuerwehr paddeln sich im Main bei Schney an Familie Schwan heran, um Papa „Hansi” einzufangen: Ihm hängt eine Angelschnur aus dem Schnabel, daran vermutlich ein Angelhaken, der entfernt werden muss. Foto: Archiv: Irmin Rutkowski

Hansi“ macht Schlagzeilen: Der Schwan, der mit seiner Familie bevorzugt bei der „Mainlust“ in Schney herumschwimmt muss aus einer Notlage gerettet werden. Und viele Menschen eilen ihm zu Hilfe: Hotelier Gerhard Wöhner hatte entdeckt, dass „Hansi“ offenbar einen Angelhaken verschluckt haben muss, denn zehn Zentimeter Angelschnur hängen ihm noch aus dem Schnabel. Tierschutz, Feuerwehr Schney und Wasserwacht kreisen mit Booten und Kanus die Schwanenfamilie ein und dirigieren sie ans Ufer. Das Einfangen per Netz ist wie zu erwarten nicht einfach, aber schließlich gelingt es. Und „Hansi“ kommt in die Tierklinik Dr. Schille, wo der Angelhaken durch den Schnabel entfernt werden kann. Wenig später kann er wieder glücklich mit seiner Frau „Gretel“ und den fünf Kindern vereint werden.

Am 9. Juni 1996 stellt Weihbischof Werner Radspieler das „Haus der kirchlichen Dienste Sankt Hedwig“ in Lichtenfels unter den Segen Gottes. Das für 6,6 Millionen Mark neu erstelle Gebäude auf dem Burgberg war nach zwei Jahren Bauzeit im Februar in Betrieb genommen worden. Nun gibt es das offizielle Einweihungsfest mit zahlreichen Gästen: Architekt und Projektleiter Norbert Püls übergibt symbolisch den Schlüssel an Stadtpfarrer Alfred Bayer. Ein besonderer Segen des Weihbischofs gilt dem Brunnen. Prälat Walter Schirmer erläutert die Aussagekraft der von Ulla und Gerhard Maisch (Fürth) geschaffenen Bronzestatue der Heiligen Hedwig: Ihre ausgezogenen Schuhe stünden für Demut und Ehrfurcht, die Heilige Schrift in ihren Händen, aus der das Wasser fließt, symbolisiere das Leben. Übrigens haben die geologischen und denkmalpflegerischen Bodenuntersuchungen vor dem Baustart weder Hinweise auf Burganlagenreste noch auf den „lichten Fels“ ergeben, nach dem die Stadt benannt ist. Der Boden sei eher lehmig und wenig tragfähig gewesen, die Gründung des Gebäudes daher etwas schwierig, erläutern die Baufachleute.

Michelauer Schießsportzentrum feierlich eingeweiht

Im Hof des „Hauses der kirchlichen Dienste” in Lichtenfels segnet Weihbischof Werner Radspieler die Brunnenstatue der He... Foto: Repro: Irmin Rutkowski

Dekan Wilfried Bauer und Pfarrer Norbert Lang weihen das neue Schießsportzentrum der Michelauer Schützengesellschaft ein. Nach der Grundsteinlegung im Juni 1992 und dem Richtfest im September 1992 hatten die Mitglieder immense Stunden Eigenleistung eingebracht, einige sogar über 3000.

Im Vorfeld der 900-Jahr-Feier in Obristfeld ist der Brunnen im Pfarrgarten der Sankt-Nikolaus-Kirche wieder gangbar gemacht und der Sandstein saniert worden. Seit dieser Woche spendet er wieder Wasser, freuen sich die Initiatoren aus dem Kirchenvorstand. Als Ersatz für die am Ortseingang von Großziegenfeld (von Kleinziegenfeld kommend) abgestorbene Ulme spendiert der Obst- und Gartenbauverein eine neue, große Roßkastanie.

10 000 Zuschauerplätze fürs Weismainer Waldstadion

In Weismain bekommt ein besonderer Bauantrag am 10. Juni 1996 grünes Licht vom Stadtrat: der Ausbau des Waldstadion-Tribünen. Für die Spiele des in die Regionalliga aufsteigenden SC Weismain soll eine Zuschauerkapazität von 10 000 Menschen geschaffen werden. Dafür soll die bestehende Tribüne erweitert und eine neue Stehplatztribüne geschaffen werden. Die entsprechende Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplans „Feldteile II“ läuft.

Ein Ab-Bauprojekt sorgt zwei Tage später für Schreck und Sorge an der Kastenmühle in Weismain: Bei Abbrucharbeiten an einer Scheune wird ein Blindgänger – vermutlich aus den letzten Kriegstagen – gefunden und muss vom Sprengstoffkommando aus Nürnberg entschärft werden. Unscheinbare 114 Millimeter lang und 635 Gramm schwer ist die amerikanische Splitterhandgranate Mk2, die noch voll funktionsfähig ist und mit ihren 62 Gramm TNT-Explosivstoff einen „tödlichen Radius“ von 50 Metern gehabt hätte. Für die Fachleute vom Sprengkommando ist auch 50 Jahre nach Kriegsende das Entschärfen solcher Blindgänger Alltag, versichert deren Leiter Karl-Heinz Hartmann. Überraschend, kurios und ungewöhnlich hingegen ist in Weismain der Fundort: Von Moos überwuchert lag die Granate hoch oben auf den Ziegeln des Scheunendachs.

Moll feiert Geburtstag und 50-jähriges Firmenbestehen

Staffelsteins Erster Bürgermeister Baptist Faulstich (li.) liest die Ernennungsurkunde zum Ehrenbürger für Peter J. Moll... Foto: Repro: Schardt

Im Kaisersaal auf Kloster Banz gibt am 12. Juni 1996 dreifachen Anlass zu feiern: das 50-jährige Bestehen der Staffelsteiner Firma Moll Batterien, den 90. Geburtstag des Firmengründers Peter J. Moll und zugleich dessen Ernennung zum Ehrenbürger der Stadt. Vor 400 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Politik, Firma und Familie lobt Erster Bürgermeister Baptist Faulstich den Unternehmergeist des ehemaligen Stadtratsmitglieds und seinen weit reichenden Einsatz für die Heimat: „Die höchste Auszeichnung einer Stadt ist als Anerkennung für seine besonderen Verdienste um die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Staffelstein und um die besondere Unterstützung der örtlichen Vereine und seines hervorragenden kommunalpolitischen Engagements gedacht.“ In der schweren Nachkriegszeit habe Moll den Bürgern nicht nur Arbeit und Brot, sondern auch Lebensfreude wieder gegeben – durch seine Vereinsarbeit zum Beispiel als Vorsitzender des TSV. Zu den beiden Bundesverdientkreuzen, die Moll 1976 und 1983 verliehen wurden, sowie zur Ehrenbürgerwürde gesellt sich an diesem Festtag sogar noch die höchste Auszeichnung des Bayerischen Landessportverbands hinzu: die goldene BLSV-Verdienstmedaille.

Bei der Mitgliederversammlung der CSU Staffelstein lässt Vorsitzender Gerhard Stärk eine „Bombe platzen“: Er trete nach reiflicher Überlegung von seinem Amt zurück – aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen. Nun muss nach einer Vorstandssitzung und einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein neuer Ortsverbandschef gefunden werden.

Der Lichtenfelser Athletenclub ernennt anlässlich seiner 75-Jahr-Feier Georg und Horst Bergmann, Hermann Büttner, Heribert und Siegfried Hofmann, Helmut Kügel, Werner Reinlein, Rolf Rießner und Rudi Scherer zu Ehrenmitgliedern. Die Lichtenfelser Fachinnung Metall würdigt die Verdienste der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder: Herbert Sorg wird zum Ehrenobermeister und Siegfried Hofmannn zum Ehrenmitglied ernannt.

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